Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Im März dieses Jahres ging der diözesane TikTok Account „pov.jesus“ online, der auch auf Instagram unter demselben Namen zu finden ist. Eines der Hauptziele bei der Gründung des Kanals war es, junge Leute (14-25 Jahre), aber auch jene zu erreichen, die kaum Berührungspunkte mit den Themen Glauben und Kirche haben. Auf Plattformen wie TikTok kann man religiöse Inhalte für junge Menschen leicht und einfach verständlich darstellen und ihnen auf Augenhöhe begegnen.
Pastoralreferentin und Religionsprofessorin Anja Asel, Ideengeberin für diesen Kanal, weist darauf hin, dass mit diesem Account im Sinne des Zukunftsbildes der Katholischen Kirche Steiermark gehandelt wird: Wir gehen vom Leben der Menschen aus.
Zusammen mit der Social Media Agentur KFM Marketing werden in regelmäßigen Abständen kurze Videoclips vorgedreht, die in einem Intervall von ein bis zwei Videos pro Woche gepostet werden. Die Inhalte, die gemeinsam mit der Zielgruppe ausgearbeitet werden, orientieren sich an Glaubensthemen wie zum Beispiel Feiertagen und werden mit aktuellen TikTok-Trends kombiniert. Protagonisten sind bisher der 16-jährige Tobias, drei Ordensschwestern und ein pensionierter Pfarrer – so bekommt die Katholische Kirche Steiermark nach außen ein Gesicht und wirkt nahbarer. Aufgelockert wird der Feed mit Straßenumfragen, bei denen Passant:innen zu verschiedenen religiösen Themen befragt werden.
Der Account auf TikTok zählt nunmehr 3.036 Follower:innen und 39.200 Likes – im Schnitt werden die Videos zwischen 2.000 und 250.000 Mal aufgerufen. Auf Instagram folgen dem Account aktiv 5.075 Menschen – die Aufrufe sind sogar noch höher als auf TikTok und liegen im Schnitt bei 2.000 bis 1,6 Millionen pro Video. Die Erfolge kommen dabei rein organisch zustande, also ohne jegliche finanzielle Bewerbungsform.
Auch Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl äußert sich positiv zu pov.jesus: „Wir gehen vom Leben der Menschen aus, heißt es in unserem Zukunftsbild. Wir möchten dies leben. Viel Begegnung geschieht heute nicht mehr nur in Persona, sondern auch auf den unterschiedlichen Kanälen der sogenannten 'Sozialen Medien'. Dies gilt es ernst zu nehmen – ob es uns gefällt oder nicht. Der TikTok-Kanal versucht, Inhalte unseres kirchlichen Lebens dort zu vermitteln, wo die Menschen sind“, so Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.
Seit kurzem gibt es nun eine Inhalts- und Steuerungsgruppe. In der Inhaltsgruppe werden von mehreren diözesanen Mitarbeiter:innen in Abstimmung mit der Agentur gemeinsame Ideen für künftige Videos und Drehtage ausgearbeitet, in der Steuerungsgruppe wird versucht, sich bezüglich des Projekts strategisch zu beraten und sowohl für kircheninterne als auch von außen kommende Fragen zur Verfügung zu stehen. Rückmeldungen von außen sind bisher ausschließlich positiv konnotiert. Das "Zugpferd" ist dabei vor allem der Überraschungseffekt, dass die Katholische Kirche Steiermark auf TikTok auftritt.
TikTok ist ein Videoportal für sehr kurze Videoclips, welches zusätzlich auch Funktionen eines sozialen Netzwerks bietet. Die Nutzung ist kostenlos und vor allem bei jungen Menschen sehr beliebt. Durch die Pandemie hat die Plattform an Beliebtheit zugenommen und ist nun auch bei älteren Generationen angekommen.
Die in Sozialen Medien häufig gebräuchte Abkürzung "pov" steht für "point of view" - was man als "Sichtweise" oder "Standpunkt" übersetzen kann.
Steiermark Koordinatorin Mila Colina im Interview über den Kanal pov:jesus.