Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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1. Das Wort Gottes, das wir eben gehört haben (Lesung: Am 9,11–15; Ev: Evangelium: Mt 8,14–17) - und es wird heute rund um die Welt verkündet -, ist - wie sehr oft - eines, das auf den ersten Blick nicht ins Leben, das wir heute und hier feiern, zu passen scheint. Dennoch möchte ich versuchen, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, gerade weil wir zu einem Dankfest zusammengekommen sind.
2. Ein erster von zwei Gedanken: Jesus redet vielfach, der Einfachheit halber, in Bildern aus seiner Zeit. So auch heute: "Neuer Wein gehört in neue Schläuche." Das war damals ein gängiges Bild. Wir werden heute ein neues Einsatzfahrzeug für das Grüne Kreuz segnen. Ich bin sicher, dass sich diese Fahrzeuge extrem geändert haben, wenn man die knapp 100 Jahre des Krankentransportwesens überblickt. M.a.W.: Als Rettungsorganisation gilt es, immer am Puls der Zeit zu sein, um den Menschen, für die man sich einsetzt, entsprechend gut dienen zu können. Also braucht es ein neues Fahrzeug für neue Anforderungen, die Sie alle übernehmen. So möchte ich Ihnen, die sich beim Grünen Kreuz für andere - ehren- oder auch hauptamtlich - einsetzen, "Vergelt's Gott!" sagen dafür, dass sie sich um Menschen in verschiedenen Not-situationen bemühen oder auch schulen, wie Hilfe geleistet werden kann. Auf Ihrer Homepage bringen Sie all dies mit einem einfachen Satz zum Ausdruck: "Die Mitgliedsbetriebe des Grünen Kreuzes Stei-ermark sind seit über 95 Jahren - unter dem weiß-grünen Markenzeichen - zum Wohle der SteirerInnen im Einsatz. Bei uns trifft Tradition auf High-Tech-Lösungen." Meine Bitte angesichts des heutigen Evan-geliums ist: Passen Sie Ihren Dienst immer wieder an die Gegebenheiten der Zeit an und scheuen Sie Sich nicht, neue Wege zu gehen!
3. Der zuvor gehörte Abschnitt aus dem Buch Amos in der Lesung des Alten Testaments lässt uns in eine Zeit blicken, die uns noch fremder erscheint: Amos ruft als Prophet, der für Gott steht, die lebensnot-wendige Verbindung zu Gott immer wieder den Menschen im damaligen Nordreich Israel in Erinnerung. Man lebte damals recht gut, Irdisches und sogar andere Götter zogen die Menschen mehr in den Bann als die Beziehung zu Gott. Man könnte fast meinen, es ist ähnlich wie heute. Amos Botschaft macht hinge-gen deutlich: Wenn Ihr mit dem einen Gott lebt, dann werden auch Trümmer erneuert werden, wird Zer-störung geheilt und Verwüstetes wiederhergestellt werden. Alles, so die Botschaft der Propheten damals, hängt letztlich von der gelebten Beziehung zu Gott ab. - Wenn Sie Sich beim Grünen Kreuz immer wie-der engagieren, Menschen beizustehen in ihren Nöten und damit Hilfe leisten, damit sie gesund und "heil" werden, geben Sie Zeugnis für Nächstenliebe, ja für die Gegenwart Gottes - der auf ewig mit uns ist. Sich für andere und deren Gesundheit einzusetzen, ist immer auch als Dienst an Gott zu interpretie-ren. Eine gute Gesundheit ist ein Ausdruck bzw. ein Bild dafür, dass wir in den Augen Gottes zum Heil berufen sind. So wie eben auch Krankheit verstanden werden kann als Situation, die uns die Beziehung zu Gott in Erinnerung ruft - ich denke da etwa an das Sprichwort "Not lehrt beten". - Mit Ihrem Tun leis-ten Sie im Grünen Kreuz einen Beitrag dazu, dass dem Wunsch Gottes nach Heil und Heilung entspro-chen wird, dass unser Menschsein eingebettet ist in ein lebendiges Beziehungsgeschehen, das von Gott her kommt und auf IHN hin ausgerichtet ist.
4. Sagen wir daher "Danke!" oder eben griechisch: "efcharistò!", wenn wir jetzt Eucharistie feiern. In Je-sus nämlich wird uns die innerste Dimension unseres Dankes aufgeschlüsselt, da er als Mensch ganz und gar sowohl mit uns Menschen als auch mit Gott verbunden war. Er machte den Menschen damals Gottes liebende Nähe erfahrbar – und er macht dies heute noch, immer und überall, zwar nicht mehr persönlich, aber durch gute Menschen wie etwa durch Sie beim Grünen Kreuz. "Vergelt's Gott!" für Ihren Einsatz und Ihr Engagement!