Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Eigentlich müsste angesichts der klaren Worte, die wir eben in den biblischen Lesungen aus der Messe "Ihres Patrons", des sel. Frederic Ozanam, gehört haben, nichts ergänzen. Wir alle sind füreinander verantwortlich. Gerade Sie, die Sie sich in den verschiedenen Vinzi-Werken engagieren, verstehen diese Worte des Evangeliums, meine ich, wie von selbst. Und das ist gut so. Denn viele Worte aus unseren heiligen Schriften sind Anleitungen dafür, wie Leben und Miteinander funktionieren. Wie es gelingt, als Ebenbilder Gottes den Alltag zu gestalten. Die Frage nach dem ewigen Leben und nach dem Umgang mit den Nächsten, die der Gesetzeslehrer an Jesus richtet, haben auch Sie für sich beantwortet. Sie engagieren sich dem Samariter gleich für Menschen, die Hilfe brauchen. Damit entsprechen Sie dem Anliegen des sel. Frederic Ozanam, dem Gründervater der Vinzenzgemeinschaften.
Ja, Sie werden an den unterschiedlichen Orten Ihres Wirkens für andere zu Nächsten. Und genau das ist nötig in einer Welt, in der derzeit mehr und mehr das Recht des Stärkeren zum Maß aller Dinge erhoben wird. In unserer Welt, in der es mitunter belächelt wird, sich als "guter Mensch" zu erweisen, weil es ja im Dasein eher darum gehe, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Sie hingegen machen ernst damit, dass unser eigenes Leben nicht aus sich selbst heraus funktioniert. Unser Leben haben wir, um es mit Worten und Taten für andere zu füllen, um deutlich zu machen, dass wir als Einzelne wesentlich aufs Miteinander hin geschaffen sind. Sie sehen, wenn jemand in einer Notsituation ist, und versuchen mit den Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, zu helfen. Sie halten nicht Gedankenexperimente darüber, wann und in welcher Reihenfolge Hilfeleistung angebracht sei, sondern sehen den Menschen und seine Nöte und handeln.
Ich behaupte, dass diese Art des Lebens ein wesentlicher Beitrag zur Menschlichkeit unserer Gesellschaft ist, weil schließlich jede und jeder von uns jemand ist, der ohne die Hilfeleistung anderer nicht auskommt. Irgendwann und irgendwo brauchen wir alle Hilfe, sind wir auf andere Menschen angewiesen. Unsere Gesellschaft ist auf ein solidarisches Handeln in vielen Bereichen - auch in den Gesetzen - aufgebaut. Und deswegen kratzen so manche, denen das eigene Hemd näher ist als der Rock, nicht nur am Selbstverständnis des Christseins, sondern auch an einem wesentlichen Selbstverständnis unseres Gemeinwesens, das eben immer auch die anderen im Blick hat. - Ich möchte Sie bei unserem heutigen Zusammensein einfach dazu ermutigen, dieses Ihr Verstehen des Evangeliums, nein, Ihr Leben aus dem Geist des Evangeliums auch weiterhin so zu leben. Die Nachfolge Jesu Christi hat mit "handfesten" Zeuginnen und Zeugen für die Auferstehung und den Lebensstil des Sohnes Gottes begonnen, mit Fischern und Handwerkern. Wenn Sie also Hand anlegen für andere, dann sind Sie in den Fußstapfen Jesu unterwegs. Dann sind Sie gleichermaßen Hoffnungsbringer und Vorbilder.
4. So möchte ich Ihnen, jeder und jedem Einzelnen von Ihnen, von Herzen einfach "Vergelt's Gott!" sagen für Ihr "Ja!" zum Tun unseres Glaubens und damit auch für so manches Aushalten und infrage gestellt werden. Danke, dass Sie dem Evangelium Hand und Fuß verleihen - vielfach ohne viele Wort