Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Ein Kreuzweg ist ein Ort zum Nachdenken, speziell in so schöner Ausführung wie hier in St. Radegund. Abgebildet ist hier vor allem das Leiden Jesu, aber jede Station spiegelt sich im Leben der meisten Menschen wider. Da lohnen sich ein paar eigene Gedanken immer. Letztlich geht es um die Gewissheit, dass niemand im Leid nicht allein ist, weil zumindest Gott mit uns Gläubigen ist.
Das ist unterschiedlich und geprägt von der Zeit und den Themen, die mich beschäftigen. Derzeit sind es besonders die Kriege. Ich kenne Menschen in der Ukraine, in Israel, in Gaza, im Westjordanland oder im Sudan, die betroffen sind. Und ich kann so manches an Not und Elend erahnen im Iran, im Libanon und in weiteren Ländern des Nahen Ostens. Dass derzeit so viel Leid in der Welt ist, ist furchtbar.
Zuerst alle vom Krieg Betroffenen, denn bei denen geht es um das nackte Leben. Dann jene, die sich mit dem Leben plagen, weil es zu teuer ist oder weil sie krank sind. Ich bete für alle, dass sie Erlösung finden und dass sie in ihren Situationen doch auch etwas Schönes entdecken, das sie aufrichtet.
Heuer die fünfte Station, bei der Simon von Cyrene Jesus hilft, das Kreuz zu tragen. Das ist ein schönes Bild. Niemand ist allein in der Not. Wir Menschen sind füreinander verantwortlich, wir sind eine Familie, wir gehören zusammen. Diese Gedanken sind das perfekte Gegenmittel gegen den Egoismus, der um sich greift.
Leid ist nie gerecht. Aber Leid gehört zum Leben. Gerade das sehen wir beim Kreuzweg, bei dem der Sohn Gottes menschliches Leiden auf sich nimmt. Die wichtige Botschaft ist: Das Leid ist nie das Ende - auch weil Gott im Leid einer von uns war. Am Ende steht ein gutes, ewiges Leben bei Gott.
Das ist einfach. Das größte Gebot ist die Liebe. Wer seine Nächsten liebt, gut zu Mitmensch, Tier, Natur ist, wer Liebe in die Welt bringt, ist ein guter Mensch.
Eine sprichwörtlich offene Rechnung ist immer eine Belastung. Gut lebt man, wenn man mit sich und den Mitmenschen im Reinen ist, wenn man ein reines Gewissen hat. Dafür braucht es die Vergebung. Vergebung eröffnet eine gute Zukunft. Im Fall des Schächers öffnet die Vergebung den Weg ins Himmelreich.
Wir finden das in unserem Glaubensbekenntnis. Jesus ist „hinabgestiegen in das Reich des Todes und am dritten Tage auferstanden“. All das ist der Versuch, das nicht Nichtsagbare in Worte zu fassen - denn nach dem Tod gibt es ja weder Zeit noch Raum. In der Kunst finden sich Darstellungen, auf denen Jesus die Tore der Unterwelt niederreißt und die gerechten Verstorbenen mitnimmt. Das ist ein schönes Bild.