Leben ist mehr als einkaufen

Bei der Vorstellung des neuen Tischkalenders der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung wurde deutlich: den Menschen Feiertage nehmen, heißt ihnen "Lebensraum" zu nehmen.

Vor dem Feiertag Mariä Empfängnis traf sich die Allianz für den arbeitsfreien Sonntag, AK Vizepräsidentin Gerda Bacher, ÖGB Steiermark Vorsitzender Horst Schachner, Superintendent Mag. Hermann Miklas, Generalvikar Mag. Helmut Burkard und Bischofsvikar Dr. Heinrich Schnuderl zur Vorstellung des neuen KAB Jahreskalenders mit Karikaturen für einen arbeitsfreien Sonntag im Kircheneck in der Grazer Herrengasse.

Heimo Seiner, Vorsitzende der KAB wies in seinem Begrüßungsstatement auf die bewusste Ortswahl, einer hochfrequentierten Einkaufsstraße, und den Zeitpunkt der Vorstellung hin. Man werde bewusst am 8. Dezember Besinnungsmöglichkeiten in der Stadtpfarrkirche anbieten.

Der 8. Dezember und die Öffnung der Geschäfte war auch Thema der Statements. Gerda Bacher wies vor allem auf die Dramatik der vielen Teilzeit beschäftigten Frauen im Handel hin und warnte vor den niederschwelligen Annäherungen über Handelsketten eigenen Cafés und Restaurants die Geschäftszeiten auf den Sonntag auszudehnen.

ÖGB Steiermark Vorsitzender Horst Schachner fragte sich, ob es sich jeder der morgen einkaufen geht auch wünsche, dass sein Partner und seine Partnerin dafür arbeiten gehen müsse. Wenn schließlich alle am 8. Dezember arbeiten, werde es ohnehin nur ein gewöhnlicher Arbeitstag für jedermann sein. Es rechne sich zudem nicht vom Umsatz her, weil nur ein mehr an Arbeitszeit zu bezahlen sei. Die Wirtschaft wird keineswegs dadurch angekurbelt, es leiden nur die Familien darunter.

Generalvikar Mag. Helmut Burkard wies auf die Aktion im Jahr 2006 des Sonntagslichts hin. Es brauche immer wieder Impulse, wie die des KAB Kalenders, um klar zu machen, dass der Sonntag ein Familientag sei und der Mensch auch Ruhe brauche.

Superintendent Mag. Hermann Miklas betrachtet die Entwicklung um den 8. Dezember in Sorge um den arbeitsfreien Sonntag: Wenn nämlich aus einer Ausnahme - vor 15 Jahren begann man mit der Öffnung der Geschäfte am 8. Dez. - die Normalität wird, und diese später zu einem Recht stilisiert wird. Leben ist umfassender als nur die Möglichkeit einkaufen zu gehen, und wo könne man diesen Platz zum Leben noch erhalten, wenn es nicht arbeitsfreie Feiertage gäbe. Miklas wies auf einen Treppenwitz der Geschichte hin, dass eigentlich der Kommunismus bestrebt war den Sonntag zu beseitigen, dies aber nun scheinbar durch den Kapitalismus möglich gemacht wird.

Bischofsvikar Dr. Heinrich Schnuderl sieht in der Haltung zum arbeitsfreien Sonntag, wie auch Feiertag, eine Grundeinstellung zum Menschen. Der Sonntag ist der erste Tag der Woche und daher nicht nur zur Erholung zu gebrauchen, sondern auch als positives Vorzeichen für die kommende Woche.

Die Moderation führte Johannes Labner.
 


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