Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Mit „Wir alle sind eins“ eröffnete Christian Leibnitz, Grazer Stadtpfarrpropst und Vorsitzender des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in Steiermark, deren Jahrestagung 2019. Seit nunmehr 20 Jahren fördere und fordere das Ökumenische Forum das Zusammenleben der christlichen Kirchen mit dem Ziel, dass alle Religionen trotz ihrer Vielfalt das Gemeinsame leben.
Die Jahrestagung stand unter dem Motto „Feiertag – freier Tag – (Kar)Freitag“, kann doch die „Feiertagsregelung“ zum Karfreitag nicht als großer Wurf betrachtet werden. Peter Ebenbauer, Leiter des Instituts für Liturgiewissenschaft, Christliche Kunst und Hymnologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz, sprach über Bedeutung und Sinn von Feiertagen. Er bezeichnet die religiösen Feiertage als „Kathedralen in der Zeit“, weil die freie Zeit wichtig sei als Raum für Ruhe, Reflexion und Aufmerksamkeit für all das, was man nur in der Ruhe und Stille erfahren könne. „Ein Feiertag sagt uns, dass wir nicht in der Welt sind, um Arbeitstiere zu sein“, so der Wissenschaftler.
Dieser ursprüngliche Zweck sei allerdings verloren gegangen. Die Ruhe wurde von der Freizeitindustrie und der Arbeitswelt in Beschlag genommen. Aufrufe zum Konsum, E-Mails, Rufbereitschaften, Handys und Computer rauben uns die Stille. „Der Kapitalismus liebt die Stille nicht“, sagt Ebenbauer und appelliert, sich nicht vom Sog der Zeit mitreißen zu lassen und Feiertage nicht als Fortsetzung des Alltags zu betrachten.
Der Karfreitag im Speziellen sei zum einen der Brennpunkt der evangelischen Identität, zum anderen müsse man den historischen Hintergrund bedenken: Der freie Karfreitag in einem katholisch geprägten Staat diene dem Schutz der ungehinderten Religionsausübung kleiner Religionsgemeinschaften. Eine Lösung des aktuellen Karfreitagsdilemmas müsse bedeuten, dass die höchsten Festtage allgemein begehbar sind. Ein individueller Urlaubstag reiche dafür nicht. Weil der Karfreitag im Zeichen des Kreuzes als wichtigstes Symbol des christlichen Glaubens für alle Christen bedeutungsvoll ist, meint Peter Ebenbauer, dass dieser Tag für alle Christen zum Feiertag werden sollte, um zusammen mit dem Ostersonntag das Fundament für das Erlebnis von Ostern zu bilden.
Bei der nachfolgenden Diskussion verwies der Grazer Superintendent Wolfgang Rehner darauf, dass man beim Überdenken von Feiertagen auf alle nationalen Religionen Rücksicht nehmen müsse: „Vielen hilft der Karfreitag als Feiertag nicht.“ Der Theologe Grigorios Larentzakis betonte, dass die Regierung keine Lösung unter dem Diktat der Wirtschaft suchen dürfe: „Alle haben das Bedürfnis nach Ruhe.“ Das steirische ökumenische Forum will nun mit einer Petition gegen den Verlust der Feiertage eintreten.
"Das Ziel des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark ist die gemeinsame Erfüllung ökumenischer Aufgaben. Das Forum sieht seinen besonderen Auftrag darin, in der Steiermark den ökumenischen Gedanken zu verwirklichen, diesen nach außen zu vertreten und nach innen im Gemeindeleben zu vertiefen. Es fördert die zwischenkirchlichen Beziehungen, insbesondere durch theologisches Gespräch, Austausch von Erfahrungen und in der Planung und Durchführung der den Kirchen gemeinsam aufgetragenen Dienste. Es pflegt Beziehungen zum Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich und zu anderen ökumenischen Einrichtungen."