Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Zwei langjährige Projektpartner der KMB Steiermark erhielten heuer, am 21. November im Veranstaltungszentrum Fernitz, den an Erzbischof Oscar Romero erinnernden Menschenrechtspreis. Der Festakt im übervollen Pfarrsaal von Fernitz stand unter dem Titel „Entwicklung² = Solidarität² + Gerechtigkeit²“ Die beiden Preisträger, so erläuterte der steirische KMB-Vorsitzende Ernest Theußl, stünden exemplarisch für diese beiden Werte in der Gleichung: Sr. Veronica Petri, die in der tansanischen Diözese Morogoro das Medical Board leitet und 36 Krankenstationen betreut, für die Solidarität und der Franziskaner Fr. Anastácio Ribeiro, Mitbegründer der Landpastoral im brasilianischen Bundesstaat Paraiba, für die Gerechtigkeit.
In einem Filmporträt wurde Ribeiro als Symbolfigur für eine gerechtere Verteilung des Landes in Brasilien bezeichnet. Mit der CPT, der Kommission für Landpastoral, setzt er sich für eine Demokratisierung des Zugangs auf Land ein. Die Aktivisten der Landreformbewegung seien zu Schlüsselfiguren in Fragen der Menschenrechte geworden, schilderte der Priester, der auch Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung von Paraiba ist, in seiner Dankrede. Die Bewegung der Landpastoral habe wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung, Menschen organisieren sich in lokalen Gruppen, betreiben organische Landwirtschaft und würden eine Gegenkraft zu den Großkonzernen, den Monokulturen und der Landflucht bilden. Wichtig sei dabei der rechtliche Beistand, den die CPT geben könne, denn an die Stelle der „pistoleiros“ der Großgrundbesitzer seien nun Heere von Anwälten getreten. Dem einzelnen Kleinbauern würden sowohl die Mittel als auch die Sachbildung fehlen, um gegen diese etwas ausrichten zu können. Die CPT dokumentiere auch alle Fälle von gewaltsamen Übergriffen und mache sie publik.
Am Thema "Solidarität und Gerechtigkeit" dranbleiben
Sr. Veronica Petri, die zunächst Lehrerin war, bewegte die hohe Müttersterblichkeit in ihrer Umgebung zu einer Ausbildung als Krankenschwester und Hebamme, die sie in Deutschland absolvierte, und zum Eintritt in den Orden des unbefleckten Herzens Mariens. Sie gründete Krankenstationen in vielen Dörfern der Diözese Morogoro, organisierte die Mutter-Kind-Betreuung und baute das „Medical Board“ auf, das all diese Stationen mit Medikamenten versorgt und die Mitarbeiterinnen betreut. Seit dem Jahr 2000 ist dir mittlerweile 80-jährige, unermüdlich tätige Schwester Koordinatorin für das Gesundheitswesen der Diözese Morogoro.
Leopold Wimmer, der Vorsitzende der KMB Österreichs, sieht im Romero-Preis, der seit 1981 vergeben wird, ein wichtiges Zeichen der Würdigung des Engagements in der Entwicklungszusammenarbeit. Die CPT könne auch für Männer in Österreich ein Anstoß zu mehr gesellschaftspolitischem Engagement sein: „Müssen wir uns nicht mehr zu Wort melden?“ Die KMB könne durch die Projekte der Spendenaktion „Sei so frei“ nicht alle Lücken stopfen, aber doch viel bewirken. Auch Generalvikar Heinrich Schnuderl, der als Vertreter der Diözese Graz-Seckau den Preis überreichte, schlug in die selbe Kerbe: „Es braucht Mut, sich für Menschen in Not einzusetzen, auch wenn es gesellschaftlich nicht ‚en vogue‘ ist“, und staatliche Entwicklungsausgaben gekürzt würden. Er dankte der KMB – aber auch der KFB und der Sternsingeraktion – dafür, „dass sie dranbleiben an diesem Thema“.