Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Zum Start der Haussammlung 2018 hat die Caritas am Mittwoch in Graz erstmals das „Solidaritätsbarometer“ präsentiert. Die soziologische Studie dient der Vermessung der sozialen Stimmung im Land und beleuchtet Themen wie soziales Engagement, Spendenverhalten und die Einstellung der SteirerInnen zum Helfen. Caritasdirektor Herbert Beiglböck erklärte: „Wir wollten wissen, was die Kräfte sind, die uns als Gesellschaft zusammenhalten und dafür sorgen, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren.“
Als wesentliches Ergebnis hielt Beiglböck fest: „Der Grundwasserspiegel der Nächstenliebe liegt in der Steiermark beachtlich hoch. Damit müssen wir sorgfältig umgehen, dass dies nicht verlorengeht und nicht durch unnötige Worte vergiftet wird.“ Caritas-Kuratoriumsvorsitzende Kristina Edlinger-Ploder spannte den Bogen zur Haussammlung, die als „Drehscheibe der Nächstenliebe“ wirke: „Die ehrenamtlichen SammlerInnen tragen die Botschaft der Caritas hinaus, und sie bringen ihre Erzählungen und Erfahrungen aus den Häusern und Wohnungen zurück“.
Studienautor Florian Brugger formulierte als Ergebnis aus der Umfrage, zu der steiermarkweit 1.000 Menschen telefonisch befragt wurden, fünf Thesen. Sie besagen, dass es in der Steiermark eine sehr hohe und auch anhaltende Spenden- und Hilfsbereitschaft gibt. Besonders ausgeprägt ist die Solidarität dabei in sozialen Naheverhältnissen und mit Menschen, die als „schuldlos schwach“ angesehen werden.
Menschen, die helfen und spenden, erwarten sich von den Hilfsempfängern kaum eine persönliche Gegenleistung, dagegen aber in hohem Maß eine „Antwort“ gegenüber der Gesellschaft, indem sie die Werte respektieren. Hilfe und Solidarität ist für eine Mehrheit der Befragten sowohl eine staatliche Aufgabe als auch eine Forderung an den einzelnen; die Studie belegt zudem ein deutliches Bekenntnis zum Wohlfahrtsstaat und zum Recht auf dessen Leistungen. Solidarität wird von den Befragten als notwendig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erachtet.
Soziallandesrätin Doris Kampus dankte der Caritas für die Studie, die aus ihrer Sicht „viel Anlass zum Nachdenken über Solidarität und die Aufgaben des Staates“ gebe. Kampus betonte die große Bedeutung der Ehrenamtlichen, die oft als „Gutmenschen“ diffamiert würden, für die gelebte Solidarität der Gesellschaft: „Es gibt ein Dreieck aus Staat, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen – wenn eines davon wegfällt, kommt alles ins Wanken.“
Der Grazer Sozialstadtrat Kurt Hohensinner verwies auf das Caritas-Kältetelefon als gutes Beispiel einer Hilfeleistung, die von Ehrenamtlichen getragen werde: Dies zeige, dass auch in der Anonymität der Großstadt Hilfsbereitschaft gelebt werde. „Für mich heißt Solidarität nicht allen alles zu geben, sondern jenen, die Hilfe brauchen, die nötige Unterstützung zu bieten“.
Caritas Haussammlung
Die diesjährige Haussammlung der Caritas steht unter dem Motto „Mut ist größer als Angst“. Bei der größten sozialen Aktion im Land bitten im Februar und März rund 4.000 Freiwillige für die Caritas an den Haustüren um Spenden für Menschen in Not in der Steiermark. Zehn Prozent der Summe, die in einer Gemeinde gesammelt wird, steht der örtlichen Pfarrcaritas zur Verfügung. Weiter werden aus dieser Sammlung Caritas-Einrichtungen der Nothilfe wie die Beratungsstelle zur Existenzsicherung, Notschlafstellen oder das Grazer Marienstüberl unterstützt.