Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Seit vielen Jahren ist die Diözese Graz-Seckau treue Partnerin der Diagonale, Festival des österreichischen Films, und vergibt einen mit 4.000 Euro dotierten Preis an den/die RegisseurIn für den besten Kurzdokumentarfilm. Die diözesane Jury, die sich jedes Jahr aus FilmexpertInnen aus dem In- und Ausland zusammensetzt, ehrt einen Film für die ästhetische Umsetzung eines für die Gesellschaft als relevant erachteten Inhaltes. Am 17. März wurde im Rahmen der Preisverleihung der diözesane Filmpreis an Kristina Schranz für ihren Film "Ars Moriendi oder die Kunst des Lebens" verliehen.
„Der Sinn des Lebens ist, dass man seine Sache durchzieht“, sagt die Protagonistin Rosemarie Aschenbach am Ende des preisgekrönten Films. Und sie weiß wovon sie redet. Mit 93 ist sie immer noch aktive Studentin und arbeitet gerade an ihrer Doktorarbeit über den Tod, weil - wie sie selbst sagt – „wohl keine näher dran ist als sie selbst“. Es ist nicht nur eine Geschichte, die uns eine starke Frau vorstellt, die immer wieder neue Perspektiven im Leben gefunden hat, sondern uns ein Vorbild zeigt was Emanzipation und Selbstbestimmung im Alter bedeuten können. Ein Film der sowohl Herz, als auch Verstand berührt“, lautet die Begründung.
Die dreiköpfige Jury setzte sich zusammen aus Carola Dertnig (Lehrende an der Akademie der bildenden Künste Wien, Video- und Filmschaffende), Lukas Korherr (Filmkritiker, SIGNIS) und Sarah Julia Stroß (Filmkuratorin, Festivalleiterin, freie Journalistin, AT). Das Niveau der insgesamt 14 Kurzdokumentarfilme sei sehr hoch gewesen. Die Erzählweise wie in La sombre de un dios von Bernhard Hetzenauer unkonventionell, mit einem hohen künstlerischen Anspruch, zugleich politisch und durchaus auch dem innovativen Kino zuordenbar. Themen wie Familie und Tod seien wiederkehrende gewesen, vor allem aber fand eine intensive Auseinandersetzung mit Frauenbildern statt. Wie schon berichtet wurde im Rahmen des Franz-Grabner-Preises auch das filmische Porträt einer starken Frau, Gwendolyn von Ruth Kaaserer, prämiert.
Überreicht wurde der mit 4.000 Euro dotierte Preis für den Besten Kurzdokumentarfilm im Rahmen der Diagonale Preisverleihung am 17. März im Orpheum von Johannes Rauchenberger. Strahlend nahm Kristina Schranz – zum 2. Mal – den Preis entgegen. Bereits 2017 erhielt sie diese Auszeichnung für ihren Film Spielfeld, der sich mit dem südsteirischen Grenzort nach der Flüchtlingswelle auseinandersetzt. Zu sehen ist er im Rahmen der Jubiläumsausstellung Grenze, Öffnung & Heimat in Schloss Seggau (10.5.-26.10)
Als Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten zeichnet Rauchenberger seit 2017 für den Preis verantwortlich. Bereits zum 2. Mal fand im Rahmen des Filmfestivals im KULTUM in Kooperation mit der Diagonale (und 2018 mit dok.at) eine hochkarätig besetzte Diskussion statt. Unter dem Titel This is Propaganda Dokumentarismus in Zeiten von 'Fake News' und 'Alternative Facts' diskutierten Ruth Beckermann (Filmemacherin: Waldheims Walzer, AT), Tobias Ebbrecht-Hartmann (Filmwissenschaftler, Hebrew University Jerusalem, IL), Robert Schabus (Filmemacher: Bauer unser, AT), Rüdiger Suchsland (Filmkritiker, Filmemacher: Hitlers Hollywood, DE) am Podium und mit dem Publikum.
Ein ausführliches Interview mit der Preisträgerin, Kristina Schranz, ist hier in Kürze nachzulesen.