Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

Als Erzbischof von Wien will Josef Grünwidl "Seelsorger, Brückenbauer, Teamplayer" sein und mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen. Das hat der 62-jährige Priester im Vorfeld der Bischofsweihe am Samstag, 24. Jänner 2026, im Wiener Stephansdom betont. Grünwidl zitierte eingangs den hl. Augustinus und dessen Reflexionen über das Bischofsamt: "Wenn das, was ich für euch bin, mich erschreckt, gibt mir das, was ich mit euch bin, Zuversicht. Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ."
Der designierte Erzbischof räumte freimütig ein, dass er anfangs erschrocken gewesen sei, als er erfahren habe, ernsthaft als Erzbischof-Kandidat erwogen zu werden: "Ich habe im Juni 2024 erfahren, dass ich auf der Liste stehe und dass Kardinal Christoph Schönborn daran denkt, mich als seinen Nachfolger zu sehen." Er habe lange gebraucht, um sich mit dieser Aufgabe auseinanderzusetzen und schließlich "aus vollem Herzen ja zu sagen". Doch wenn sogar der hl. Augustinus vor dem Bischofsamt erschrocken sei, dann dürfe auch er vor diesem großen Amt Respekt haben. Nun komme zum Respekt aber die Zuversicht.
Er gehe dem Tag der Weihe in großer Dankbarkeit und mit Freude und Hoffnung entgegen, so Grünwidl. Er wolle die aktuellen Probleme der Kirche nicht kleinreden, aber "ich definiere die Kirche nicht in erster Linie über Probleme, Defizite, über Statistiken und Strukturen, sondern über die biblische Verheißung. Und die besagt: Wir sind Volk Gottes. Auch wenn sich die vertraute Gestalt der Kirchen gerade dramatisch ändert, wird es mit unserer Kirche gut weitergehen". Nachsatz: "Allerdings ganz anders als wir es gewohnt sind." Diese Hoffnung leite ihn mehr als der Blick auf Zahlen, Statistiken und Umfragen.
Die Grundbotschaft der Kirchen laute: "Mensch, du bist geliebt, und aus dieser Zusage heraus kannst auch du Liebe weiterschenken und die Welt verändern." Diese Botschaft zu den Menschen zu bringen, sei der Auftrag der Kirche, "und dazu möchte ich als neuer Erzbischof in Wien auch meinen Beitrag leisten". Grünwidl plädierte auch für einen verstärkten Blick auf die Weltkirche. Man sei oft sehr mit eigenen Problemen beschäftigt, insofern sei es gut, auch über diesen Horizont hinauszuschauen und sich bewusst zu machen: "Wir leben in einer Weltkirche, die sehr bunt ist, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs ist und es in Teilen der Erde ganz andere Fragen und Probleme gibt als bei uns in Mitteleuropa." Die Buntheit und Vielfalt mache die Weltkirche zugleich lebendig und herausfordernd.
Der designierte Erzbischof ist dafür, den Priestern den Zölibat freizustellen. Die Beispiele von verheirateten Priestern in Geschwisterkirche und auch in den katholischen Ostkirchen zeigten, dass dies möglich sei "und hier sollten wir überlegen, ob es hier eine Änderung geben kann", so Grünwidl. Ebenso würde er die Öffnung des Diakonats für Frauen für einen möglichen und guten Schritt halten. "Das wird zurzeit weltkirchlich auch theologisch heftig diskutiert und ich hoffe, dass es hier Änderungen gibt." Allerdings - diese Themen seien nicht die zentralen Fragen für die Kirche. Wichtiger sei: "Wie können wir die Botschaft vom biblischen Gott heute glaubwürdig den Menschen vermitteln?"
Quelle: Kathpress
Josef Grünwidl wird am Samstag, 24. Jänner 2026, von Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Franz Lackner im Wiener Stephansdom zum 33. Wiener Erzbischof geweiht. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Weihbischof Johannes Freitag werden vor Ort mitfeiern.
Angekündigt haben sich alle weiteren österreichischen Bischöfe, der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, Stanislav Pribyl (Bischof von Leitmeritz/Litomerice), der Passauer Bischof Stefan Oster (Passau ist die Mutterdiözese von Wien) sowie die Bischöfe der vier Partnerdiözesen der Erzdiözese Wien: Pavel Kozbul (Brünn/Tschechien), Gustavo Adolfo Rosales (San Jacinto/Ecuador) John Mbinda (Lodwar/Kenia), Dave Dean Capucao (Infanta/Philippinen). Ebenso mitfeiern werden Großerzbischof Claudiu-Lucian Pop (Rumänisch-katholische Kirche), Großerzbischof Fülöp Kocsis (Ungarisch-katholische Kirche) und Metropolit Jonas Jozef Maxim (Griechisch-katholische Kirche in der Slowakei), der armenisch-apostolischen Bischof Tiran Petrosyan, der orthodoxen Metropoliten Arsenios Kardamakis und viele weitere geistliche Würdenträger.
Die Politik ist u.a. durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vertreten.
Die Feier wird live auf ORF2 bzw. vom Wiener Diözesansender "radio klassik Stephansdom" und von Radio Maria übertragen.
Als "Zeichen der Freude über die Amtseinführung" läuten am 24. Jänner von 13.45 bis 13.55 Uhr die Glocken in der gesamten Erzdiözese Wien; kirchliche Gebäude werden am 24. und 25. Jänner weiß-gelb beflaggt.
Da an der Bischofsweihe nur rund 3.000 Personen persönlich teilnehmen können, wird es im Südvikariat (Industrieviertel) und im Nordvikariat (Weinviertel) der Erzdiözese Wien noch zwei Einstandsgottesdienste geben: Am Freitag, 13. Februar, findet um 17 Uhr eine Festmesse im Dom in Wiener Neustadt statt, am Samstag, 14. Februar, gibt es einen Festgottesdienst um 14.30 Uhr in Wullersdorf, der Heimatgemeinde von Josef Grünwidl.