Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Und hier ist der Text zum Nachlesen:
Dezember.
Ein Wort wie ein Feiertag.
Eine Zeit mit besonderer Stimmung und Gestimmtheit:
Duft von Spätherbst und Winter, Zimt und Bratapfel, Glühwein und Kinderpunsch, Tannenreisig und Krippenheu, Wachskerzen und Weihrauch, Feuerwerk und Silvestersekt… Dezember.
Lichter am Kranz, Barbarazweige, Weihnachtskonzert, Lieder, Geschichten, Kinderfreude, helfen und teilen, Blüten der Hoffnung und Zuversicht….
Dezember. - Vielleicht mehr Erwartung als Erfüllung?
Vielleicht zu viel sinnentleerte Ritualisierung?
Ich weiß nicht. Liegt es nicht an einem jeden von uns, was wir aus diesem Monat machen?
Ich jedenfalls mache mir meinen Dezember.
Wie sieht er aus? Wie klingt er? Wie duftet er? Wie fühlt er sich an?
Will ich mich berühren lassen vom vielleicht erwärmenden, vom nachdenklichen, vom humorvollen?
Will ich mit ihm vielleicht neue Seiten in mir aufschlagen?
Will ich mich einlassen auf ihn, auf eine neue Beziehung zu ihm- zu meinem Dezember…?
Ich werde ja sehen….
Dezember. Mein Dezember. Dazu gehört auf alle Fälle der Advent. Dazu gehört auf alle Fälle der heutige Feiertag Maria Empfängnis.
Wie sie auch immer ihn verbracht haben – ob sie shoppen waren oder bewusst aufs Einkaufen verzichtet haben – ich wünsche mir für mich einen langsamen Advent.
Nichts vergeht so schnell wie der Advent. Kaum ist der 2. Adventsonntag vorbei, kommt schon der dritte und der vierte.
Die Adventsonntage rennen überhaupt, als ob sie Weihnachten gar nicht mehr erwarten könnten.
Wäre das nicht eine tolle Erfindung: der langsame Advent?
Da haben wir es gemütlich, da können wir tun, wozu wir schon lange nicht mehr gekommen sind und wir haben Zeit. So viel Zeit.
Das wäre was, so ein langsamer Advent. Schade, dass es ihn nicht zu kaufen gibt. Ich würde ihn jedem schenken, dem er davonrennt, der Advent!
Wie kam der Dezember eigentlich zu seinem Namen?
Da müssen wir in der Geschichte ganz schön weit zurückgehen.
Da tauchen Namen auf, wie „Düstermonat“ oder „Hartmonat“, die sich lange hielten.
Weit über das 16. Jahrhundert hinaus, in dem die offizielle Bezeichnung „Dezember“ eingeführt wurde. Das war Amtssprache, und wer beherrschte die schon, als noch kaum jemand lesen und schreiben konnte. „Wintermonat“ verstand hingegen jeder, auch „Schlachtmonat“ und selbstverständlich „Christmonat“.
Aber „Dezember“, ein lateinisches Wort?
Decem heißt „zehn“, was es nicht gerade leichter machte, schließlich ist dieser Monat ja der zwölfte im Jahr.
Der Name geht weit zurück, bis auf den altrömischen Kalender. In diesem „Mondkalender“ begann das Jahr mit dem März und endete mit dem Februar, deshalb war der Dezember der zehnte Monat.
Übrigens: In Skandinavien, wo sich mittelalterliche Gebräuche lange hielten, heißt Weihnachten „Jul“.
Beim Julklapp verulkt man das Schenken, indem man die Gaben überdimensional verpackt und ein kleines Zettelchen mit passendem Spruch beilegt, nach dem Motto: „Was ich dir schon immer mal sagen wollte.“
Und das wollte ich Ihnen heute sagen.
Heute möchte ich über die Dezember-Menschen zu sprechen kommen.
Wer sind die? Jene, die im Dezember geboren sind.
Es mag erstaunen: Die im tiefsten Dunkel Geborenen sind Kinder des Lichts! Sie tragen ihr Herz am rechten Fleck, sind zuversichtlich und fröhlich. Selbst wenn sie eher ruhig wirken, in ihrem Inneren brodelt es vor Vitalität und Optimismus, kurzum: Dezember – Menschen strahlen von innen heraus.
So verwunderlich ist das wiederum nicht, schaut man sich den Monat nur richtig an. Wer im Advent das Licht der Welt erblickt, der erlebt eine Zeit der Vorfreude, eine festliche Zeit, die nichts und niemanden außen verlässt. Es ist kein Wunder, dass die Kinder dieses Monats gesellig sind, viele gute Freunde haben und Feindschaften erst gar nicht aufkommen lassen. Schließlich ist der Dezember vom Fest der Liebe bestimmt. Seit Jahrhunderten kommen die Menschen in der dunklen Zeit zusammen, egal welchen Glauben sie haben. Es wird erzählt, gesungen, getrunken und gegessen. Denn noch ist ja von allem reichlich da. Die harte Winterzeit setzt erst später ein. Man stopfte die Kissen mit Daunen, im Ofen brannte das Feuer, da wurden Äpfel gebraten und Geschichten erzählt, aus dem Keller holte man den Wein und die Vorräte.
Also, liebe im Dezember Geborene, liebe Geburtstagskinder! Ein Hoch auf Euch!
Ihr Theologe Walter Drexler