Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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„Die Herausforderungen sind groß im Lehramt Religion“, bringt Andrea Seel, Direktorin der Privaten Pädagogischen Hochschule (PPH) Augustinum, bei der Eröffnungsdiskussion auf den Punkt, warum die gemeinsame Tagung sinnvoll ist. Sie benennt die seit 2015 gültige Form der Ausbildung von Lehrer:innen, wonach diese seither ein Zweitfach belegen müssen. „Der Vorteil ist, dass sich seither mehr Menschen interessieren“, so die Direktorin. Dem gegenüber stehe, dass die AbsolventInnen auch im Zweitfach unterrichten können. Wenn dann, wie der evangelische Superintendentialkurator Michael Axmann betont, die evangelische Kirche in manchen Regionen keinen eigenen Religionsunterricht anbieten könne und zudem eine Pensionierungswelle bei den Religionslehrer:innen komme, müsse man Überlegungen anstellen.
Mit derlei Gedanken beschäftigt sich auch die steirische Bildungsdirektion, denn „der Personalnotstand in der Bildungslandschaft ist evident“, so die steirische Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner. Gleichzeitig bricht sie eine Lanze für den Religionsunterricht: Religion sei jenes Fach, in dem man ohne Druck und Stress diskutieren oder feiern könne. Für viele Schüler:innen sei Religion ein Anker – ebenso wie für viele Erwachsene, denen die kirchlichen Feiern im Jahreslauf Struktur geben. „Religion hat noch immer einen hohen Stellenwert“, ist sie überzeugt.
Superintendentialkurator Axmann verweist auf die gute, ökumenische Zusammenarbeit zwischen katholischer und evangelischer Kirche – etwa in Form eines gemeinsamen Religionsunterrichtes dort, wo es zu wenig Lehrpersonal gebe, und ein über Jahrzehnte gewachsenes Vertrauen. Man könne sich aufeinander verlassen. „Die Vision ist, diese Zusammenarbeit auf interreligiöser Ebene zu erweitern“, so Axmann. Beim Religionsunterricht hofft er darauf, dass die SchülerInnen dort so mit dem Glauben berührt werden, dass sie selbst nach einer pubertären Pause wieder dorthin zurückfinden; spätestens, wenn sie selber Kinder haben.
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl – er ist gleichzeitig Referatsbischof für Bildung in der Österreichischen Bischofskonferenz – wurde nach Religion und Religionsunterricht im 23. Jahrhundert gefragt. „In der Zukunft wird vieles anders sein, anders als wir das heute wissen können, aber ich mache mir keine Sorgen“, so der steirische Bischof. Denn die großen Fragen für die Menschen werden dieselben sein: Wer bin ich? Woher komme ich? Was war vor dem Anfang und was ist das Ende? Die Religion werde auch im 23. Jahrhundert nach Antworten suchen. Der katholische Glauben werde auch im 23. Jahrhundert als weltumspannende Gemeinschaft Heimat für Millionen von Menschen sein. Und die Religion werde sich auch dann für die Schöpfung einsetzen, für den Frieden, für eine plurale Gesellschaft. „Der Religionsunterricht wird weiter der Platz sein, an dem es ums Menschsein geht und nicht um Leistung“, so Bischof Wilhelm. Und er werde der Ort sein, an dem die Gemeinschaft zählt und nicht der Rückzug auf sich selbst, der derzeit so im Trend liege.
Von 18. bis 21. Oktober 2022 findet die erste gemeinsame Jahrestagung der österreichischen Fachinspektor:innen für den katholischen Religionsunterricht im steirischen Seggau statt. Bisher war es üblich, dass sich die Primarstufe (Volksschule) und Sekundarstufe (Höhere Schulen) gesondert austauschen.