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Familienfreundlich

Job und Familie - in der Diözese Graz-Seckau kein Problem.

Am 19. November wurde der Diözese Graz-Seckau in Wien vom Bundesminister Reinhold Mitterlehner das Zertifikat „Audit berufundfamilie“, für Bemühungen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, überreicht. Für die Diözese durften der Leiter der Personalabteilung  Rolf Spiegel, Martina Laubreiter von der Personalentwicklung, Betriebsrätin Ilonka Kracher und Claudia Kompacher, langjährige Betriebsrätin und Mitarbeiterin aus dem Welthaus, das Zertifikat entgegennehmen. Die Diözese Graz-Seckau ist übrigens die erste österreichische Diözese, die dieses Zertifikat bekommen hat.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird immer mehr zum Thema: Für die Mutter, die nach der Babypause in die Arbeitswelt zurückkehren will, für den Vater, der am ersten Schultag seiner Tochter dabei sein möchte oder für die Mitarbeiter, die daheim ihren kranken Eltern pflegen müssen. Auch für Arbeitgeber wird es immer wichtiger, ihr Unternehmen familienfreundlich zu gestalten, um qualifizierte MitarbeiterInnen im Unternehmen halten zu können.
Um MitarbeiterInnen diesen Spagat aus beruflichen und privaten Verpflichtungen zu erleichtern und ein attraktiver Dienstgeber zu sein, hat sich die Katholische Kirche Steiermark dazu entschlossen, am "Audit berufundfamilie" des Familienministeriums teilzunehmen.

Vorzeigeunternehmen in Österreich

Die Diözese Graz-Seckau erfasste die bestehenden Angebote, die es den Mitarbeitern erleichtern sollen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Bestandserhebung zeigte, dass die Diözese bereits jetzt mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Anrechnung von Familienzeiten als Vordienstzeiten, finanzieller Unterstützung und mehr zu den Vorzeigeunternehmen Österreichs gehört. Zum Zertifizierungsprozess gehört auch die Verpflichtung sich in Zukunft weiter für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu engagieren. Die Diözese hat dafür Maßnahmen in zehn Bereichen erarbeitet, die in den nächsten drei Jahren die Institution noch familienfreundlicher machen sollen.

So gibt es zum Beispiel als konkrete Maßnahme einen Eltern-Kind-Tag am 19. März 2014. Alle Eltern können ihre Kinder mit zum Arbeitsplatz nehmen. Die Kinder bekommen einen Einblick davon, was Mama oder Papa den ganzen Tag im Büro machen und danach gibt es ein Kinderprogramm mit vielen Spielen und Jause. Außerdem wurde mit September eine zweite Betriebstagesmutter eingestellt, die sich um die Kleinsten in unserer Diözese kümmert, während die Eltern in nächster Nähe arbeiten können.



Interview mit Projektleiter Mag. Rolf Spiegel

 1. Warum bekommt die Diözese Graz-Seckau das Zertifikat "Audit berufundfamilie"  verliehen?
 In einem offiziellen Untersuchungsverfahren (Audit Prozess) wurde die aktuelle Situation  der Diözese Graz-Seckau zur berufundfamilie erhoben. Dabei wurde festgestellt, dass  bereits viele Maßnahmen umgesetzt werden, in einigen Fragen jedoch  Entwicklungsbedarf herrscht. Dafür haben wir uns für  die kommenden Jahre Ziele  gesetzt, die wir gemeinsam erreichen möchten. Somit sind die Voraussetzungen, das  Zertifikat zu erhalten, gegeben.

2. Welche besonderen Angebote hat die Diözese für Ihre Mitarbeiter?
Im Bereich der Arbeitszeit gibt es viel Flexibilität durch unterschiedliche Zeitmodelle, durch den einjährigen Durchrechnungszeitraum der Arbeitszeit kann auf unterschiedliche Situationen reagiert werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit, ein Sabbatical zu vereinbaren.
Zwei Betriebstagesmütter, ein Omadienst, Familienurlaube von verschiedenen Einrichtungen und Beratungsmöglichkeiten in Ehe- und Familienfragen sind weitere Angebote.

3. Was unterscheidet die Diözese von anderen Arbeitgebern
Ich denke, dass die Diözese durch das Angebot von vielen Teilzeitstellen den Wiedereinstieg in das Berufsleben nach einer Babypause sehr erleichtert. Ein transparentes Gehaltsschema mit gleicher Bezahlung von Frauen und Männern sichert faire Arbeitsbedingungen.

4. Ist das Zertifikat jetzt ein Ansporn sich weiter für Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu engagieren?
Natürlich ist dies ein großer Ansporn am Thema weiter zu arbeiten. Mit der Zertifizierung beginnen wir zunächst einen 3-jährige jährigen Weg, auf dem wir verschiedene Vorhaben umsetzen möchten. Jährlich wird ein Zwischenbericht gelegt, in welchem die Fortschritte dokumentiert werden.

5. Welche konkreten Maßnahmen und Aktionen möchte die Diözese ihren Mitarbeitern anbieten?
Als ersten Schritt möchten wir am 19. März 2014 einen Elterntag durchführen. Kinder können an diesem schulfreien Tag den Arbeitsplatz der Eltern kennen lernen und nehmen anschleißend an interessanten Angeboten von verschiedenen Abteilungen teil.
Außerdem planen wir Kinderbetreuung in den Sommerferien anzubieten.

6. Wo denken Sie, hat die Diözese als Arbeitgeber noch Aufholbedarf in Sachen Beruf&Familie?
Besonders der Anteil von Frauen in Führungspositionen soll erhöht werden. Ein längerfristiges Führungskräfteentwicklungsprogramm soll dies unterstützen.
Zudem soll die Kommunikation mit karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbessert werden.
Wir sind froh darüber, dass wir die unterschiedlichen Angebote erstmals gebündelt haben und Entwicklungsmaßnahmen überlegen konnten. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist und bleibt ein wichtiges Anliegen der Diözese Graz-Seckau.



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