Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Da im Grazer Dom in den Sommermonaten gerade intensiv an der Reorganisation der Grazer Domorgel gearbeitet wurde, gastierte die sommerliche Konzertreihe heuer nochmals in verschiedenen Grazer Kirchen (und nicht im Grazer Dom) und bat die Möglichkeit, komprimiert die Vielfalt der Grazer Orgellandschaft zu erleben.
Die Werke zweier Jahresregenten (Max Reger, 150. Geburtstag und Anton Heiller, 100. Geburtstag) zogen sich als roter Faden durch die Konzertprogramme.Im ersten Konzert am 13. August in der Evangelischen Heilandskirche spannte Domorganist Christian Iwan unter dem Motto “SYMPHONISCHE DICHTUNG” einen weiten emotionalen Bogen, von Bachschen Choralbearbeitungen hin zu Regers gewaltiger “Symphonischer Fantasie und Fuge” op. 57.
Der renommierte deutsche Orgelvirtuose und Pädagoge Ludger Lohmann feierte im zweiten Konzert der Reihe die JUBILARE des Jahres 2023 in der Stadtpfarrkirche am 20. August. Eingerahmt von der Musik Regers kamen der englische Renaissancemeister William Byrd (400. Todestag), die prägende österreichische Organisten-Persönlichkeit Anton Heiller und der polnisch-deutsche Komponist Jan Janca (80. Geburtstag) zu „Wort“.
Melissa Dermastia, seit Jänner 2023 Domkapellmeisterin in Graz, ist auch preisgekrönte Organistin. An der Orgelanlage in der Basilika Maria Trost am 27. August erklangen unter dem Motto SALVE REGINA einmal mehr zwei weitere gewichtige Werke der Jahresregenten Heiller und Reger. Auch “Bach, Anfang und Ende aller Musik” (Zitat Max Reger) durfte nicht fehlen.
Den Abschluss der Konzertreihe 2023 bildete der bunte Abend ORGEL PLUS am 3. September in der bis auf den letzten Platz besetzten Leechkirche. Domorganist Christian Iwan und die Capella Ferdinandea unter der Leitung von Domkapellmeisterin Melissa Dermastia musizierten Werke für Orgel solo, Orgel und Trompete, Orgel und Violine und - ganz zum Schluss - alle zusammen, d.h. Orgel und kleines Orchester.

Christian Iwan geboren 1974; erster Orgelunterricht bei Franz Graf in Eisenstadt; Studium an der Wiener Musikuniversität; Orgel bei Wolfgang Capek, Herbert Tachezi und Guido Mayer, Klavier bei Christiane Karajev, Cembalo bei Wolfgang Glüxam, sowie Kirchenmusik, Diplome mit Auszeichung.
Meisterkurse bei Ludger Lohmann und Michael Radulescu. Preisträger beim Orgelwettbewerb der ION Nürnberg 2004; 1. Preis beim 3. Internationalen Orgelwettbewerb in Erfurt 2005. 1999 bis 2009 Domorganist und Referent für Kirchenmusik in der Diözese Eisenstadt. Seit 2009 ist er Domorganist in Graz. Senior Lecturer für Generalbass und Orgelimprovisation an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz.
Zusätzlich zu den vielfältigen Aufgaben in Liturgie und Konzert am Grazer Dom übt Christian Iwan eine rege internationale Konzerttätigkeit aus. Seit 2022 ist er auch Orgelrefent der Diözese Graz-Seckau

Ludger Lohmann
Als einer der renommiertesten Orgelvirtuosen und Orgelpädagogen hat Ludger Lohmann nachhaltigen Einfluss auf die Orgelkultur genommen. Seine Konzerttätigkeit, die ihn in viele Kirchen, Kathedralen und Konzertsäle der Welt geführt hat, begann mit Auszeichnungen bei mehreren bedeutenden internationalen Wettbewerben, darunter der ARD-Wettbewerb München 1979 und der Grand Prix de Chartres 1982.
1954 in Herne geboren, studierte er an der Musikhochschule Köln Orgel bei Wolfgang Stockmeier und Cembalo bei Hugo Ruf. Während er an der Kölner Universität eine musikwissenschaftliche Dissertation über „Die Artikulation auf den Tasteninstrumenten des 16.-18. Jahrhunderts“ erarbeitete, nahm er wichtige künstlerische Impulse von Anton Heiller in Wien und Marie-Claire Alain in Paris auf. Die Verpflichtung gegenüber diesem künstlerischen Erbe war für ihn die Motivation, eigene pädagogische Arbeit gleichberechtigt neben seine Konzerttätigkeit zu stellen. So hat er in über 40 Jahren, zunächst an der Kölner, ab 1983 als Professor an der Stuttgarter Musikhochschule, zahlreiche junge Organisten und Organistinnen aus aller Welt ausgebildet, von denen heute viele selbst konzertierend und lehrend fruchtbare Arbeit leisten. Ein zentrales Anliegen war dabei immer das Streben nach einer an stilistischen Konventionen ihrer Entstehungszeit orientierten Interpretation musikalischer Werke, ausgehend von den in seiner Dissertation, die zum Standardwerk wurde, niedergelegten Erkenntnissen, welche später in zahlreichen Publikationen zum 19. und 20. Jahrhundert erweitert wurden. Musikalisch sind sie in vielen CD-Produktionen dokumentiert.
Seine künstlerische und pädagogische Ausstrahlung hat Ludger Lohmann als Gastprofessor, Dozent zahlloser masterclasses und Juror in vielen Wettbewerben durch die Welt geführt. Als Wissenschaftler war er dem großen Orgelforschungsprojekt GOArt der Universität Göteborg verbunden. Als Sachverständiger hat er wichtige Orgelbau- und Restaurierungsprojekte in mehreren Ländern begleitet. In Anerkennung seiner vielfältigen Tätigkeit hat ihn das britische Royal College of Organists als ersten mit seiner Ehrenmedaille ausgezeichnet. 2023 erhält er den „Preis der Europäischen Kirchenmusik“.