Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Mein Alltag ist ein wunderbares Abenteuer – ein ständiges „Hügeln und Schöckeln“! Da ich für sechs Pfarren im Seelsorgeraum Hügelland-Schöcklland zuständig bin, ist Langeweile ein Fremdwort.
Ich versuche, die Bedürfnisse jeder einzelnen Pfarre mit offenem Herzen wahrzunehmen. Manchmal schaue ich von unten („hügeln“), um zu verstehen, was die Menschen vor Ort bewegt, und dann wieder von oben („schöckeln“), um das Gemeinsame zu sehen und zu stärken. Es ist ein Balanceakt, bei dem die Einzigartigkeit jeder Pfarre wie eine Frühlingsblume erhalten bleiben soll.
Kirchenmusik ist für mich keine „Dienstleistung“, sondern Herzenssache. Ich fühle mich als Teil eines wunderbaren Pastoralteams und bin meinen Kolleginnen und Kollegen unendlich dankbar für dieses Gefühl der Gemeinschaft. Musik ist die Sprache, die dort weitermacht, wo Worte enden. Sie öffnet Türen zu den Seelen der Menschen und verbindet uns – im Team und in den Gemeinden.
Die Liebe! Rein aus der Liebe zum gemeinsamen Singen habe ich mich ganz der Musik zugewandt und mein Leben neu ausgerichtet. Diese Liebe ist mein Motor. Egal ob Kinder oder Erwachsene – im Chor sollen sich alle geliebt, gebraucht und absolut willkommen fühlen. Sie sollen die Freiheit spüren, die Musik schenken kann. Das ist eine magische Aufgabe!
Als Kirchenchorleiterin möchte ich, dass jeder Ton in der Liturgie den Menschen hilft, ins Gebet einzutauchen. Es gibt eine feine und nicht immer offensichtliche Grenze zwischen einem Konzert und einem Gottesdienst. Diese Grenze zu spüren und die Musik ganz in den Dienst der Liturgie zu stellen, ohne dabei die Lebendigkeit zu verlieren – das ist es, was mich jeden Tag aufs Neue begeistert.
In meiner orthodoxen Heimat gibt es diese tiefe, reine A-cappella-Tradition. Da keine Instrumente erlaubt sind, singt alles! Es ist ein ewiger Dialog zwischen Priester und Chor. Gerade jetzt, bei der Vorbereitung auf den Karfreitag, fühle ich mich mit diesem Wissen wie ein Fisch im Wasser. Dass ein Chor eine saubere Intonation hält und nicht absinkt, ist für mich weit mehr als nur gelerntes Wissen – es ist ein Handwerk, das mir wahrhaftig im Blut liegt.
In der katholischen Welt liebe ich die Freiheit der Instrumente und diesen unglaublichen Schatz an Kompositionen. Auch der Kantorendienst und das Psalmensingen sind für mich wunderschöne neue Wege des Ausdrucks. Aber das Schönste ist: Je mehr ich entdecke, desto mehr sehe ich das Gemeinsame. Das inspiriert mich ungemein!
Oh, das ist eine bunte Mischung! Ich bin ein riesiger Fan von Volkskulturen. Volkslieder sind für mich wie eine Schatzkammer oder eine „Saatgutbank“ der menschlichen Seele. Da finden sich wahre Perlen.
Wenn ich zum Beispiel mit dem Fahrrad von Graz nach St. Marein fahre, ist mein Kopf voller Melodien. Wenn ich nicht gerade die nächste Probe im Geist durchgehe, höre ich alles Mögliche – von traditionellen Weisen bis hin zu experimenteller Geräuschmusik.
Ich hatte so viel Glück mit meinen Lehrern, dass ich Gott jeden Tag dafür danke. Er hat den Samen der Musikliebe in mich gepflanzt, und meine Eltern haben ihn mit Fleiß und Hingabe gegossen. Meine Ausbildung in Moskau hat mich gelehrt, „behutsam“ zu sein – behutsam mit jedem Ton, jedem Wort und jedem Gefühl.
An der Lomonossow-Universität habe ich eine fundamentale Ausbildung erhalten, die für mich – genau wie die Musik – eine Art „universelle“ Sprache ist und es mir ermöglicht, ganz leicht mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt zu treten. In Graz konnte ich dann mein Wissen über Stilistiken vertiefen und meine Dirigier- und Probentechnik verfeinern.
Aber am Ende ist es immer die Liebe zur Musik, die meinen Stil bestimmt: ehrlich, lebendig und mit einem Augenzwinkern.