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Grabbesuch - Wodicka/Bilderbox

Der Tod ist nicht das Ende

Katholischer Glaube sagt: Jeder Mensch muss sich nach seinem Tod für sein Leben vor Gott verantworten. Im Licht Gottes erkennt der Mensch sich so, wie er wirklich ist. Dieses "Gericht" Gottes ist gerecht, aber auch barmherzig.

 

 

 

Himmel, Hölle, Fegefeuer?

Wer mit Gott versöhnt stirbt, wird sofort oder, falls er dessen bedarf, nach einer Läuterung (missverständlich auch "Fegefeuer" genannt) in den "Himmel", also in die volle, ewig beglückende Gemeinschaft mit Gott aufgenommen. Auch der Leib des Menschen, der nach dem Tod zerfällt, ist nicht für immer verloren, sondern wird seine letzte Bestimmung in Gott finden. Alles, was Gott erschaffen hat, alles, was existiert, soll in Gott sein Ziel finden.

Nur wenn ein Mensch Gott und seine Vergebung endgültig ablehnen würde - was hoffentlich nie wirklich eintritt - zöge er sich selbst die "Hölle" zu: ewige Trennung von Gott. Ohne Gott kann es kein ewiges Glück geben.

 

Gemeinschaft über den Tod hinaus

Zur Gemeinschaft der Kirche gehören nicht nur die Gläubigen auf Erden, sondern auch jene, die schon in die Ewigkeit vorausgegangen sind. Katholische Christen und Christinnen vertrauen ihre Verstorbenen betend der Liebe Gottes an und ehren die Heiligen im Himmel als Vorbilder und Fürbitter, darunter besonders Maria, die Mutter Jesu. Zahlreiche Kirchen und Wallfahrtsorte sind nach Maria benannt, weil sie als "voll begnadeter" und voll erlöster Mensch für viele Menschen zum Wegweiser zu Christus geworden ist. Die auf Erden Lebenden bilden mit denen, die ihren irdischen Weg bereits vollendet haben, eine große geistliche Gemeinschaft in Jesus Christus. Das Füreinander der Liebe kann der Tod nicht zerstören. Von dieser Hoffnung sind auch katholische Begräbnisse und die Gestaltung katholischer Grabstätten (Kerzen, Blumen) geprägt.

 

Vollendung in Christus

Auch am Ende der menschlichen Geschichte wird nicht das Chaos stehen, sondern - wie die Bibel sagt - der "Menschensohn" in Herrlichkeit erscheinen. Der biblische Ausdruck "Menschensohn" bedeutet "wahrer Mensch". Jesus Christus ist Urbild und Maßstab wahrer Menschlichkeit. Diese Menschlichkeit wird sich letztendlich gegen alle Unmenschlichkeiten durchsetzen. Wer das hoffen kann und sich bemüht, jetzt schon seine Lebenswelt trotz vieler Widerstände menschlich zu gestalten - ist ein Christ, eine Christin.

Karl Veitschegger