Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Unter dem Generalthema "EUROPA(s)STÄRKEN" diskutieren 60 prominente Referentinnen und Referenten am 20. und 21. Mai 2026 auf Schloss Seggau in der Südsteiermark über die Stärke- und Kräftefelder Europas. Die renommierte, europapolitische Diskursveranstaltung widmet sich heuer der Frage, welche Stärken Europas in einer Welt des Umbruchs forciert werden müssen, damit der Kontinent eine gestaltende Rolle spielen kann, heißt es in der Ankündigung. Religiöse Impulse liefern dazu Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Kardinal Ladislav Nemet, Erzbischof von Belgrad.
Nemet, der dem Missionsorden der Steyler Missionare angehört, gilt als Brückenbauer zwischen ethnischen, kulturellen und religiösen Gruppen, der sich für Menschenrechte einsetzt. Zudem sei er eine zentrale Stimme der katholischen Kirche in Serbien und auf dem Balkan, wie die Veranstalter betonten. Er wird am 20. Mai um 19 Uhr sprechen. Beim Forum "Freiheit und Religionsvielfalt" am 21. Mai ab 14 Uhr liefern der Theologe und Ethiker Matthias Beck, ORF-Religionsabteilungsleiterin Barbara Krenn, die langjährige Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, der Publizist Roger de Weck und der Psychologe Ahmad Mansour weitere Impulse. Welche Fundamente Europas mit Blick auf globale Herausforderungen weiterentwickelt werden müssen, diskutieren weiters der Präsident des European Forum Alpbach Othmar Karas, der Berliner Politikwissenschafter Herfried Münkler, ORF-Journalistin Nadja Bernhard, Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, der frühere Chefredakteur der ZEIT und Generaldirektor des Schweizer Rundfunks Roger de Weck und WIFO-Direktor und Ökonom Gabriel Felbermayr.
In den Blick genommen werden Qualitäten wie Demokratie, Menschenrechte, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit sowie Rechtsstaatlichkeit, "die Europa von anderen Regionen der Welt unterscheiden", betonte Landesrat Willibald Ehrenhöfer. Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, betonte die zentrale Rolle, die die Forschung dabei spiele: "Sie liefert nicht nur Antworten auf aktuelle Herausforderungen, sondern eröffnet neue Lösungsräume für eine nachhaltige und resiliente Zukunft."
Bischof Wilhelm betonte bei der Pressekonferenz zur Veranstaltung, "der Geist sei in der Gegenwart verloren gegangen. Oder zu leise, um gehört zu werden in einer Zeit, in der die Lauten, die Blender, die Skrupellosen das sagen haben und die Vernunft sich oft versteckt". Gerade in der Vernunft sehe er eine der größten Stärken Europas, auch in Rückschau auf Immanuel Kant, "mit dem wir das Aufkommen der Vernunft meist verbinden". In Europa sei noch die Vernunft am Werk – in den Regierungen, in der Forschung, in weiten Teilen der Gesellschaft. "Während es oft nur um gut oder böse, schwarz oder weiß, Macht bzw. Krieg oder Unterwerfung, oben und unten geht, bemüht man sich vielfach in Europa um eine differenzierte Sicht, ja um einen Ausgleich, auch um Solidarität mit den Bedrängten. Das ist zutiefst christlich und dafür bin ich dankbar", so Bischof Wilhelm. Vernunft und christliche Werte – das seien nicht nur Europas Stärken. Vernunft und christliche Werte, die aus einem gelebten Glauben kommen, stärken auch Europa.
Quellen: Pfingstdialog, Kathpress, Red
Die seit 2005 auf Schloss Seggau stattfindenden Pfingstdialoge "Geist & Gegenwart" wollen laut eigenen Angaben Herausforderungen und Problemstellungen Europas reflektieren. Der Pfingstdialog ist eine gemeinsame Veranstaltung von Club Alpbach Steiermark, Joanneum Research und Land Steiermark in Kooperation mit der Diözese Graz-Seckau. Die steirischen Universitäten, Fachhochschulen sowie zahlreiche Forschungseinrichtungen sind als Partner in den Pfingstdialog eingebunden, wie auch die Industriellenvereinigung, die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer Steiermark.
Durch ein Stipendienprogramm wird auch heuer wieder hochqualifizierten Studierenden sowie Nachwuchswissenschafterinnen und Nachwuchsforschern die Teilnahme am Pfingstdialog ermöglicht. Die gesamte Veranstaltung wird über www.pfingstdialog-steiermark.at sowie den langjährigen Medienpartner ORF gestreamt.