Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Für Michael Rexeis war der Weg an die Orgelbank gewissermaßen vorgezeichnet. Schon als zweijähriger Bub faszinierte ihn Musik so sehr, dass er gebannt den Musikantenstadl verfolgte. Sein eigentliches Schlüsselerlebnis fand jedoch in der Kirche statt, wo ihn die gewaltige Erscheinung und der Klang der Orgel tief beeindruckten. Wie er sich erinnert, löcherte er seine Mutter unentwegt mit Fragen: „Was ist das für ein Ding da oben? Was kann das? Wie geht das?“ Bevor er jedoch mit zehn Jahren seine Ausbildung an der „Königin der Instrumente“ begann, legte er mit acht Jahren das Fundament am Klavier – eine damals geltende Voraussetzung, denn es hieß: „Ohne Klavier geht gar nichts.“ Später, während seiner Zeit im Musikgymnasium, kam zudem das Akkordeon hinzu, da er die Volksmusik laut eigener Aussage schon immer „im Blut“ hatte.
Neben der Orgel gilt seine große Aufmerksamkeit der Welt der Kirchenglocken. Ein prägendes Ereignis seiner Kindheit im Jahr 2001, als er den Neuguss und die Positionierung einer 2,5 Tonnen schweren Glocke in Hall in Tirol miterlebte, entfachte ein bleibendes Interesse an diesem Kulturgut. Für Rexeis sind Glocken weit mehr als nur Signalgeber; er fasst die Faszination für das „gewaltige Geläute am Stadtplatz“ und die damit verbundene Technik als wesentlichen Teil seines kirchenmusikalischen Alltags auf. Dieses tiefe Interesse an der Campanologie begleitet ihn bei all seinen Tätigkeiten und schärft seinen Blick für die klangliche Identität einer Pfarre.
Seit September 2025 ist Rexeis als Kirchenmusikreferent im Schilcherland tätig. Dass er selbst seine Wurzeln in dieser Region hat, verleiht seiner Aufgabe eine besondere Tiefe und Verbundenheit. Er wirkt als Organist in elf Pfarren, koordiniert Musikgruppen und kümmert sich leidenschaftlich um die Wartung und Vermittlung der Instrumente. In seiner täglichen Arbeit steht das Miteinander im Vordergrund: Ein großes Ziel ist die Etablierung eines seelsorgeraumübergreifenden Chores, um die musikalischen Kräfte der Region zu bündeln. „Jeder Tag ist ein Geschenk und jeder Tag ist anders“, betont er und schätzt dabei besonders das konstruktive und harmonische Arbeitsklima mit den örtlichen Pfarrern.
Künstlerisch schlägt sein Herz besonders für die Improvisation. „Die Improvisation spielt für mich eine riesige Rolle, oft wichtiger als die reine Literatur“, erklärt Rexeis. Er liebt es, die spezifischen Klangfarben verschiedener Orgeltypen zu erkunden, wobei er eine Vorliebe für die farbenreiche Musik von Sigfrid Karg-Elert sowie für Bach und die deutsche Spätromantik hegt. Auch in seiner Freizeit bleibt er der Musik treu, schaltet aber gerne bei Jazz ab oder sucht den Ausgleich beim Sport in der heimischen Natur der Weststeiermark.
Sein Blick ist fest nach vorne gerichtet, sowohl in seiner Arbeit im Seelsorgeraum als auch bei seinen persönlichen musikalischen Zielen. Für das Jahr 2026 stehen bereits bedeutende Termine fest: Neben der Gestaltung einer Messe im Grazer Dom am 10. Mai plant er Konzerte in den Domen von Ljubljana und Innsbruck. Es ist diese Mischung aus der persönlichen Verbundenheit zu seiner Heimat im Schilcherland und der Leidenschaft, die Orgel- und Glockenkultur lebendig zu halten, die Michael Rexeis' Wirken heute definiert.