Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die von Papst Paul VI. am 25. Juli 1968 veröffentlichte Enzyklika „Humanae vitae“ verursachte einen Riesenwirbel, den zahlreiche Bischofskonferenzen zu beruhigen suchten. Zwar sprach die Enzyklika in schönen Passagen über die Liebe von Mann und Frau und zielte auf die Würde der sexuellen Gemeinschaft, verbot aber die künstliche Empfängnisregelung.
Im gesellschaftlichen Umbruchsjahr 1968 wehrte man sich begründet gegen dieses Verbot, hatte doch das II. Vatikanische Konzil in "Gaudium et spes" drei Jahre vorher die „Heiligkeit des Gewissens“ des Einzelnen betont. Auch bezüglich Empfängnisregelung hatte das Konzil darauf vertraut, dass das Urteil „die Eheleute selbst fällen“ müssen. Das Konzil mit 2.309 Bischöfen hütete sich davor, in Sachen (Empfängnis-)Verhütung etwas zu verbieten. 2.309 Bischöfe hatten dafür gestimmt, nur 75 dagegen.
Drei Jahre nach dem Konzil ließ „Humanae vitae“ deshalb die Wogen hochgehen, insgesamt 38 Bischofskonferenzen reagierten mit Erklärungen. Deutschlands Bischöfe bemühten sich am 30.8.1968 in der Königssteiner Erklärung, Österreichs Bischöfe am 22.9.1968 in der Mariatroster Erklärung um Schadensbegrenzung. Sie konnten sich auf das berufen, worauf sich die ganze Weltkirche geeinigt hatte, was für die meisten höheres Gewicht hatte als die Erklärung eines Papstes, der diese entgegen der Empfehlung von zwei Dritteln der Fachleute und Berater veröffentlicht hatte.
In der Betonung des mündigen Gewissens hat die Mariatroster Erklärung eine zeitlose Gültigkeit und Bedeutung. Kein geringerer als der spätere Papst Joseph Ratzinger erläuterte diese Konzilstexte: „Über dem Papst als Ausdruck für den bindenden Anspruch der kirchlichen Autorität steht noch das eigene Gewissen, dem zuallererst zu gehorchen ist, notfalls auch gegen die Forderung kirchlichen Autorität“.
Am 10. November lädt das Bildungshaus von 14:30 bis 20:30 Uhr zur Tagung "50 Jahre Mariatroster Erklärung – Leben heute in Freiheit und Verantwortung" mit prominenten Vortragenden, wie em. Weihbischof Helmut Krätzl, "Stenograph" beim II. Vatikanischen Konzil, Zeitzeuge Professor Günter Virt und Dogmatikprofessorin Gunda Werner von der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz, die über die Aktualität der Thematik referieren wird.
Es moderiert Christine Haiden, Chefredakteurin der "Welt der Frauen". Anschließend an die Vorträge liest Barbara Frischmuth aus „Machtnix oder Der Lauf, den die Welt nahm“, am Saxophon sorgt Willy Kulmer sorgt für musikalische Unterhaltung.
Programm und Infos
50 Jahre „Mariatroster Erklärung“ – Leben heute in Freiheit und Verantwortung
Samstag, 10. November 2018,14.30 bis 20.30 Uhr
14.30 Uhr Begrüßung
Impulsreferate:
Emer. Univ.-Prof. Dr. Günter Virt
Emer. Weihbischof DDr. Helmut Krätzl
Univ.-Profin Drin Gunda Werner
Podiumsdiskussion
18.00 Uhr Kulinarische Stärkung
19.00 Uhr Lesung: Barbara Frischmuth aus „Machtnix oder Der Lauf, den die Welt nahm“
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
Ort:
Bildungshaus Mariatrost
Kirchbergstraße 18, 8044 Graz
Telefon 0316 391131, Fax DW-30
office@mariatrost.at