Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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„Ich habe mir zuerst gedacht: Was liegt denn da für ein alter Fetzen?“ sagt Hausarbeiter Karl Schöggler, der die päpstliche Bulle aus dem Jahr 1218 bei Renovierungsarbeiten in seiner Kellerwerkstatt hinter losem Mauerwerk herausleuchten sah. „Dann hab ich mir das genauer angesehen und entdeckt, dass darauf Text in lateinischer Sprache zu sehen war. Ich hab sofort den Heimo (Kaindl, Diözesankonservator) angerufen, dass er sich das mal anschauen soll“, so Schöggler weiter.
Heimo Kaindl, auch Direktor des Diözesanmuseums, war sofort zur Stelle. „Wir suchen schon seit Jahren nach dieser Urkunde. Mir war bewusst, dass das etwas Wichtiges sein muss.“ Zu Rate gezogen wurde auch gleich Diözesanarchivar Matthias Perstling. Zusammen schritt man sofort zur Datierung und Übersetzung der vergilbten Schrift auf Pergament – und machte eine nicht sehr erfreuliche Entdeckung: „Wir konnten es zuerst gar nicht glauben und zogen noch andere Historiker und Übersetzer bei, aber es ist nicht zu leugnen: Die Gründung unserer Diözese war eigentlich ein Scherz“, so Perstling sichtlich enttäuscht.
Wortwörtlich heißt es in dem Text, der das Siegel von Papst Honorius III. trägt: „Die Diözese Seckau wird genau dann gegründet, wenn sich Fuchs und Henne Gute Nacht sagen, jegliche Sünde aus der Welt verbannt ist, Dekanate abgeschafft werden und meine Köchin mir endlich einmal etwas Essbares serviert: also nie! Da fährt die Eisenbahn drüber!“ Es stellen sich dazu natürlich einige Fragen: Warum hatte Karl von Friesach, der persönlich das Anliegen der Diözesangründung beim Papst vorgebracht hatte, nicht die wahre Botschaft an Erzbischof Eberhard II. von Salzburg weitergegeben? Heimo Kaindl: „Entweder er war des Lateinischen nicht besonders mächtig, oder er konnte gar nicht lesen – oder aber er war so sehr von dem Gedanken besessen, erster Bischof der neu gegründeten Diözese zu werden, dass er die Wahrheit schlicht und einfach verschwieg.“ Das mit der Eisenbahn müsse man auch noch klären, so Kaindl weiter. Schließlich gab es die zu dieser Zeit noch gar nicht. Fest steht jedenfalls, dass wir rein rechtlich noch ein Teil der Erzdiözese Salzburg sind. „Wir können nur froh sein, dass wir mit Erzbischof Franz Lackner trotzdem einen steirischen Bischof haben.
Der Fund wirft natürlich kein besonders gutes Licht auf die Vorbereitungen zum Diözesanjubiläum. Organisationschef Thomas Bäckenberger wirft die Flinte aber noch nicht ins Korn: „Auch wenn unsere Diözese gar keine Legitimation hat: Feiern werde ich trotzdem, selbst wenn ich dazu alleine mit meiner Gitarre am Grazer Hauptplatz stehen muss.“ Immerhin laute die Hauptfrage zum Jubiläum: „Glauben wir an unsere Zukunft“, so Bäckenberger weiter, „da muss man es mit der Vergangenheit nicht ganz so genau nehmen.“ Die Dekanate würden ohnehin schon abgeschafft, „den Rest kriegen wir auch noch hin“, so Bäckenberger.
Davon sind wir auch überzeugt. Vor allem am Faschingdienstag.