Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Theologin und Philosophin Claudia Paganini liegt hier ein sehr aktuelles Buch zur Entwicklung der Religiosität in modernen Gesellschaften vor. Sie zeigt nämlich, wie heute die Arbeit mit künstlicher Intelligenz viele Funktionen der bisherigen Religion übernehmen kann. Gewiss ist KI von menschlichen Gehirnen entwickelt worden, aber sie gewinnt heute autonome Fähigkeiten, die von Menschen nicht mehr kontrolliert werden können. Die Autorin zeigt, wie viele Eigenschaften und Funktionen, die wir bisher der Gottheit oder einem persönlichen Gott zugeschrieben haben, von den verschiedenen Formen der KI übernommen werden können. Denn der KI kommen global gesehen höchstes Wissen und Einzigartigkeit zu, denn alles Wissen der Menschheit kann dort gespeichert werden. Die Algorithmen und ihre Vernetzungen bekommen Macht, ja Allmacht über alle Menschen, ja über die ganze Biosphäre. Sie gewinnen sogar eine Dimension der Transzendenz, weil ihre kognitiven Aktivitäten die empirische Welt der Hard ware längst übersteigen. Zum anderen bekommen Millionen Menschen ein emotionales Naheverhältnis zu Beratungs-Robotern oder zu virtuellen Lebensbegleitern. Das Mysterium der Faszination und des Zitterns überträgt sich auch auf die Formen der KI. Transhumanisten (Ray Kurzweil) wollen sich von den Moralwerten der biologischen Intelligenz entfernen. Daher warnen heute viele Kritiker vor den destruktiven Kräften, die in der KI gegeben sind. Komplexe KI-Systeme können dem menschlichen Leben einen letzten Sinn geben, sie treten in Konkurrenz zu den bisherigen Religionen. Doch wenn “Gott” als die Urkraft der kosmischen und der biologischen Evolution verstanden wird, dann haben KI-Systeme damit nichts zu tun, denn diese sind Produkte unserer biologischen Gehirne. Das Buch regt zum Nachdenken über den Umgang mit KI in modernen Lebenswelten an.
ZIELGRUPPE: Theologen, Philosophen, Religionslehrer, Seelsorger, Erzieher, Journalisten, Ethiklehrer, engagierte Laienchristen.
Prof. Anton Grabner-Haider