Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
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Die Themenwege haben bisher einerseits gezeigt, dass Voyeurismus in Bezug auf Armut kein Thema ist. Denn viele bevorzugen es, nicht genauer hinschauen zu wollen – da ist auch der Kulturbereich keine Ausnahme. Sie sind wohl froh, dass es Menschen und Einrichtungen gibt, die sich gegen Armut engagieren, aber sie haben möglicherweise auch Angst davor, sich dem gesellschaftlich tabuisierten Thema persönlich auszusetzen. Würde man konkret wissen, wie ausweglos sich Armutsspiralen für Menschen erweisen können, käme man auch in eine persönliche Verantwortung, in eine ethische Handlungsaufforderung. Die Diversifizierung der Dienstleistungsgesellschaft hingegen lässt hoffen, dass man sich darum nicht kümmern muss, weil sich die Caritas oder andere Einrichtungen darum schon kümmern werden. Oder man gibt sich sogar der irrigen Meinung hin, in Graz gäbe es gar keine Armut, keinen Hunger, keine Not…
Andererseits ist es sehr schön zu beobachten, wie sehr dann die konkrete Auseinandersetzung mit der Kunst des Helfens Hoffnung stiftet. Es ist alles andere als deprimierend, dem VinziMarkt, dem Marienstüberl der Caritas, dem Frauenhaus Graz oder der Gewaltschutzberatungsstelle DIVAN der Caritas einen Besuch abzustatten. Die liebevolle Leidenschaft der Mitarbeiterinnen im VinziMarkt ist überaus ansteckend. Wie sie aus den gespendeten Erdbeeren noch nach Dienstschluss Marmelade kochen, um am nächsten Tag jedem Besucher eine Freude bereiten zu können (und auch nichts wegwerfen zu müssen). Der berechtigte Zorn der Schwester Elisabeth im Marienstüberl, dass Spenden und Gaben oft nur in dem bestehen, was in der Überflussgesellschaft ohnedies zu viel geworden ist. Und ihre Liebe für jeden einzelnen Gast. Dass im Frauenhaus so bewusst auf eine Atmosphäre des Schutzes geachtet wird, in der Frauen und Kinder nach traumatisierenden Gewalterfahrungen zur Ruhe finden können – überall findet sich diese ausgeprägte Kultur der Bedachtnahme, in der Ästhetik der Räume wie bei den Mitarbeiterinnen. Welche Kreativität und Sensibilität die Mitarbeiterinnen bei DIVAN an den Tag legen, um den schutz- und ratsuchenden Frauen wirklich gut helfen zu können, in jeder einzelnen, ganz individuellen Situation. Und damit auch soviel Zeit ihres Lebens dem Blick auf die dunklen Seiten der Gesellschaft geben – gerade um helfen zu können.
Jeder Ausflug endet für die Gäste mit einem besonderen Gefühl des Stolzes, dass hier, in Graz, in der Steiermark, so gut, so einfühlsam, so präzise geholfen wird. Dass immer auf die Würde der Menschen geachtet wird. Dass Helfen für die Helfenden Sinn stiftet und ihnen Freude macht. Und dass hier, mit dem Helfen, Fragen angesprochen sind, um die es im Leben wirklich geht: etwa, wer wir unseren Mitmenschen sein wollen. Jeder Themenweg bisher hat die TeilnehmerInnen in diesem Sinne reich gemacht.
Kunst des Helfens - Themenwege
11. Juli 2018: WEGE DES HERZENS
in Kooperation mit Forum Stadtpark
Treffpunkt: 16.00 Uhr, Marianum, Mariengasse 24, 8020 Graz
Stationen:
Das Projekt HEROES® arbeitet präventiv mit jungen Männern aus sogenannten Ehrenkulturen, die sich für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Frauen und Männern in der Steiermark einsetzen. Junge, zugewanderte Männer zwischen 15 und 19 Jahren setzen sich mit ihren eigenen Erfahrungen patriarchaler Strukturen und Ehrvorstellungen auseinander. Nach einer Ausbildung halten sie als HEROES selbst Peer-Workshops fu?r Jugendliche zu den Themenbereichen Ehre, Menschenrechte, Gewaltfreiheit, Identität, Geschlechterrollen ab.
Das VinziTel ist eine Notschlafstelle mit Hotelcharakter. Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, erhalten Unterkunft und können im Gegensatz zu klassischen Notschlafstellen 24 Stunden im Haus bleiben.
Es gibt auch Hunger in Graz. Über die Aktion Herz bekommen GrazerInnen in Not in den teilnehmenden Pfarren einmal im Monat ein Unterstützungspaket in Form von haltbaren Lebensmitteln.
Teilnahmebeitrag: 1 Flasche Speiseöl
1. August 2018: FLUCHTWEGE UND AUSWEGE
Treffpunkt: 16.00 Uhr, Flüchtlingsquartier St. Peter, St. Peter Hauptstraße 61
Stationen:
Das Flüchtlingsquartier St. Peter ist ein Ort der Begegnung, der Integration und der Unterstützung bei allen existentiellen Fragen, die sich in der Wartezeit auf einen Asylbescheid und danach stellen. Das Hilfsangebot umfasst die Deckung der Grundbedürfnisse bis hin zu persönlichen Betreuung in der Muttersprache.
Die Caritas-Auslandshilfe leistet Katastrophen-Hilfe im Akutfall und lindert mit nachhaltigen Projekten langfristig die soziale Not. Damit werden neue Perspektiven ermöglicht. In Ägypten, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Burundi, Rumänien, Slowakei und im Südsudan versorgt die Caritas Menschen mit dem, was sie gerade am dringendsten benötigen.
Das Welthaus sich ein für Menschenwürde und Gerechtigkeit weltweit. Gründungsimpuls im Jahr 1970 war das Verständnis der Weltgemeinschaft als Solidargemeinschaft: Wir müssen die vorhandenen Ressourcen der Welt gemeinsam pflegen und teilen.
Teilnahmebeitrag: GVB-Fahrscheine (Zehnerblock für Erwachsene oder Kinder, 24h-Karte u.a.)