Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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In diesem Ritual wird kein kirchlicher Segen für die Scheidung erteilt, sondern es soll Trost und Beistand für Menschen in Trennungssituationen geben.
Absicht des Rituals: Wir wollen …
Vorzubereiten:
Ein neutraler Ort evt. mit einer Kerze, Wollfäden oder Schnüre in verschiedenen Farben jeweils mind. zwei Meter lang, Tonschale oder Krug, Kreide oder Acrylstifte, ..
Einleitung – Der Weg zum Ort etwa 50-100 Meter vom vorbereiteten Ritualort entfernt
Ihr habt euch heute hier verabredet, um das zu würdigen, was euch Verbunden hat – und um euch in Achtsamkeit und Respekt voneinander zu lösen. Der Weg bis zum Ritualplatz steht symbolisch für die gemeinsame Zeit die hinter euch liegt. Geht in nun bewusst in Stille, jede:r für sich in Erinnerung an die gemeinsame Zeit. Mit all seinen Höhen und Tiefen.
Am Ritualort angekommen: Das gemeinsame Schöne würdigen
Bevor ihr euch voneinander löst, soll Raum sein für das, was euch verbunden hat. Für das Schöne, das euch getragen hat. Für das, was bleibt – als Erinnerung, wie ein Faden der sich in euren Leben eingewoben hat.
Die Partner:innen setzen sich einander gegenüber. Abwechselnd erzählen sie sich schöne Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit. Für jede Erinnerung legen sie eine (mitgebrachte) bunte Schnur zur Mitte.
Wenn alle Erinnerungen ausgesprochen sind, werden die Schnüre gemeinsam verflochten oder ineinander gedreht – als Symbol für die Buntheit der gemeinsamen Zeit und für die Verbindung über die Jahre.
Diese Schnur ist Ausdruck eurer gemeinsamen Geschichte. Sie ist bunt, lebendig, vielgestaltig – wie eure Zeit miteinander. Spürt dieser Buntheit nochmals während einem eurer Lieblingslieder nach …
Liedauswahl persönlich für die Teilnehmenden
Zerbrochenes eingestehen und festhalten was bleibt
Nun wird die vorbereitete Tonschale hervorgeholt.
Auf eurem Weg gab es zu Beginn gemeinsame Träume und Visionen, aber auch ganz persönliche Erwartungen vom Miteinander und ganz konkret vom Gegenüber.
Manches hat sich erfüllt und ist nun bereits in der bunten Schnur sichtbar. Einiges war für euch aber nicht lebbar – Träume, Wünsche, …. sind zerbrochen.
Nicht alles war schön. Es gab auch Schmerzhaftes, Enttäuschungen, Verletzungen, Sprachlosigkeit, … Bevor ich getrennte Wege geht, möchtet ihr auch dem Zerbrochenen Raum geben, um die Scherben zu fassen, damit sie nicht immer am Weg liegen und im Weitergehen neue Wunden verursachen.
Wenn beide bereit sind, wird der Tonteller zerbrochen – achtsam, bewusst.
Nehmt euch gut Zeit, einzelne Scherben zu benennen, zu beschriften euch Schmerzhaftes oder bildlich Zerbrochenes mitzuteilen.
Was schmerzt, enttäuscht, …. darf losgelassen werden.
- du kannst jene Tonteile vergraben.
Manches erinnert dich vielleicht auch an eine wesentliche Bruchstelle, die eine wertvolle Geschichte für dich erzählt – wie in der Kintsugi Reparaturtechnik, die letztlich eine Lebenshaltung ist. Sie vergoldet Bruchstellen mit dem Gedanken, dass wir durch alles durchlebte erst zu dem geworden sind, was wir jetzt sind: wertvoll.
- vielleicht gibt es Tonscherben, die du dir mitnehmen möchtest.
Erinnerung teilen mit Gottes Segen in einen neuen Lebensabschnitt gehen.
Die Partner:innen stehen sich gegenüber
Es ist, was es ist. Die bunten Erinnerungen und die Scherben haben euch zu den Menschen gemacht, die ihr nun seid. Aus Dankbarkeit für das gemeinsame nehmt nun nochmals die bunte Schnur in eure Hände.
Die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit sind eingeflochten in diese Schnur, aber vor allem auch in deinem Herzen.
Möge das, was euch verbunden hat, in Dankbarkeit erinnert werden.
Möge das, was euch getrennt hat, in Frieden losgelassen werden.
Möge jede:r von euch den anderen freigeben – in Achtung, in Würde, in Liebe.
Die geflochtene Schnur wird nun in zwei Hälften geteilt. (Achtsam, wenn es für die beiden passt!!)
Gott segne euch mit Mut für das Neue, das kommt,
mit Vertrauen in euren eigenen Weg.
er schenke euch Frieden im Herzen – für das, was war, und für das, was sein wird.
Geht in Frieden und sagt euch nun diesen Frieden in einer Geste zu.
Ihr nehmt jede:r einen Teil dieser Schnur mit. Sie erinnert euch an das, was war – an das Gute, das euch verbunden hat. Sie begleitet euch weiter, auf eurem je eigenen Weg.
Elisabeth Aumüller #segensrituale
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Erprobte Ritualbeispiele sind wertvolle Ergänzungen in der Schatzkiste von Ritualgestalter:innen und können der Inspiration dienen. Der Schlüssel des Gelingens liegt jedoch im Gespür für die jeweilige Situation, sowie für die Lebenswelt der Mitfeiernden. Die Schärfung der Feier-Absicht und die daraus resultierende gewissenhaften Adaptierung des Rituals, auch in der Verwendung von Symbolen sind unerlässlich. |
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Elisabeth Aumüller:
Ritualbegleiterin und Erprobende im diözesanen Lernraum Segens.Zeichen,
0676/8742-2386, elisabeth.aumueller@graz-seckau.at
Instagram: segens_rituale