Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Gemeinsam wird in der Fastenzeit ein Zeichen für das Engagement der Aktion Familienfasttag für benachteiligte Frauen in Asien, Lateinamerika und Afrika gesetzt. Dieses Jahr steht das Friedensprojekt „Vamos Mujer“ in Kolumbien im Fokus.
Bischof Wilhelm Krautwaschl dankte in seinem Grußwort der Aktion Familienfasttag: „Daher danke ich der Katholischen Frauenbewegung, der Aktion Familienfasttag, dass sie uns am Beginn der Fastenzeit einmal mehr ‚über den Tellerrand‘ hinausschauen lässt. Fasten in seinem ursprünglichen Sinn ist kein Sport oder Fitnessprogramm, Fasten ist im ersten und tiefsten Sinn bewusste Umkehr.“ Bischof Wilhelm Krautwaschl wies darauf hin, dass Teilen nicht nur ein ethischer Impuls sei, sondern Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung der globalen Gesellschaft, wie auch das Bewusstsein, dass die Früchte der Globalisierung ungleich verteilt sind. Ein entscheidender Faktor dabei sei, so Bischof Krautwaschl, die unterschiedlichen Voraussetzungen zur Erlangung von Bildung.
Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, die Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer vertrat, dankte Generationen an Frauen, denen sie ihre höchste Anerkennung für ihr Engagement aussprach. „Waren es 1958 noch Projekte zur Hungerbekämpfung, sind es heute Projekte für Bildung und Menschenrechte für die sich die Frauen der katholischen Frauenbewegung stark machen“, so die Landesrätin. Sie sehe es auch als Landesrätin für Entwicklungszusammenarbeit als Aufgabe der Politik, dafür das Bewusstsein im Alltag zu stärken.
Landesrätin Ursula Lackner, in Vertretung von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, machte auf die soziale Verantwortung in der Gesellschaft aufmerksam: „Die Aktion Familienfasttag bietet eine gute Gelegenheit, sich mit den Konfliktlinien innerhalb unserer eigenen Gesellschaft und unseres eigenen Umfeldes auseinanderzusetzen und sich zu fragen, welcher persönliche Beitrag zu einer gerechteren und friedlicheren Gesellschaft geleistet werden kann.“ Dort, wo im Alltag gegenseitige Achtung und Wertschätzung fehlten, würden sich die Meinungsverschiedenheiten allzu leicht zu tiefgreifenden Zerwürfnissen verschärfen. Und wo Rücksicht auf Schwächere und soziale Gerechtigkeit fehlten, werde der Zusammenhalt einer Gesellschaft brüchig, so die Landesrätin für Bildung und Gesellschaft.
Andrea Ederer, Präsidentin der Katholischen Aktion Steiermark, resümierte über die Lernerfahrung aus der Aktion Familienfasttag: „Der erste Auslandseinsatz vor 60 Jahren begann in dem vom Bürgerkrieg geplagten und hungernden Korea. Die entwicklungspolitische Arbeit erstreckte sich seither über mehrere Kontinente. Angefangen von Unterstützung von Frauen in Indien über Nepal, die Philippinen, Nicaragua, Kolumbien und bis nach Tansania. Das brachte viele Lernerfahrungen und öffnete unseren eigenen Horizont.“
Lydia Lieskonig, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Steiermark und Arbeitskreisleiterin der Aktion Familienfasttag, würdigte das Engagement der Partnerorganisation „Vamos Mujer“ in Kolumbien: „Vamos Mujer unterstützt und befähigt Mädchen und junge Frauen in ihrer Entwicklung, ein selbständiges Leben frei von Gewalt in jeder Form zu führen.“ Die jungen Frauen lernten, dass Gewalt an Frauen negative Auswirkungen auf das gesamt gesellschaftliche Leben habe, wie auch sie zu aktivem Handeln gegen Gewalt innerfamiliär und im öffentlichen Raum befähigt werden, so Lieskonig.
Ana María Berrío Ramírez, die das Projekt „Vamos Mujer“ beim Benefizsuppenessen vertrat wurde abschließend von Lydia Lieskonig interviewt. Sie freue sich heute hier zu sein, nicht nur um Suppe zu teilen, sondern Ideen für die Zukunft auszutauschen. Ana María Berrío Ramírez hat Landwirtschaft studiert und bereits in ihrer Studienzeit begonnen, Hilfsprojekte für Frauen zu initiieren. Mittlerweile ist sie bereits 18 Jahre bei Vamos Mujer. Ziel der spielerischen Workshops für Mädchen von 8 bis 10 und 12 bis 18 Jahren ist es ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Denn nur wenn Frauen am Friedensprozess mitwirken können, kann eine gleichberechtigte Kultur des Friedens Wirklichkeit werden, so Ramírez.
Zum Suppenessen kam der Bürgermeister von Graz, Siegfried Nagl, die zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom, Superintendentialkuratorin Evi Lintner, Bischofsvikar und Dompropst Heinrich Schnuderl, Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz, Caritasdirektor Herbert Beiglböck, Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl, Gemeinderat Peter Piffl-Percevic und Pastoralamtsleiter Erich Hohl.
Die Suppen wurden von der Ortsgruppe des Arbeitskreises Familienfasttages aus dem oststeirischen Grafendorf zubereitet. Begleitet wurden sie von Pfarrer Alois Puntigam-Juritsch. Es wurde eine steirische Krensuppe, eine pikante Apfelcremesuppe, eine Butternusskürbiscremesuppe und eine Erbsen-Mangoldsuppe ausgeschenkt.