Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Liebe Pilgerinnen und Pilger!
In unserer Mitte lieber Provisor, lieber David, der Du mehr als eine menschliche Brücke hierher in dieses schöne Land bist und viele Erfahrungen ermöglichst!
Für uns ist es beinahe selbstverständlich geworden, wenn wir auch wie in diesen Tagen Grenzen überschreiten, dass wir dennoch im digitalen Netzwerk bleiben. Der Empfang unserer Handys stellt sich auf unterschiedliche Sender ein, getragen von Sendemasten rund um den ganzen Erdball. Diese Sendemasten stellen Verbindungen her, ermöglichen beinahe durchwegs Empfang und dieser ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass wir im Gespräch bleiben können mit Menschen zu Hause, mit Menschen, die mit uns in Beziehung stehen. Sie tragen dazu bei, dass immer wieder der Empfang, der notwendig ist, da ist, um kommunizieren zu können und dies wiederum stärkt das Miteinander, fördert das Zueinander. Wenn wir auf dieses weltweite Netzwerk schauen, würden wir hier sehr ungern Grenzen akzeptieren.
Wenn wir hier heute in diesem besonderen, ja bedeutenden Wallfahrtsort von Tschenstochau von diesem Wallfahrtsort ausgehen und in die ganze Welt schauen, weil hier ebenso wie an vielen Orten Beziehung gepflegt wird, dann dürfen wir wohl auch sagen, dieser Wallfahrtsort der schwarzen Madonna fügt sich ein als eine besondere Stütze, als ein besonderer Leuchtturm in dieses Netzwerk der weltweiten katholischen Wertegemeinschaft. Ein besonderer Ort des katholischen Spürens, der keine Grenzen akzeptieren darf, mehr noch, der mithilft, dass Grenzen weltweit überwunden werden und dass der Empfang zwischen Erde und Himmel immer wieder ermöglicht wird, dass Menschen geheimnisvoll und auch wertorientiert miteinander verbunden sind in dieser unserer katholischen Kirche.
Gerade solche großen Wallfahrtsorte, wie Tschenstochau einer ist, bedeuten für die ganze Welt, für unseren Kontinent und für dieses Land, dass wir uns verbunden fühlen dürfen mit den großen und kleinen Orten, wo Menschen immer wieder voll Vertrauen hin pilgern als glaubende und vertrauende Menschen. Wir dürfen immer wieder darauf vertrauen, dass diese ganz besonderen Sendemasten für das Netzwerk einer liebevollen Kommunikation in unserer Kirche und über sie hinaus aktiv bleiben, ohne auf Grenzen zu achten.
Wenn wir hier heute an diesem Gnadenort vor dieser schwarzen Madonna in Tschenstochau die große Ehre haben dürfen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern, so spüren wir wohl auch die Tiefe und gleichzeitig auch die Weite, die unser Glaube schenkt. Und daraus erwächst, dass wir immer wieder unsere Herzen weiten und dass wir uns im Glauben weltweit nicht einsperren lassen, begrenzen lassen auf den einen oder anderen Ort, sondern geheimnisvoll diese Orte des Weihbischof Mag. Johannes Freitag, MBA Diözese Graz-Seckau Glaubens, angefangen von Wegkapellen, von Bildstöcken über Pfarrkirchen und Filialkirchen bis hin zu diesem ganz besonderen Ort, dieser großen Wallfahrtsstätte, dieses Heiligtums, dass diese Orte uns immer wieder aufzeigen, wie sehr wir grenzenlos und katholisch voll Vertrauen weltweit miteinander verbunden sind und miteinander leben dürfen. Ja, das bezeugt das Marienheiligtum der schwarzen Madonna von Tschenstochau. Auch in bedrängten Zeiten, auch in bedrohten Zeiten, auch in Zeiten der Verfolgung der Kirche in diesem Land hat hier dieser Ort dieses geheimnisvolle Beziehungsnetz mitermöglicht, das Menschen bis zum heutigen Tag nicht hat werden hoffnungslos lassen, dass Menschen in bedrängten Zeiten, aber auch in der großen Herausforderung der Kirche in Freiheit immer wieder Halt gibt.
Dieser Ort hat in einer besonderen Beziehung in besonderer Tiefe dazu beigetragen, dass Gespräche zwischen Menschen und Gott lebendig geblieben sind. Was würde uns Maria in diesem Bild erzählen, was ihr anvertraut worden ist, in Zeiten der Bedrängnis, in Zeiten des bedrohten christlichen Lebens, in Zeiten über viele Jahrhunderte mit all dem, was Menschen bewegt hat, was sie gehört hat an Sorgen, an Freuden, an Bitten und Dank.
Es ist bewegend, zu bedenken, heute an diesem Ort zu sein, an dem der heilige Papst Johannes Paul II. neun Mal für seinen großen Dienst als Pontifex, als Brückenbauer der Weltkirche Kraft getankt und Rat gesucht hat. Wo er dazu beigetragen hat, dass die Versuche, den Glauben zu verdrängen, einzusperren, ja vielleicht auch mundtot zu machen, getrotzt hat im Namen Gottes und auch seiner Kirche. Bewegend, was sich bewegt hat durch diesen Menschen, gestützt durch sein Volk. Bewegend, in dieser Mitte des heutigen Tages daran zu denken, wie viele Lebenssituationen hier im Gebet anvertraut worden sind, wie viele Lebensumstände sich hier verbunden haben um diesen einen Gott, den Maria uns zeigt als Mitte ihres Lebens, ihrer kleinen Welt, als Mitte unseres Lebens und heute auch dieser großen Welt, die wir hier erfahren dürfen.
Es ist bewegend und fordert großen Respekt ein, daran zu denken, wie seit Jahrhunderten gerade auch in der Bedrängnis des letzten Jahrhunderts Menschen hier trotz allem sich auf Gott hin ausgerichtet haben.
Dieser heutige Gottesdienst, ja dieser heutige Tag ist die Mitte unserer gemeinsamen Fahrt, ist die Mitte des heutigen Tages, auch zeitlich, und ist in besonderer Weise die Mitte Polens. Und das berührt mich persönlich sehr tief. Es ringt mir großen Respekt ab, großen inneren Respekt, vor dieser Glaubenskraft, die hier Menschen befähigt hat, zu einem Glauben zu stehen gegen ein System. Es ringt mir Respekt ab an diesem besonderen Ort, dass Menschen immer wieder befähigt sind, Grenzen zu überwinden. Ein Beziehungsnetz der Liebe des christlichen Glaubens, lebendig zu halten. Es erfüllt uns mit Ehrfurcht an diesem besonderen Ort der jungen Geschichtsschreibung der Welt, in der Kirche zu sein und auch uns hier hereinzubringen mit dem, was uns bewegt in unserer Ortskirche, in unseren Pfarrgemeinden, was uns bewegt im je eigenen Leben. Auch wir haben dabei unsere inneren Grenzen nun überschritten. Wir haben uns von David an die Hand nehmen lassen, sind hereinbegleitet worden in dieses große Land, wo an Weihbischof Mag. Johannes Freitag, MBA Diözese Graz-Seckau vielen kleinen Orten der Glaube glaubwürdig bezeugt wird. Und auch wir werden hier unsichtbar die Spuren unseres Lebens und Glaubens niederlassen. Amen.
+Johannes Freitag Weihbischof der Diözese Graz-Seckau
Tschenstochau, am 17. Mai 2025