Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Warum sich erfreuen an einem Ereignis, das vor 1700 Jahren stattgefunden hat? Das könnte man sich heuer fragen, wenn das Konzil von Nicäa immer wieder aufpoppt; so auch beim Jahresempfang des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark, zu dem der steirische Landtag am Abend des 27. November 2025 in die Grazer Landstube einlud. Viele kamen – von den Kirchen, aus der Politik, von Schulen und aus der Gesellschaft, um den Worten von Prof. Uta Heil zu lauschen, die über das Konzil aufklärte.
Für famose Unterbrechungen sorgte das Streicherquintett "United Intonations". Wertschätzung bekundete der Gastgeber Gerald Deutschmann, der die Bedeutung des Miteinanders herausstrich – verkörpert in diesem Fall durch das Ökumenische Forum. „Wir brauchen in unserer Zeit klare Stellungen, Orientierung und Dialog, starke soziale Werte und ein mutiges Eintreten für den Frieden“, so der Landtagspräsident. Dies verstärkte der evangelische Superintendent Wolfgang Rehner: „Vieles driftet derzeit auseinander, zu oft stehen Eigeninteressen vor dem Gemeinwohl. Ähnlich war es vor 1700 Jahren, als Kaiser Konstantin nach einem Kitt für die auseinanderdriftende Gesellschaft suchte.“ Die Kirchen seien eine Verbindung, die stärker sei als alle zentrifugalen Kräfte, die die Gesellschaft auseinandertreiben, ergänzte der Vorsitzende des Ökumenischen Forums.
Die Kirchenhistorikerin Heil klärte auf, dass es zum ökumenischen Konzil von Nicäa – dem ersten christlichen Konzil der Geschichte – keine Protokolle oder Unterlagen gebe, sondern „viel Raum für Spekulation“. Klar ist, dass das Konzil von Kaiser Konstantin einberufen wurde, um eine Glaubensspaltung zu unterbinden in einer Zeit, in der Politik und Kirche so eng verbunden waren, dass eine Glaubensspaltung sich zur politischen Krise im römischen Weltreich hätte auswachsen können. Auslöser war der Priester Arius und die Frage, ob Jesus gezeugt oder geschaffen wurde. Eine Kleinigkeit, könnte man meinen. Doch letztlich ging es darum, ob Gott der Vater, Jesus der Sohn und in weiterer Folge auch der Heilige Geist eins sind. Das ist existenziell für einen Ein-Gott-Glauben. Arius verneinte dies und meinte, dass Jesus und Geist Gott untergeordnet seien, denn es könne nur einen Gott geben. Das Ergebnis des Konzils in der westtürkischen Stadt Nicäa (heute Iznik) ist das erste und bis heute gültige Glaubensbekenntnis der Christenheit. Den revolutionären Charakter des Bekenntnisses hob Professor Grigorios Larentzakis hervor: „Diese Einigung war sensationell und wäre in dieser Form heute nicht machbar.“
Das Glaubensbekenntnis von Nicäa wurde 381 beim ersten Konzil in Konstantinopel nochmals verfeinert. So ist die „Trinität“ festgelegt, also die Wesensgleichheit von Gott, Jesus und dem Heiligen Geist; alle drei sind Eins. In Worte gefasst liest sich dies aus katholischer Sicht so: „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen […]. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit. […] Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht wird […].“
Ein Konzil ist eine Versammlung von Kirchenvertretern aus aller Welt, um die wichtigsten Glaubensfragen gemeinsam auszuloten. Viele Ergebnisse sind Dogmen, also weltweit gültige Lehrsätze der Kirche.