Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Teuerungen im Lebensmittelhandel belasten seit Monaten private Haushalte, vor allem aber jene, die von Armut betroffen sind. Dennoch werden weiterhin Waren weggeworfen, die genießbar sind. In den VinziMärkten können damit Menschen versorgt werden, die sich einen Einkauf im regulären Supermarkt nicht mehr leisten können. Doch die Sachspenden nehmen ab.
521.000 Tonnen an genießbaren Lebensmitteln werden jährlich von österreichischen Privathaushalten weggeworfen. Angesichts der Teuerungen, die seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs auch maßgeblich den Lebensmittelhandel betreffen, beobachten die VinziWerke diese Schieflage mit Sorge.
In den 10 VinziMärkten in der Steiermark, Niederösterreich und Wien können genau jene Waren, die ansonsten im Abfall landen, an Menschen in Not weitergegeben werden. Zu maximal 30 Prozent des normalen Kaufpreises werden sie hier verkauft.
Amrita Böker, Koordinatorin der VinziWerke, berichtet: „Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 bemerken wir eine gestiegene Nachfrage, die sich zunächst auf Graz konzentrierte. Nach zwei Jahren Krisenzustand können wir eine eindeutige Entwicklung in allen VinziMärkten festhalten. Wir sprechen von einer Zunahme der Kund:innen von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“
Konkret besuchen täglich rund 500 Kund:innen die österreichischen VinziMärkte, im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von 30 Prozent. Die Stammkundschaft ist um 20 Prozent auf rund 7.400 Personen gewachsen, die regelmäßig einen der VinziMärkte aufsuchen.
Pro Tag werden rund 10 Tonnen an Lebensmitteln und anderen Waren an die VinziMärkte gespendet. Im Vergleich zur gestiegenen Nachfrage hat diese Zahl nur marginal zugenommen. Vor allem in den letzten Monaten beobachten die Leiter:innen der VinziMärkte, dass Spenden nachlassen, da auch Supermärkte ihren Einkauf sparsamer kalkulieren. Gleichzeitig werden die vorhandenen, überschüssigen Lebensmittel an eine gestiegene Anzahl von Anbieter:innen verteilt – etwa Apps, die sich der Lebensmittelrettung verschrieben haben.
„Grundsätzlich gibt es genügend Lebensmittel für alle in Österreich lebenden Menschen. Da dennoch weiterhin Waren weggeworfen werden, freuen wir uns sehr über Initiativen, die sich ihrer Rettung widmen. Es gilt, dabei Synergien zu schaffen, damit auch wir weiterhin alle Menschen versorgen können, die uns ganz dringend brauchen“, appelliert Amrita Böker abschließend.
„Wir freuen uns jederzeit auf einen konstruktiven Austausch mit Vertreter:innen von Initiativen, dem Handel und auch der öffentlichen Hand, um gemeinsam Lösungen zu finden. Angesichts der gestiegenen Not bitte ich um die Solidarität aller Menschen mit jenen unter uns, die sich das tägliche Leben nicht mehr leisten können.“
Die VinziWerke sind 1990 aus der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg entstanden, die sich um jene Menschen kümmert, die aus der Bahn geraten sind und deshalb in Armut leben.
In den mittlerweile 40 Institutionen der VinziWerke in der Steiermark, Wien und Salzburg finden täglich bis zu 450 Personen Unterkunft und 1.700 Personen werden mit Essen und Lebensmitteln versorgt. Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg ist eine von 146 Vinzenzgemeinschaften in Österreich, weltweit sind es 50.000 in 148 Ländern.
Die Vinzenzgemeinschaften sind Gruppen, die selbständig und unabhängig voneinander auf Basis der Ehrenamtlichkeit bemüht sind, Armen das Leben zu erleichtern bzw. sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern.