Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

Kein Faschingsscherz: Der Pfarrmoderator von Brunn am Gebirge, Tom Kruczynski, testete in einem YouTube-Video die "Predigtkompetenz" von ChatGPT, einem System für künstliche Intelligenz, und trägt der Software auf, eine Predigt zum Thema "Seligpreisungen" zu verfassen. Im Gegenzug liest Kruczynski eine eigene Predigt in dem Video vor und überlässt abschließend dem Publikum das Urteil über die Qualität beider Texte. "Ich habe mich gefragt, wer predigt besser, Mensch oder Maschine?", erklärte der Geistliche seine Motivation.
"ChatGPT funktioniert quasi so: Du bittest eine Maschine um einen Text oder stellst eine Frage und sie schreibt dir dazu ein Traktat", erklärte Kruczynski. Berührungsängste mit der neuen Technologie kenne er nicht. Der 48-Jährige arbeitete vor seinem Eintritt ins Wiener Priesterseminar als Software- und Datenbankentwickler. Seit sechs Jahren veröffentlicht er zudem Predigten und kurze Gedankenanstöße auf YouTube.
Das Ergebnis sei "erstaunlich" gewesen, erzählte Kruczynski, das Programm habe einen "sauberen Predigttext" erstellt. Ihm gehe es aber nicht darum zu zeigen, dass die künstliche Intelligenz den Prediger ablösen könne, sondern vielmehr darum herauszufinden, was der Mensch mehr zu bieten habe als die Maschine: "Natürlich mache ich das auch, weil mich interessiert, was spricht uns an Predigten an, was macht den Unterschied?", so der Pfarrer.
Die Frage sei, ob eine bloße Ansammlung von Fakten und dessen, was Theologen zu einem bestimmten Thema gesagt haben, genug ist. "Denn, künstliche Intelligenz denkt ja nicht selber, sondern weiß die Texte, mit der man sie gefüttert hat, in neuer, origineller Weise zu verbinden." Aber "ist das so anders als das, was wir tun? Das Urteil überlasse ich Ihnen", so Kruczynski in seinem Video.
Er könne Einwände, Bedenken und Fragen, die die neue technologische Entwicklung auslöse, durchaus verstehen, aber halte es für unvertretbar, das Feld anderen Mitwerbern auf dem "modernen Marktplatz der Weltanschauungen" zu überlassen. Die Entwicklung werde rasant weitergehen und die Anwendung kritiklos zu übernehmen hält er für problematisch.
Quelle: KathPress
Das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Tool des US-amerikanischen Unternehmen OpenAI hat bereits mehr als 100 Millionen Nutzer:innen. Auf der Basis von einigen Millionen vorhandenen Texten beantwortet das Programm Fragen oder erstellt Texte zu beliebigen Themen.