Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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In Zeiten multipler Krisen zusammenzustehen - dazu haben Österreichs Bischöfe die österreichische Bevölkerung aufgerufen. Herausforderungen wie Klimaerwärmung, Pandemie, Energiekrise, Teuerung und Migrationskrise seien nur durch Zusammenhalt zu bewältigen. In einer Erklärung im Anschluss an ihre Herbstvollversammlung von 7. bis 10. November im Stift Michaelbeuern sprach sich die Bischofskonferenz auch dafür aus, aus der Geschichte zu lernen: "Österreich hat gerade in den letzten hundert Jahren leidvoll erfahren müssen, in welche Abgründe eine verhetzte und verfeindete Gesellschaft abstürzen und was durch Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit gemeinsam erreicht werden kann."
Zum Beginn des Kirchenjahres mit dem Advent legen die Bischöfe allen Menschen Haltungen wie Mitgefühl und Solidarität, Zuversicht und Gottvertrauen ans Herz. Dazu gibt es ein Hirtenwort der Bischöfe unter dem aus dem biblischen Buch Jesaja entnommenen Titel "Werft eure Zuversicht nicht weg!", in dem für die genannten Haltungen angesprochen sind.
Eine Mahnung richteten die Bischöfe in ihrer Erklärung an die heimische Politik: Die Enthüllungen und Vorgänge in der letzten Zeit hätten zu einem demokratiegefährdenden Vertrauensverlust geführt. "Die weit verbreitete Skepsis verdunkelt das redliche und leider oft unbedankte Bemühen so vieler in der Politik und ihren Einsatz für die Menschen in unserem Land", bedauerten die Bischöfe. Und sie erinnerten an einen "ethischen Grundsatz, der für alle gilt, die politische Verantwortung tragen: Jedes öffentliche Amt steht im Dienst des Gemeinwohls".
Zusammenhalt in Österreich forderte die Bischofserklärung in Bezug auf den "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine", auf die sich darauf ergebende Fluchtbewegung aus dem Kriegsgebiet und anderen Krisenregionen sowie auf die aktuelle Rekordinflation.
Die Bischöfe äußerten Sorge über die "verwerfliche Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen" durch Russland, wandten sich gegen Angriffe auf zivile Ziele und die Zivilbevölkerung als schwere Kriegsverbrechen und bekannten sich zu den verhängten Sanktionen gegen den Aggressor als ein "Mittel, um sich gegen schweres Unrecht zu wehren". Dieser "wichtige Akt der Solidarität mit der Ukraine" sei mit Kosten verbunden - "aber ihr Mangel noch viel mehr". Zu verurteilen sei jeder Versuch, im Namen der Religion militärische Aggression, Krieg und Gewalt zu rechtfertigen: "Wer so handelt, versündigt sich gegen Gott und die Menschen."
Die Hilfe für die Opfer des Krieges in der Ukraine sei hierzulande dankenswerterweise groß und dürfe gerade angesichts des nahenden Winters nicht nachlassen, so die Bischöfe weiter. Da vielen Geflohenen wegen des Krieges eine baldige Heimkehr nicht möglich sein werde, müssten deren Integration forciert werden - vorrangig auf dem Arbeitsmarkt.
Zur zuletzt in Österreich heiß diskutierten Unterbringungskrise mit Zeltstädten für Asylsuchende aus anderen Krisenregionen hielten die Bischöfe kritisch fest: "Diese wäre vermeidbar gewesen." Es müssten alle zuständigen Stellen zusammenarbeiten und könnten dabei wie bisher auf kirchliche und anderen Hilfseinrichtungen der Zivilgesellschaft zurückgreifen.
Die zuletzt stark gestiegenen Energiekosten und massive Teuerung lasse die Not auch in Österreich signifikant steigen, warnten die Bischöfe. Das einkommensärmste Drittel der Haushalte drohe in Armut abzurutschen. Die von der Regierung beschlossene Valorisierung der Sozial- und Familienleistungen sei zwar "ein echter Fortschritt", es werde aber weitere Maßnahmen brauchen, um besonders Betroffene zu entlasten. Auch hier ein Solidaritätsappell der Bischofskonferenz: "Wenn alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte an einem Strang ziehen, wird Österreich auch diese Krise gemeinsam bewältigen können."
Die Kirche selbst sei um Linderung der Nöte bemüht, verwiesen die Bischöfe auf zahlreiche Initiativen von Caritas und anderen Einrichtungen wie Lebensmittelausgabestellen, Wärmestuben, Besuchsdienste, Telefonseelsorge, Pfarrcaritas. Dazu die Ankündigung: "Damit den jetzt von der Teuerung akut Gefährdeten rasch geholfen werden kann, stellt die Bischofskonferenz als Sofortmaßnahme über die Diözesen zusätzlich eine Million Euro für gezielte Hilfe der Caritas zur Verfügung." Ausgebaut werden solle auch die Hilfe durch sogenannte Sozialpatinnen und Sozialpaten - geschulte Freiwillige, die an der Schnittstelle von Pfarren und Einrichtungen der Caritas eingesetzt werden.
(Quelle: Kathpress)
"Wer zuversichtlich lebt, hat einen klaren Blick auf den Ernst einer Situation, lässt sich aber nicht davon lähmen. Zuversicht gibt Mut zum Handeln und wirkt ansteckend auf andere": Mit diesen Worten ermutigen die Bischöfe im erwähnten Hirtenwort "Werft eure Zuversicht nicht weg!" die Menschen in Österreich in einer Zeit vieler Krisen. Nicht wenige fühlten sich aktuell "überfordert und reagieren darauf mit Resignation oder Aggression". In dieser Situation seien Einfühlung und Solidarität, Zuversicht und Gottvertrauen als Halt gebende Tugenden gefragt.