Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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„Religionen tragen von ihrem Wesen her einen Wahrheits- und Absolutheitsanspruch in sich. Das kann Identität und Orientierung bedeuten, aber auch sehr schnell zu Konflikten und Intoleranz führen“, so Pfarrer Andreas Fischer. Er führte bei der Programmpräsentation am 25. Mai im Pfarrhof Liezen aus, dass sich das Bühnenprogramm mit dem Ennstal als Brennpunkt von schweren, religiös motivierten Kontroversen auseinandersetzt, wie dem Aufkommen der protestantischen Reformation und der wuchtigen Frage: „Wer hat die rechte Religion?“ Der Bogen wird von 1218 bis zum geschichtsträchtigen Jahr 1918 – „die europäische Urkatastrophe, der 1. Weltkrieg“ – gespannt und findet eine historische Auseinandersetzung in der Begehung der Wegstrecke von den Kriegs-Mahnmalen bei der Röthelbrücke über Zwischenstationen zur Bühne mit Amtsrat Karl Hödl, Andreas Fischer und Schulklassen (Mittwoch, 6. Juni, 10 Uhr). „Dem großen Themenkomplex von Kränkungen und Missverständnissen als Ursache für Konflikte und Entzweiungen geht Prof. Dr. Reinhard Haller aus seiner psychiatrisch-therapeutischen Sicht nach und berichtet aus seiner Praxis“, so der Pfarrer zum Abendprogramm mit einer anschließenden hochkarätig besetzten Diskussion.
Die acht Fragestellungen zur jeweiligen Bühne in den Regionen hätten etwas gemein: das Fragezeichen, stellt Jakob Kabas fest, Geschäftsführender Vorsitzender des PGR Liezen. „Sie machen sichtbar, dass es keine fixen Antworten gibt, und laden ein, sich einzubringen in den Dialog. Wie kann aus der Betrachtung der Geschichte(n) mit Blick auf die Gegenwart die gemeinsame Zukunft aussehen? Vor dem Hintergrund, dass jeder aus einem persönlichen, spirituellen Verständnis heraus agiert und in gleicher Würde leben möchte.“ Am Dienstag, dem 5. Juni, werden mögliche Zukunftsbilder der Kirche auf Stoffbahnen gezeichnet. Aus diesen wiederum werden Taschen produziert, die gegen eine Spende erworben werden können. Der Erlös kommt bedürftigen Menschen in der Region zugute (Caritas Existenzsicherung).
„Das Wochenprogramm soll auch das feiernde Element der Kirche der Steiermark und der Welt abbilden: Wir feiern die Eucharistie. Und so eröffnet Bischof Wilhelm Krautwaschl die Bühne am 4. Juni um 17 Uhr mit einer Festmesse, und Abt Gerhard Hafner vom geschichtsträchtigen Stift Admont feiert die abschließende Festmesse am 10. Juni “, so Kabas. Musikalisch laden die Auftritte der Ausseer und The Orange Blues Club (beide 8. Juni) und das Sommernachtskonzert der Musikkapelle Liezen mit dem steirischen Landesjugendchor Cantanima (8. Juni, 19:30 Uhr) ein.
Der Donnerstag, 7. Juni, ist der Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen gewidmet.
„ChristInnen, MuslimInnen, Sikhs und Bahais und Angehörige anderer Religionen werden auf unserer Bühne gemeinsam um Frieden beten und Sie einladen, sie dabei durch Ihre Anwesenheit, Ihre geistige Präsenz und Ihre gleichgerichteten Intentionen zu unterstützen. Als Zeichen, dass alle Menschen mit ihrem Glauben wie Früchte eines Baumes sind, wird ein Apfelbaum im öffentlichen Raum gepflanzt“, erzählt die Regionalkoordinatorin Birgit Lesjak-Ladstätter über die religiöse Feier um 18 Uhr unter dem Titel „Friede – Salam – Shalom“. Die Zusammenarbeit sei sehr fruchtbar und solle auch nach der Bühnenwoche in Form von weiteren Friedensgebeten in der Region weitergeführt werden. Interkulturelle Begegnungen gibt es am selben Tag mit den „neuen EnnstalerInnen“ und Reggae und Rock der Gruppe RMP (Refugee Music Project).
Das Young Speakers’ Corner (7. Juni ab 8:30 Uhr) bietet Jugendlichen eine Plattform, ihre Anliegen vorzubringen und öffentlich Gehör zu finden. Verschiedene Schulen der Region nehmen Stellung zu Themen, die sie bewegen. Der Freitag ist ganz dem breiten Hilfsangebot der Caritas gewidmet. „Die Bühne heißt für uns zu zeigen, was man zu bieten hat, aufmerksam und neugierig zu machen, Menschen zum Nachdenken und Lachen zu bringen“, so Monika Schachner, Caritas-Regionalkoordinatorin zur Leistungsschau der Nächstenliebe. Ein offenes Ohr für Fragen zu vielfältigen Themen rund um Pflege und Betreuung hat Karin Schwaighofer vom Caritas-Pflegewohnhaus Rottenmann. Zeitgleich berichten BewohnerInnen des CaritasWELCOME-Haus-Admont in Form eines Videos, von Fotos, einer Straßenzeitung und Texten über ihre Erlebnisse als AsylwerberInnen, den Umgang mit Behörden und die Interaktion mit ihrem Umfeld. Das „Recht zu glauben“ – darüber wird die Theatergruppe der Lebenshilfe Stainach ein Stück nach der Methode Jeux Dramatiques aufführen. Bei Kaffee und Kuchen lädt Sie das ReUse-Café ein, zu verweilen und mehr über Carla, die Sachspendenverwertung der Caritas zu erfahren. Ab 14:30 Uhr beschäftigt sich der Vortrag „Demenz >Rückwärts leben<“ mit den Herausforderungen für Angehörige. Schachner ist wichtig klarzustellen, dass jeder – unabhängig von der Kultur oder Religion – bei der Caritas willkommen ist und mithelfen kann: „Unser Auftrag kommt aus dem Evangelium. Uns als Caritas geht es darum, den Menschen als Menschen wahrzunehmen mit all seinen Bedürfnissen, und ihn in Notsituationen zu unterstützen.“
„Wir stellen Fragen und gehen damit hinaus in die Öffentlichkeit, im Sinne einer griechischen Agora, treten direkt in Kontakt mit Menschen und suchen den Austausch“, so Bühnenkoordinator Gerhard Hofbauer zur Herangehensweise an das 800-Jahr-Jubiläum der Diözese und die Funktion der Bühne in den Regionen. „Wir wollen über das große Jubiläumsfest am 23. und 24. Juni in Graz hinaus miteinander feiern, einander zuhören und gemeinsam Antworten für die Zukunft finden.“