Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Too little, too late? Wie lassen sich die vielfältigen Veränderungen, mit denen wir in unserem alltäglichen Leben konfrontiert sind, verstehen – und wie sollen wir angesichts dieser agieren und reagieren? Mehr als 70 TeilnehmerInnen aus aller Welt widmen sich im Rahmen der „Graz International Summer School Seggau“ (GUSEGG) 2018 diesen entscheidenden Fragen. Dementsprechend lautet der Titel der 13. Ausgabe der Sommerschule, die vom 1.–14. Juli im Schloss Seggau stattfinden wird, „Meditating and Mediating Change: State – Society – Religion“.
Rektorin Christa Neuper, Michael Kuhn, stv. Generalsekretär der COMECE, und Bischofsvikar Heinrich Schnuderl werden die Sommerschule am Sonntag, 1. Juli, um 20Uhr feierlich eröffnen.
Die Initiative zur Graz International Summer School in Seggau ist anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004 entstanden. Seit 2006 findet sie als Kooperationsprojekt der Karl-Franzens-Universität Graz, der Diözese Graz Seggau und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäische Union (COMECE) statt und hat sich seither zunehmend zu einem Forum des interdisziplinären Austausches entwickelt. Im Lauf der Jahre hat sich die Perspektive verändert und erweitert: Vom anfänglichen Gespräch zwischen Studierenden und DozentInnen aus den „alten“ und „neuen“ Mitgliedsstaaten der EU und aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien wurde die Summer School auch zu einem Lernort für Studierende diesseits und jenseits des Atlantiks. Seit 2011 nehmen daher auch StudentInnen aus Nord- und Mittelamerika, vereinzelt ebenso aus anderen Kontinenten an ihr teil. Angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Europa und Amerika haben sich die Kooperationspartnerinnen entschieden, diese Ausrichtung in den kommenden Jahren beizubehalten.
Politische Unsicherheiten, Klimaveränderungen, demografischer Wandel, technologischer Fortschritt stellen komplexe Veränderungsprozesse dar. Die Reaktionen darauf fallen sehr unterschiedlich aus: Resignation, Ignoranz, Aggression, kritische Reflexion, zivilgesellschaftliches Engagement. Die Sommerschule reagiert auf diese Zeitdiagnosen, indem aktuelle Diskurse in Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Politik und Religion in interdisziplinären Perspektiven aufgegriffen werden sowie Strategien und Methoden durchdacht werden, um den enormen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen – und zwar jenseits schneller Lösungen.
Den Zielsetzungen entsprechend werden Intensiv-Seminare und Workshops durch ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt: So wird es am Mittwoch, 4. Juli, eine Podiumsdiskussion, an der u. a. Bischof Wilhelm Krautwaschl teilnehmen wird, geben; und am Donnerstag, 12. Juli, werden im Rahmen eines Science Slams Forschungsarbeiten der Studierenden präsentiert.
Hinsichtlich der Frage nach den Gründen für eine solche Kooperation zwischen Universität und Kirche betont Christine Raji?, diözesanes Mitglied der GUSEGG-Steuerungsgruppe: „Die komplexen Herausforderungen unserer Zeit verlangen differenzierte Lösungen. Die Entwicklung differenzierter Lösungen stellt meines Erachtens das gemeinsame Anliegen kirchlichen und universitären Denkens und Handelns dar. Ein wichtiger erster Schritt dazu ist der ernst gemeinte Versuch, wissenschaftlich reflektiert verschiedene Weisen der Welterzeugung (Nelson Goodman) zu ergründen und miteinander ins Gespräch zu bringen.“
Text: Christine Raji? (rajic@khg-graz.at)