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„Streifzug und Reisesegen. Liturgische, ökumenische und interkulturelle Perspektiven“ – unter diesem Titel stand die Abschiedsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Basilius Groen am 6. November im Meerscheinschlössl in Graz.
Nach den Grußworten von Diözese, der Universität Graz, der Katholisch Theologischen Fakultät und vom Institut für Ostchristliche Studien in Nijmegen wurden Leben und Person von Prof. Groen durch Univ.-Prof.in Ulrike Bechmann und Univ.-Prof. Rainer Bucher gewürdigt. Umrahmt von Reiseliedern aus dem Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert, gesungen von Johannes Chum, hielt Prof. Groen seine Abschiedsvorlesung. Es folgten Dankesworte von Prof. Gerard Rouwhorst, der sich im Namen der internationalen Forschung für das Wirken und Schaffen von Prof. Groen bedankte, der Vertreterin der Studierenden an der Kath.-Theol. Fakultät, Julia Brunner, die für die Lehrtätigkeit Dank sagte, dem Institutsteam, angeführt von ao. Univ.-Prof. Peter Ebenbauer. und dem Dank des scheidenden Ordinarius Bert Groen über. Mit dem irischen Segenslied „May the Road rise to meet you“, das von allen im Saal gesungen wurde, und der Eröffnung des Buffets durch den Vertreter des Bürgermeisters, klang die Abschiedsvorlesung aus.
Ein kurzer Streifzug durch sein bewegtes Leben vermittelt einen Einblick in Person und Werk von Basilius (Bert) Groen:
Das Leben des begeisterten Radfahrers und großen Fußballfans der Oranjes war von Jugend an ein bewegtes. Nach seinem Abitur in den Niederlanden verbrachte er ein Jahr als Austauschschüler in North Dakota an der Jamestown High School, und das sollte nicht der letzte längere Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika sein. Aber seine Reise setzte er nach seiner Rückkehr in Nijmegen und Amsterdam fort, wo er Theologie, Philosophie, Neugriechisch sowie Praktische Theologie, Krankenhausseelsorge und Liturgiegeschichte studierte. Trier und Thessaloniki waren seine weiteren Reisestationen, wo sich Prof. Groen vertiefend mit Liturgiewissenschaft, byzantinischer Kunst und orthodoxer Liturgie beschäftigte. Im Anschluss daran kehrte er an die Katholische Universität Nijmegen zurück und gründete dort das Institut für Ostchristliche Studien.
Eine Gastprofessur für Ökumene und Ostkirchenkunde führte ihn 1997-1998 an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Die nächste größere Reise führte ihn und seine Frau Anna nach Österreich. Als Nachfolger von o.Univ.-Prof. Philipp Harnoncourt übernahm Prof. Groen 2002 als Institutsvorstand den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, Christliche Kunst und Hymnologie an der Universität Graz, dessen Ordinarius er bis zum 1. Oktober des heurigen Jahres war. In diesen 16 Jahren prägte er die Liturgiewissenschaft und widmete sich besonders der Ostkirche und den orientalischen Kirchen. Als Forschungsdekan war Prof. Groen 2005-2007 für die wissenschaftlichen Belange der Kath.-Theol. Fakultät verantwortlich. Als Vorsitzender der Bibliothekskommission war er von 2003-2007 maßgeblich an der Schaffung der heute bestehenden Fakultätsbibliothek beteiligt. Eine besondere Ehre wurde ihm 2007 zuteil, als ihm die Grazer UNESCO-Professor für den interkulturellen und interreligiösen Dialog in Südosteuropa übertragen wurde, die er bis heute innehat. 2008 führte ihn sein Forschungsgeist auf einer weiteren Reiseetappe an das Päpstliche Liturgische Institut Sant’Anselmo und an das Päpstliche Orientalische Institut nach Rom. Das Studienjahr 2011/2012 war für Prof. Groen und auch seine Frau ein besonderes Jahr, denn eine weitere Reise führte sie in die USA – Prof. Groen wurde Fellow und Gastprofessor am Institute for Sacred Music an der Yale University und auch Guest Fellow am Brandford College.
Er war und ist in zahlreichen internationalen wissenschaftlichen und ökumenischen Verbänden und Gremien tätig – in leitender Funktion als Präsident der Society of Oriental Liturgy, als Koordinator der österreichischen Sektion der Arbeitsgemeinschaft Katholischer LiturgiedozentInnen sowie von 2005-2009 als Leiter der Grazer Sektion von Pro Oriente und des Weiteren als Mitglied im Vorstand der Stiftung Pro Oriente und der A.A. Bredius-Stiftung für byzantinische Studien, als Mitglied des Koordinationsausschusses des internationalen katholisch-orthodoxen theologischen Arbeitskreises St. Irenäus und auch als Kuratoriumsmitglied des Afroasiatischen Instituts in Graz.
Martin Reiter