Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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„122 Millionen Menschen auf der Flucht brauchen Unterstützung und Hoffnungsperspektiven – Friedensdiplomatie und Wirtschaftshilfe sind gefordert“.
Es ist ein erschütternder Bericht, den die UNO auch heuer im Vorfeld des jährlichen Weltflüchtlingstages am 20. Juni vorlegt: Rund 122 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Und diese Zahl klettert seit Jahren scheinbar unaufhaltsam auf neue Rekordhöhen. Die Dramatik ist umso größer, da hinter diesen nüchternen Zahlen Einzelschicksale stehen: 122 Millionen Menschen, die entwurzelt sind und wenig Hoffnungsperspektiven haben.
Auch große und eigentlich unfassbare Fluchttragödien in einzelnen Weltregionen finden in unserer digital so stark vernetzten Zeit vielfach nur wenig Beachtung und sind in unserem Gedächtnis meist nur kurzzeitig präsent. Der größere Teil der Vertriebenen sind Binnenvertriebene im eigenen Land. Rein zahlenmäßig ist Europa – trotz des furchtbaren Krieges Russlands gegen die Ukraine – von den Flüchtlingsströmen vergleichsweise wenig betroffen, die überwiegende Last wird von wirtschaftlich armen Ländern auf anderen Kontinenten getragen.
Es ist UNHCR-Chef Filippo Grandi zuzustimmen, wenn er die Staaten dazu aufruft, „die Suche nach Frieden“ in den Mittelpunkt der politischen Aktivitäten zu stellen. Hier hat die UNO mit Papst Leo XIV. einen wichtigen Verbündeten. Es ist leider nicht zu erwarten, dass die kriegerischen Konflikte von sich aus zurückgehen. Aktuell wäre es schon ein erster Lichtblick, wenn sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen nicht weiter ausbreiten. Laut einer Aufstellung des Friedensforschungsinstituts Oslo ist aktuell die Zahl mit 61 kriegerischen Konflikten in 36 Ländern weltweit auf dem höchsten Niveau seit Ende des 2. Weltkrieges. Neben dem notwendigen diplomatischen Einsatz für Friedenslösungen braucht es klarerweise sehr starke wirtschaftliche Unterstützung und Hilfsmaßnahmen, um Flucht und Vertreibung zu verringern und einen Wiederaufbau und eine gewünschte Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat leichter zu ermöglichen. Kontraproduktiv wäre in der augenblicklichen Weltlage, wie viele Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, eine drohende Kürzung von UNO-Hilfsgeldern. Menschen verlassen ihre Heimat meist nur dann, wenn sie dazu gezwungen sind, um ihr Überleben zu retten. Erstes Ziel muss sein, Fluchtursachen zu bekämpfen und die Vertriebenen möglichst vor Ort gut zu unterstützen. Auch Österreich und die EU können und müssen dazu den jeweils möglichen solidarischen Beitrag leisten.
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag - es ist der Tag, der daran erinnert, dass Millionen von Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlicht dazu den jährlichen Bericht „Global Trends“, der die weltweit dramatische Situation in nüchterne Zahlen fasst. Gleichzeitig würdigt der UNHCR die Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit, die Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose täglich aufbringen.
Erich Hohl
Beauftragter für Integration
Bischöfliches Ordinariat der Diözese Graz-Seckau
Bischofplatz 4, 8010 Graz
Mobiltel.: +43 676 87422260
Mail: erich.hohl@graz-seckau.at