Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

Pfingsten – das Fest des Heiligen Geistes. In der Bibel wird der Heilige Geist meist als Wind, Sturm oder Feuer erwähnt, trotzdem ist in Darstellungen das etwas seltener gebrauchte Symbol der Taube allgegenwärtig: Vielerorts wurde in Kirchen beim Pfingstgottesdienst sogar eine echte weiße Taube oder eine hölzerne Nachbildung durch das sogenannte „Heiliggeist-“ oder „Pfingstloch“ herabgelassen. Ein simple Erklärung wäre, das eine Taube einfach leichter darzustellen ist als zum Beispiel der unsichtbare Wind.
Mehr zur Bedeutung des Pfingstfestes >
Eine wichtige Funktion hat die Taube in der biblischen Geschichte von Noah und der Arche (Gen 8,11). Mit dem Ölzweig im Schnabel verheißt sie Rettung und Frieden und steht für den Bund Gottes mit Mensch und Tier. Bis heute ist die Taube nicht nur im christlichen Kontext daher ein Friedenssymbol. Schon in der Antike galten Tauben als besonders reine Tiere – in den heutigen Städten schwer vorstellbar - , da man glaubte, sie besäßen keine Galle, die allgemein als Sitz des Bösen im menschlichen Körper angesehen wurde.
Der Taube als Symbol für den Heiligen Geist begegnen wir in Mt 3,16: „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.“ Es ist der Geist Gottes, der ihn dabei im Symbol der Taube zum Messias (hebr. der Gesalbte) macht. Dieser Geist ist aber nicht auf den Messias allein beschränkt: Wie die Pfingstgeschichte erzählt, ist er allen verheißen.
Tauben kamen im Zweistromland in großer Zahl vor, sie wurden für den Verzehr gezüchtet und auch als Opfertiere verwendet. Die Verwendung der Taube als Symbol für den Heiligen Geist kann auch von den ihr zugeschriebenen Eigenschaften Sanftheit und Mitgefühl stammen – schließlich ist auch Jesus ein „Mitfühlender“.
Einige Heilige haben die Taube als Attribut, wie zum Beispiel Thomas von Aquin, bei dem auf Darstellungen die Taube entweder aus dem Mund fliegt oder in sein Ohr flüstert – sie steht für die ihm zugeschriebene Weisheit. Auch Gregor der Große wurde der Legende nach beim Verfassen seiner Schriften vom Heiligen Geist in Form einer Taube inspiriert. Die Seele der Heiligen Scholastika stieg laut Überlieferungen ihres Bruders Benedikt von Nursia nach ihrem Tod als weiße Taube gen Himmel. In der frühchristlichen Kunst sind oft Tauben auf Sarkophagen abgebildet, die die Seelen der Verstorbenen symbolisieren sollen und den Wunsch ausdrücken, in den Frieden Gottes einzugehen.
Auch frühe Tabernakel hatten in vielen Teilen Europas oft die Form von Tauben, meist aus Gold. Diese „eucharistische Taube“ hing meist an einer Kette am Baldachin des Altares. Tertullian, ein Kirchenschreiber im 2. und 3. Jahrhundert, spricht von der Kirche als columbae domus, dem „Haus der Taube“.
In vielen Ländern ist das Schnitzen von sogenannten „Heiliggeisttauben“ Brauch, die oft im Herrgottswinkel oder über dem Esstisch hängen. Sie werden aus weichgemachtem, eingeschnittenem Zirbenholz aufgefächert. Wenig schmeichelhaft wird diese, weil sich Kondenswasser von dampfenden Suppen darauf bildete, im Volksmund auch „Suppenbrunzer“ genannt.