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Grazer Schülerinnen messen Lärm in der Innenstadt - Foto: Autofasten Steiermark

Autos stehen – Menschen gehen

Autofasten 2012 ist wieder zu Ende gegangen und war so erfolgreich wie noch nie.

Über  7000 SteirerInnen haben Autofasten unterstützt und sind auf Öffis oder Rad umgestiegen. Fahrgemeinschaften haben weiterhin Seltenheitswert, zu Fuß gehen ist im Kommen.

Zur begleitenden Selbstkontrolle haben viele TeilnehmerInnen den „Mobilitätskalender“ auf www.autofasten.at verwendet. Die Auswertung der Daten ergab 4,2 Millionen eingesparte Autokilometer und dadurch über 800 Tonnen weniger CO2. Projektmitarbeiterin Michaela Ziegler verweist stolz auf die Gesamtbilanz: „Von allen österreichischen AutofasterInnen beträgt der steirische Anteil 48% von allen neu Angemeldeten sogar 73%!“

„Auch zur Feinstaubbekämpfung haben die AutofasterInnen einen wesentlichen Beitrag geleistet“, meint Initiatorin Hemma Opis-Pieber von der Katholischen Kirche Steiermark. „Obwohl wir als Themenschwerpunkt den Lärm als einer der `unerwünschten Nebenwirkungen´ des Autofahrens gewählt und auch bearbeitet haben, sind wir doch wieder beim Dauerbrenner Feinstaub gelandet“, so Opis-Pieber. Gemeinsam mit 100 SchülerInnen der Caritasschule und Feinstaub-Aktivist Christian Wabl hat die Aktion Autofasten vor dem Grazer Landhaus demonstriert und dabei auch mit Verkehrslandesrat Kurzmann über Umweltzone und Wochentagspickerl diskutiert. Diese politische Dimension des Autofastens wird von den TeilnehmerInnen zunehmend gefordert und wertgeschätzt.

Für Autofasten wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Auswertung der Rückmeldungen. Diese werden an die Verantwortlichen in Politik und Verkehrsverbund weitergegeben. Die Autofastenden haben die Öffis vermehrt ausprobiert, gerade deswegen ist ihr Anliegen ernst zu nehmen: Hauptthema der 550 eingelangten Rückmeldungen ist nämlich  die zwingend nötige Verbesserung des Öffi-Angebotes. Dass der hohe Spritpreis ein ausschlaggebender Grund für den Erfolg war, lässt sich zumindest aus den Rückmeldungen  nicht ablesen. 70% (nur Rang 4) haben finanzielle Gründe angegeben, aber immerhin 99% nennen Umweltschutz als Motivation.

Eine Idee gefällt Opis-Pieber besonders:“ Schon lange und oft wurden wir aufgefordert, Autofasten das ganze Jahr über anzubieten. Jetzt hat ein Autofaster vorgeschlagen, das mit dem Wochentagspickerl (wie 1973) zu kombinieren: ein freiwilliger „Autofasten-Tag“ das ganze Jahr über! Wir werden gerne darüber nachdenken.“

Ende Mai werden zahlreiche Gewinne übergeben: Almurlaube und eine Wochenendreise, Fahrkarten im Wert von 5000 Euro und gute Schuhe. Besonders aktive Schulen und Pfarren werden extra belohnt: es gibt Einräder für die Kinder und Elektromopeds für die Pfarrteams!

„Wir sind dankbar für den großen Zuspruch, den Autofasten findet“, so Opis-Pieber und Ziegler, „und wollen die Politik ermutigen, wirksame Maßnahmen für eine zukunftsfähige Mobilität zu ergreifen!“

 

Kontakt:
Hemma Opis-Pieber
0676/8742-2610
Hemma.opis-pieber@graz-seckau.at

Michaela Ziegler
0676/8742-2612
stmk@autofasten.at

Infobox Autofasten 2012

7053 Autofasten_UnterstützerInnen in der Steiermark

 

Ausgefüllte Fragebögen: 550

49% Männlich/51% Weiblich

32% sind zw. 40 und 50 Jahre alt

56% Graz-Stadt/44% Land

2,9 Personen im Haushalt - mit 1,3 Autos

72% sind bereits mehrfach bei Autofasten dabei

24% wurden über das Internet oder Plakate darauf aufmerksam, 20% über die Pfarre

 

Hauptmotivation, um teilzunehmen: Umweltschutz (99%), Unterstützung einer guten Aktion (93%), Gesundheit (88%), Finanzen (70%), Spiritualität (52%).

Verwendete Fortbewegungsmittel vor/bei Autofasten (in Prozent):

Öffis: 40/71

Rad: 50/66

Füße: 49/71

Fahrgemeinschaft: 3/19 (!)

 

Auf die Frage, ob sie in Zukunft weniger als bisher Autofahren werden, antworteten nur 1,5% mit „Nein“, 36% mit „Weniger geht nicht mehr“ und 51% mit „Ja“.

 

Als Hauptwunsch an die Verantwortlichen in der Politik wird von 75% eine deutliche Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs gefordert.

 

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