Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Und hier ist der Text zum Nachlesen:
Ich liebe diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein bisschen liegt noch der Duft des Festes in der Luft, aber nicht so beladen mit Erwartungen an Frieden und Harmonie wie vor Weihnachten. Jetzt ist alles kühler und entspannter. Der Blick geht zurück und nach vorn.
Das alte Jahr – es war kein leichtes - liegt wie ein Land hinter mir, das ich noch nicht ganz verlassen habe. Das neue liegt unbetreten vor mir. 3 Tage noch. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen und Vorschau zu halten.
Hinter mir: Begegnungen, Gespräche, Menschen, Verluste und Gewinne, Leer- und Irrläufe, Glück und Unglück, Gesundheit und Krankheit, Gelungenes und Vertanes, alles in allem: ein Jahr in meinem Leben.
Das Land vor mir? Neuland noch. Unbetretenes, wie frisch gefallener Schnee. Hoffnungen, Befürchtungen, offene Fragen.
Dag Hammarsjköld, der einstige UNO-Generalsekretär, hat zu Jahresbeginn immer in sein Tagebuch geschrieben:
Dem Alten: Dank! - Dem Neuen: Ja!
So will auch ich mich aufmachen, nicht zurückblicken mit Wehmut und Zorn, sondern dankbar sein – trotz allem – und offen bleiben für Neues…
Wir stehen am Ende dieses und vor Beginn eines neuen Jahres. Starke 2 Tage noch. Und die Spannung ist spürbar: zwischen der Hoffnung, dass alles gut wird, und den Ängsten, dass Schweres auf uns zukommen könnte.
Ich erinnere mich noch gut an eine Spruchkarte, die ich letzte Weihnachten erhielt: „Alles wird gut!“ Eine Hoffnung ist das schon. Alles soll gut werden! Ein neues Jahr beginnt. Da wünschen sich viele Menschen, dass die Sorgen unserer Welt irgendwie aufgehoben sein könnten.
Und diese Hoffnung ergreift zum Jahreswechsel auf wundersame Weise unsere ganze Gesellschaft, so verschieden wir auch sonst sind. Der Briefträger ruft mir zu: „Frohe Neues!“ Die junge Frau an der Kasse sagt: „Guten Rutsch auch!“ Die Mitarbeiterin verabschiedet sich fröhlich: „Auf eine Neues nächstes Jahr“.
Neu. Vorfreude. Neugier auch. Der Neubeginn als Chance. Wir dürfen gespannt sein, was kommt. Voller Hoffnung und Erwartung. Alles ist gut.
Für Euch soll 2026 jede Menge los sein:
Der Himmel wolkenlos, das Herz sorglos, das Glück wunschlos, der Schutzengel arbeitslos,
das Gemüt schwerelos, die Freude grenzenlos, die Liebe zweifellos, die Arbeit mühelos,
und die guten Zeiten endlos…
Noch 1 Tag. Und ein neues Jahr wartet auf uns!
Ein neues Jahr wartet auf uns. Machen wir uns auf, das Leben lockt.
Seien wir neugierig und geduldig zugleich.
Machen wir uns auf und nehmen wir einen Rucksack mit Sehnsucht mit, Hoffnung, eine Portion Vertrauen dazu, und vergessen wir unsere Träume nicht.
Gehen wir nicht zu schnell, damit wir nicht stolpern, mit viel Aufmerksamkeit für
die kleinen Dinge am Wegrand. Sie könnten sehr wichtig sein.
Suchen wir nicht den glatten asphaltierten Weg, wo alle gehen.
Der Steig daneben, vielleicht unbequem doch voller Überraschungen, führt oft direkter ins Ziel. Gehen wir Schritt für Schritt, ohne Hast voll Erwartung und seien wir uns gewiss, Christus geht mit. Gott ist bei uns.
Ein neues Jahr wartet auf uns. Von einer Ukrainerin habe ich gehört, was sie sich in ihrer Heimat am Neujahrsmorgen zurufen:
Gott schicke
den Tyrannen Läuse,
den Einsamen Hunde,
den Kindern Schmetterlinge,
den Frauen Nerze,
den Männern Wildschweine
- uns allen aber einen Adler,
der uns auf seinen Fittichen
zu IHM trägt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr 2026!
Ihr Theologe Walter Drexler