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Für die VinziWerke findet mit der Widereröffnung des VinziNest eines der herausforderndsten Projekte seit dem Bestehen der Organisation einen Abschluss. Alle Unterstützer:innen, die die Generalsanierung ermöglicht haben, wurden zu einer kleinen Feier eingeladen. Nun gilt es, die VinziWerke langfristig abzusichern.
Die Bausubstanz der VinziNest-Gebäude wurde über die Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen. Noch unter der Federführung von VinziWerke-Gründer Pfarrer Wolfgang Pucher trafen die VinziWerke 2022 daher die Entscheidung, die Einrichtung einer Generalsanierung zu unterziehen. Denn die Schlafplätze werden nach wie vor dringend gebraucht. Das Projekt wurde in den Jahren 2024 bis 2026 durchgeführt, die reinen Bauarbeiten dauerten rund 1,5 Jahre. In dieser Zeit zogen das VinziNest und VinziSchutz in ein Übergansquartier in Liebenau.
„In über 30 Jahren Betrieb wurden nur kleinere und notwendige Renovierungsmaßnahmen in den Notschlafstellen vorgenommen. Dass eine Kernsanierung dringend notwendig war um die Gebäude vor dem Verfall zu bewahren, war unumstritten. Die VinziWerke hat dieses umfassende Projekt dennoch an den Rand der Kapazitäten gebracht.
Ohne der signifikanten Beiträge von Land Steiermark, Stadt Graz, der Diözese Graz-Seckau sowie unserer Sponsor:innen hätten wir diese Maßnahmen nicht unternehmen können. Im Namen aller Menschen, die auch künftig einen sicheren und warmen Schlafplatz erhalten werden, möchte ich allen Beteiligten von Herzen danken“, unterstreicht VinziWerke-Obfrau Martina Schröck.
Der Großteil der Finanzierung konnte durch Förderungen des Landes Steiermark (600.000 Euro), der Stadt Graz (400.000 Euro) und der Diözese Graz-Seckau (500.000 Euro) gesichert werden. Darüber hinaus wurden umfassende Sanierungs-Förderungen abgerufen: Landesförderung Umfassende Sanierung (571.000 Euro), Umweltsanierung über das Programm „NextGenerationEU“ (274.000 Euro). Weitere 400.000 Euro wurden aus den Rücklagen der VinziWerke aufgebracht. Der restliche Betrag konnte durch Sponsorings, mit der Holding Graz als Hauptsponsorin (90.000 Euro), und Spenden aufgestellt werden.
Doch eine mangelhafte Bausubstanz, höhere und unerwartete Kosten haben das Projektbudget um einen schmerzhaften Betrag überschritten: Anstatt des zuletzt angenommenen Budgets in der Höhe von 2,9 Millionen Euro summieren sich die Kosten auf zumindest 3,8 Millionen Euro. „Damit sind nun auch die letzten unserer Reserven verbraucht und wir brauchen die Unterstützung von Spender:innen mehr denn je. Ich möchte diesen Anlass auch nutzen um alle Menschen zu bitten uns weiterhin zu unterstützen, damit wir die VinziWerke langfristig absichern können“, appelliert Martina Schröck.
Ein barrierefreier Zugang im Erdgeschoß, bessere Luftqualität durch eine zentrale Belüftungsanlage, ausreichend Nasszellen, Bodenheizung und neue Aufenthaltsräume zählen zu den Vorteilen, die für die VinziNest- und VinziSchutz-Bewohner:innen nun geschaffen wurden. Darüber hinaus musste vor allem bei der Bausubstanz, bei Elektroleitungen und Installationen und dem Dach nachgebessert werden: „Endlich können wir mit dem VinziNest eine Notschlafstelle anbieten, die den heutigen Standards entspricht und zumindest ein kleines Maß an Komfort für wohnungs- und obdachlose Menschen bietet“, freut sich VinziNest-Leiter Ingo Sommer.
Als Notschlafstelle für Armutsmigranten stellt das VinziNest seit 1992 eine Institution der Grazer Wohnungslosenhilfe dar. Zusammen mit dem VinziSchutz, dem Pendent für Frauen, kann es im Winter bis zu 120 Menschen täglich beherbergen. So kommen die Einrichtungen zusammen auf 16.000 bis 18.000 Nächtigungen im Jahr. Hinter den Zahlen stecken oft tragische menschliche Schicksale, die von gesundheitlichen und psychischen Erkrankungen, Diskriminierung und vererbter Armut geprägt sind.
Spendenkonto: AT34 2081 5022 0040 6888
Kontowortlaut: VinziWerke Österreich