Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Olympiakaplan Johannes Lackner hat für die 115 österreichischen Athletinnen und Athleten, die bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina antreten, große Hoffnungen. Mindestens 18 Medaillen traut er ihnen zu, so viele wie in Peking 2022. „Das können wir auch heuer wieder schaffen - wenn nicht sogar eine mehr", so der sportbegeisterte 30-Jährige, der die Olympioniken seelsorgerisch begleiten wird. Letztlich seien aber nicht die Medaillen das Entscheidende, sondern die Menschen, betonte Lackner.
"Der Glaube kann auch im Spitzensport eine Kraftquelle sein", so Lackner. Erfolg hänge zwar von der eigenen Leistung, vom Training und vom Talent ab, doch zu einem Teil auch von der Tagesverfassung sowie von Umständen, die man als Sportler nicht beeinflussen könne. Olympische Spiele seien für viele Athletinnen und Athleten der Höhepunkt ihres Lebens. „In dieser besonderen Situation sind sie auch besonders offen für den Glauben und das Vertrauen in etwas Größeres", schilderte der Olympiakaplan seine Erfahrungen. Überhaupt hätten Glaube und Sport viele Gemeinsamkeiten und würden gemeinsame Werte vertreten, fuhr Lackner fort. "Sie treten für Frieden, Völkerfreundschaft, Solidarität und Inklusion ein. So hoffe ich, dass die Olympischen Spiele in Italien ein Hoffnungszeichen setzen in einer Welt, in der so viel Spaltung, Konflikte und Hass herrschen", erklärte der Olympiakaplan.
Lackner hat bereits an den Sommerspielen 2022 in Paris und den daran anschließenden Paralympics teilgenommen. Die Begegnungen dabei habe er sehr positiv in Erinnerung. Vorab habe er als Glücksbringer kleine Fingerrosenkränze an die Mitglieder des österreichischen Olympia-Teams verteilt, so der Priester. Das sei aber "kein Talisman mit magischer Wirkung nach dem Motto ,Wenn ich viel bete, dann gewinne ich', sondern eine Erinnerung und ein Zeichen, dass Gott jeden liebt und beschützt".
Persönlich bete er auch nicht um Medaillen, sondern „dass sich keiner verletzt und es faire Wettkämpfe sind“. Wie zuvor in Paris wird Lackner in Mailand und Cortina d'Ampezzo mit den Sportlerinnen und Sportlern Messen und Andachten feiern, auf Wunsch Wettkämpfe begleiten, Segen spenden und für Gespräche zur Verfügung stehen - "rund um die Uhr", wie Lackner verspricht. Auch online können die Olympioniken ihren Seelsorger erreichen, gerade dann, wenn die Austragungsorte auch stundenweit auseinanderliegen.
Lackners "Zentrale" liegt in Cortina, wenn er gebraucht wird, unternimmt er auch weite Autofahrten. In Cortina, wo sich auch das Österreich-Haus befindet, übernachtet Lackner im Pfarrhof. Der dortige Pfarrer habe ihm das Angebot gemacht. "Als Gegenleistung musste ich ihm versprechen, die deutschsprachige Seelsorge in Cortina zu übernehmen und zwei- bis dreimal in der Woche eine deutschsprachige Messe zu feiern", erklärte der bereitwillige Seelsorger.
Schon zum vierten Mal ist auch der Obdacher Pfarrer Heimo Schäfmann im Österreich-Haus dabei. Zum wiederholten Male hilft er seinem Cousin beim Verpflegen der Besucherinnen und Besucher und ist dabei vor allem für die Logistik zuständig. Trotz anstrendender Arbeit werden seelsorgliche Gespräche aber dennoch nicht zu kurz kommen.
Die XXV. Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis zum 22. Februar in Mailand und Cortina d'Ampezzo statt, die Paralympics vom 6. bis 15. März. Die Austragungsorte verteilen sich auf sechs Hauptcluster in Norditalien, mit Mailand, Cortina, Bormio und Livigno als Kernregionen.
Die Erzdiözese Mailand begleitet mit der Initiative "For Each Other" die Olympischen Spiele. Die Initiative schafft für Athletinnen und Athleten, Delegationen sowie Besucher der Spiele abseits der Wettbewerbe Räume für Stille, Gebet und Begegnung. Auf dem Programm stehen auch Gottesdienste in vielen Sprachen, Ausstellungen, Gespräche mit Sportlerinnen und Sportlern sowie Bildungsangebote für Jugendliche. Ehrenamtliche begleiten Besucherinnen und Besucher außerdem auf thematischen Rundgängen zu bedeutenden Kirchen im historischen Zentrum Mailands. Die Basilika San Babila in Mailand wird während der Winterspiele als "Kirche der Athleten" fungieren.
Papst Leo XIV. sandte allen Teilnehmenden der Olympischen Spiele in Italien Gebete und Segen als "Zeichen ständiger göttlicher Unterstützung". Er wünsche ihnen faire Wettkämpfe, die dazu beitragen, Brücken zwischen Kulturen und Völkern zu bauen und Gastfreundschaft.