Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Binnen kürzester Zeit können wir uns heute verständigen - rund um den Globus. Internet, E-Mail, Telefon, Satellit, die oft als "sozial" benannten neuen Medien usw. - Allesamt sind dies Begriffe, die für weltweite Kommunikation im Heute stehen. Da werden die Smartphones gezückt, Bilder sonder Zahl gemacht - und viele drohen, in Banalitäts-Mitteilungen zu ersticken. Statt sich dem tatsächlichen Gespräch von Aug zu Aug auszusetzen, sind viele der Meinung, vermittelte Kommunikation ersetze all das, ein Posting oder ein "like" würde reichen - die gewählte Sprache lassen wir mal weg, von der ist mitunter wirklich zu schweigen, weil alles andere als die Würde des Menschen achtend.
Zugleich stellt sich mir angesichts der sich radikal in den letzten Jahren veränderten Art des Verstehens von Kommunikation die Frage: ist dies teilweise nicht schon Selbstzweck? Die Flut an Informationen und Nachrichten ist bedrängend und manchmal auch tatsächlich Angst machend. Und wir ertappen uns wohl des Öfteren dabei, dass wir zwar pausenlos hinsehen könnten, weil wir es aber nicht schaffen, eigentlich immer wegsehen. Wenn irgendwo etwas in der Welt passiert, dann wird auch hierzulande mitunter fleißig Geschäft gemacht mit der Angst der Menschen. Als ob die Gefahr nicht ohnedies bestehen würde: weil Folgen einer Katastrophe binnen Sekundenbruchteilen die ganze Welt angehen - im wahrsten Sinn des Wortes - wird eigentlich Kommunikation ad absurdum geführt, bedeutet dies doch: einander teilhaben lassen am eigenen Leben ...
Wie wohl doch da die "Kommunikation des Himmels" als Kontrastbild wirkt, wenn ein Stern die Mitteilung rund um die Welt weiter gibt, dass Gott an sich selbst teilhaben lässt, als Mensch unter Menschen. Hier wird nicht etwas kommuniziert, hier bringt sich Gott selber ein als Kommunikation, als einer, der "communio" stiftet zwischen Himmel und Erde. Und: diese Mitteilung ist nicht Selbstzweck, Er ist gekommen, um dem Menschen den Weg zum ewigen Glück zu weisen, den Weg zur Erfüllung.
Das heutige Fest ist Einladung, vom Himmel für die Erde und ihre Wirklichkeiten zu lernen und Förderer wahrer Kommunikation zu werden - dies sage ich gerade auch angesichts meiner Rückkehr aus dem Heiligen Land: es gilt, einander an sich selbst und dem, was einem wichtig ist, teilhaben zu lassen. Einseitige und vereinseitigende populistische Schwarzweißmalerei hilft niemandem weiter, vertieft lediglich die ohnedies schon bestehenden Gräben zwischen Menschen. Der synodale Prozess, den Papst Franziskus unserer Kirche verordnet hat, ist hierfür ein deutliches Beispiel: es geht in der Kommunikation immer um mich und die anderen als Personen, als gottebenbildliche Wesen. Wenn wir auf Gott schauen, der Mensch geworden ist: Er hat sich ganz auf die Ebene des anderen begeben, um ihm zuzuhören, um wirklich da zu sein für den Menschen, er hat das nicht nur überbringen lassen! Und wie er da war, wie er sich ganz dem Menschen hingegeben hat. - Und diese Art dem Anderen zu begegnen hat von Anfang an die ganze Welt in Atem gehalten: von Ferne ist die Menschheit zu ihm nach Bethlehem gekommen und hat entdeckt: das ist das wahre Antlitz des Menschen, das ist der Himmel auf Erden.