© © 2011 Warner Bros. Entertainment Inc. - U.S., Canada, Bahamas & Bermuda. © 2011 Village Roadshow Films (BVI) Limited – All

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Dark Shadows

Tim Burton, Jonny Depp, Helena Bonham Carter, viel Maske und ausreichend Pseudo-Grusel: Ein Treffer!

 

Regie: Tim Burton
USA, 2012
AT-Start: 11.5.2012

Immer wieder schon haben wir uns an dieser charmanten Kombination erfreuen dürfen und trotz gelegentlicher Hochs und Tiefs, die auch einer wie Tim Burton in seiner Arbeit erkennen lässt, ist es immer wieder gerechtfertigt, sich auf diese Filme zu freuen. So auch auf „Dark Shadows“.

Besonders bezaubernd sind diesmal die übrigen Darstellenden. Eva Green als rachsüchtige Hexe ist da noch gutes Mittelmaß, aber Michelle Pfeiffer hat bereits vor einigen Jahren (so z.B. in „Hairspray“) bewiesen, dass ihr das komische Fach und die Selbstironie liegen und füllt ihre Rolle auch hier wieder allerbestens aus. Der wahre Lichtblick ist jedoch Chloe Grace Moretz, die schon Hugo Cabret bezauberte und als pubertierende Möchtegern-Lolita eine eigenwillige Art von Schwung in die alten Gemäuer des Collins-Anwesens bringt.

Um sie geht es nämlich, nicht um die lasziv tanzende Fünfzehnjährige, sondern um die Familie Collins und allen voran um ihren Urahn, den zum Vampir gewordenen Barnabas Collins (Jonny Depp), der nach zwei Jahrhunderten in einem verketteten Sarg endlich wieder ans Sternenlicht zurückkehren darf, um sich von den Gebräuchen der frühen 1970er doch etwas verstören zu lassen. Seiner Schwäche für das lebendige Fleisch immer wieder erliegend, will Barnabas den Fischereibetrieb der Familie wieder zu altem Glanz verhelfen und tritt dadurch in Konkurrenz zu jener Hexe, die ihn überhaupt erst zum Blutsauger hat werden lassen.

Burton pendelt, wie man es von ihm erwartet, zwischen simplen Witzchen, skurrilen Hirngespinsten und wohl wenig ernst gemeinten Anleihen aus dem Horrorkino der 1970er und 80er. Und alles in allem erzeugt er eine Atmosphäre, die Freude macht, und eine Anhäufung von Szenen, die viel mehr als Einzelstücke überzeugen als in ihrer Gesamtheit. 

Harald Koberg