Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Im Jahr 1966 fand in Graz das erste Mal die diözesane Studienwoche für Kirchenmusik statt. Damit wurde der Forderung des, soeben zu Ende gegangenen zweiten Vatikanums Folge geleistet nach welcher Kirchenchöre „mit großer Sorge aktiv gefördert und erhalten werden müssen“. Von 31. August bis 4. September diesen Jahres, konnten fünfzig teilnehmende Sänger*innen, Kantor*innen und Chorleiter*innen nun den sechzigsten Geburtstag ihrer steirischen Kirchenmusikwoche im Stift St. Lambrecht feiern. Weihbischofs Johannes Freitag betonte bei der gemeinsamen Vesper, dass Kirchenmusik weit mehr sei als eine schöne Umrahmung unserer Gottesdienste, denn sie gehöre zum Wesen der Liturgie selbst: Sie sei ein Ausdruck des betenden Gottesvolkes und helfe uns, tiefer in das Geheimnis Gottes einzutreten. Zudem sei Kirchenmusik auch Ausdruck einer Sehnsucht nach "Sinn, nach Heimat, nach Liebe und nach einem unsterblichen Leben" - was alles mit ein Grund sein dürfte, "warum geistliche Musik Menschen so tief berührt". Eine wichtige Aufgabe der Kirchenmusik sei es, in einer Welt "voller Stimmen, voller echter oder gefakter Nachrichten und voller Geräusche jene Töne zu finden, die wirklich zentral für das Leben sind". Umso kostbarer seien demnach Orte wie die Stiftskirche St. Lambrecht, "wo Menschen ruhige Klänge hören und etwas von Gottes Gegenwart erahnen können". St. Lambrecht mit seiner 950-jährigen Geschichte habe als Austragungsort für die Studienwoche auch große symbolische Bedeutung, unterstrich Weihbischof Freitag: Fast ein Jahrtausend lang sei innerhalb der Klostermauern täglich das Gotteslob erklungen. Würdigende Worte fand Frei tag weiters auch für alle Kirchenmusiker, die in ihrer Tätigkeit weit mehr leisteten als bloß auf dem musikalischen Gebiet: "Sie tragen dazu bei, dass Liturgie lebendig wird. Sie schenken vielen Menschen Erfahrungen, die sie oft ein Leben lang begleiten."
Beim Schlusskonzert erklang neben gregorianischen Choral und neuer geistlicher Chormusik unter anderem die Vertonung des Psalm 42. „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ von F. Mendelssohn-Bartholdy. Wer beim letzten Akkord in die Gesichter der Sänger und Sängerinnen blickte, konnte feststellen, dass Kirchenmusik nicht zu letzt vor Allem auch jene mit unvergesslichen Erfahrungen beschenkt durch welche Sie zum Klingen gebracht wird.
(Text: Michael Schadler)