Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Ostern zu feiern bedeutet, das Leben zu feiern - ein Leben, das über den Tod hinausgeht. Unser Leben ist tatsächlich ewig, geborgen bei Gott, dem Ewigen, der die Menschen liebt. Die 40 Tage bis zum Osterfest gaben uns die Gelegenheit, uns im Vertrauen zu vertiefen, dass Gott mit uns ist, egal, was da kommen mag. Dazu einige Gedanken:
Gott liebt das Leben. Wir alle sind als seine Ebenbilder rund um den Erdball eine Menschheit und als Christinnen und Christen aufgerufen zu einer universalen Geschwisterlichkeit. "Seid einander in Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!" - Es lohnt sich, diese Worte des Völkerapostels Paulus zu beherzigen. Denn leider ist diese fundamentale Tatsache heute allzu oft ausgeblendet. Und da und dort tun sich leider auch Getaufte schwer, anzuerkennen, dass wir Menschen zusammengehören. Und das führt zu Isolation, Trübsal und Zorn statt zu Einheit, Vertrauen und Freude.
Gott ist ein Freund jedes Lebens. Die "Botschaft von Mariazell" aus dem Jahr 2004 ist heute aktueller denn je: "Entschiedene Christen sind Freunde des menschlichen Lebens in allen seinen Dimensionen: Freunde des geborenen und des noch nicht geborenen, des entfalteten und des behinderten, des irdischen und des ewigen Lebens. Dieses Leben ist heute besonders an seinem Anfang und seinem Ende bedroht. Wir werden daher unsere Kraft von Hirn, Herz und Hand einsetzen, um Menschen und ihre Umwelt zu schützen und zu entfalten."[1] Sich einsetzen für Mitmenschen und Umwelt mit Herz, Verstand und Tatkraft - das macht uns Christinnen und Christen aus. So kommt Liebe in die Welt. Das macht das Leben lebenswert.
Gott will, dass sich Leben entfaltet. Wo Christentum und Kirche lebendig sind, gibt es Fürsorge für Kranke, Unterstützung für Arme und Bildung für alle. Kirchliche Kindergärten, Schulen, Hochschulen sowie verschiedene Möglichkeiten, Berufe zu erlernen, werden weltweit von zig Millionen Kindern und Jugendlichen genutzt, damit sie selbstbestimmt leben und in Freiheit entscheiden können. Dazu gehört, Zusammenhänge zu sehen und "dahinter" blicken zu lernen, um nicht bloß dem Zeitgeist, den Meinungsblasen und anderen Einflüsterern zu erliegen.
Gott hat uns das Leben geschenkt - wir tragen dafür Verantwortung. Nicht bloß für uns selbst, denn niemand existiert aus sich selbst heraus. Wir sind eingebunden in ein Miteinander. Ja, wir können und dürfen den Anderen "Nächste" werden. Dem Samariter aus der berühmten Geschichte Jesu ähnlich, der Verantwortung übernommen hat für einen verletzten Unbekannten am Wegesrand. Wir können uns nicht absentieren von den herausfordernden Situationen unserer Zeit. Unser Beitrag ist wichtig, so klein er auch sein mag; für Gesellschaft, Demokratie und Kirche.
Gott ist mit uns, damit wir gut leben können. Unser Land mit den vielfältigen Landschaften und den tollen Errungenschaften ist großartig. Es gibt so viel Schönes und Gutes - und Vieles ist gelungen. Freuen wir uns an dem, was uns in die Hand gegeben ist. Und schauen wir nicht auf das, was andere haben, was danebengeht und unvollkommen ist. Als Christinnen und Christen dürfen wir für unser Leben hier bei uns, im schönen Österreich, Gott dankbar sein.
Auch wenn viele mit der Botschaft der Auferstehung oder mit dem Glauben an Gott wenig anfangen können: Ostern und die damit verbundenen Bräuche sind allemal ein Anlass, das Leben und das Miteinander in den Blick zu nehmen und sich zu fragen: "Wie kann ich mehr Liebe in die Welt bringen? Wie sorge ich für mehr Frieden?" Als Getaufte, ja als gute Menschen liegt es an uns, die Botschaft des Lebens, des Friedens und der Liebe Gottes möglichst viele spüren zu lassen. Das ist besonders heute wichtig. Denn so manchen zerrinnt die Hoffnung auf Zukunft unter den Fingern. Leben wir in unserem gemeinsamen Haus, auf unserer Erde, auch für die zukünftigen Generationen, damit die Botschaft des Lebens, die Botschaft von Ostern "Hand und Fuß" bekommt. Der Friede seit mit Euch – diese Botschaft Jesu soll für Sie wahr werden. Ich wünsche Ihnen Gottes reichen Segen.
Wilhelm Krautwaschl, Diözesanbischof
[1] https://www.bischofskonferenz.at/hirtenbriefe/botschaft-von-mariazell.