© Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Die Firmpatin ist auch eine Freundin fürs Leben. - Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Firmpate/Firmpatin - ein Amt für's Leben

Wie du die oder den "Richtige/n" findest und welche Aufgaben sie oder er zu erfüllen haben.

Das Wort „Pate“ (manchmal auch „Göd“ oder „Godl“ genannt) kommt vom lateinischen Wort pater (Vater). PatInnen sind also für dich so etwas wie „geistige Väter“ oder „geistige Mütter“. Sie haben die Aufgabe, dich auf deinem Weg ins Erwachsensein menschlich und religiös zu unterstützen.

Der Pate/die Patin muss 

  • katholisch und gefirmt sein,
  • mindestens sechzehn Jahre alt sein,
  • Mitglied der römisch-katholischen Kirche sein

und „ein Leben führen, dass dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht“ – so steht es im Kirchenrechtsbuch „Codex Iuris Canonici“. Vater und Mutter dürfen bei ihrem eigenen Kind nicht das Patenamt übernehmen. 

Den/die Richtige/n für das Patenamt finden

Abseits davon kann der/die Tauf- oder Firmpate/in weiblich, männlich, groß, klein, dick, dünn, reich, arm, redselig oder schweigsam sein, ganz egal. Die Frage ist auch nicht, wie dick die Brieftasche des/der künftigen Paten/Patin ist und wie großzügig er/sie bei der Wahl der Geschenke ist, sondern ob er/sie ein Mensch ist, dem du zutraust, dir in allen Situationen des Lebens beizustehen, dir ein Freund und Ratgeber zu sein, der dich auch auf deinem Glaubensweg begleitet.

Die Aufgaben des Paten/der Patin bei der Firmung

Bei der Firmung begleiten die PatInnen ihre Firmlinge zum Firmspender.  Die Pat/innen legen ihre rechte Hand auf die Schulter ihres Firmlings. Der Firmspender taucht dann den rechten Daumen in den Chrisam und zeichnet damit ein Kreuz auf die Stirn des Firmlings. Dabei spricht er: „N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Der Gefirmte bestätigt das mit dem Wort „Amen“. Mit einem Friedensgruß verabschiedet sich der Firmspender von dem/der Gefirmten und von dem/der Pat/in.

Das Firmgeschenk

Für viele Pat/innen in spe ist die Suche nach einem passenden Geschenk kein leichtes Unterfangen – schließlich wird man nur einmal im Leben gefirmt, und irgendwie will man doch etwas Besonderes hergeben, an  das man sich ein Leben lang erinnert. Wie so oft bei Geschenken zählt es auch hier nicht, wie viel Geld man dafür ausgibt – sondern was die Gabe über mich und meine Beziehung zum/zur Beschenkten aussagt. Oft wird man auch gefragt, was man sich denn zur Firmung wünscht. Wie wäre es mit einem „Zeitgeschenk“, z.B. einem gemeinsamen Ausflug?

Tipps von A bis Z

Wir haben hier eine Liste mit Geschenkideen zusammengetragen:

A ... Ausflug (z.B. Städtetrip), Aquarium, Abenteuerwochenende

B ... Bibel (z.B. in einer tollen Kunstausgabe, als Comic oder Zeitschrift), Badetag, Bäumchen

C ... Christusbild

D ... Digitale Musik, z.B. von christlichen Liedermachern wie Xavier Naidoo

E ... Essen gehen, „Exit the room“

F ... Fotoalbum von der Firmung, Füllfeder, Freundschaftsband

G ... Gemeinsame Zeit, Gebetsbuch, Gutscheine, Gospelkonzert, "Geschenke mit Sinn" (Caritas), Globus

H ... Hängematte

I ... Ikone

J ... Jodelkurs (am lustigsten wird's gemeinsam :-))

K ... Kreuz, Kabarettbesuch, Konzertbesuch, Kerze, Kreativtag, Kette

L ... Liederbuch (selbst zusammengestellt)

M ... Monogramm (als Aufkleber oder zum Aufbügeln), Musikinstrument, Museumsbesuch

N ... Namenspatron – ein Buch darüber

O ... Ohrringe

P ... Personalisierte Handyhülle

Q ... Quatschen

R ... Reise, Rucksack

S ... Schmuck (z.B. Kreuzkette, Armband), Stempel, Sportstadionbesuch, Segway fahren

T ... Taxidienst übernehmen, Tagebuch, Tagesausflug, Thermenausflug, tag.werk-Tasche

U ... Uhr

V ... Visitenkarten (selbst gestaltet)

W ... Weihrauchschale, Weltjugendtagsteilnahme

X ...

Y ... Youcat, der Jugend-Katechismus

Z ... Zeit, am besten jede Menge!

"Ich bin gerne Patin"

Anna Ernst aus ist fünffache Patin, zweimal Taufpatin und dreimal Firmpatin. Sie erzählt von ihren Erfahrungen:

"Meine „Patenkinder“ sind Kinder von Freunden und heute zwischen 21 und 43 Jahre alt. Ich treffe mich mit ihnen regelmäßig bei Familienbesuchen zu Weihnachten, zu Ostern, zum „Allerheiligenstriezel“, aber auch zum Frühstück anlässlich eines Geburtstages. Es haben sich zwischen uns Rituale entwickelt, die seit Jahren halten. Gerade wenn wir irgendwo in Ruhe zu zweit sitzen, ergeben sich manchmal auch religiöse Themen, über die wir sprechen, vor allem jetzt im „fortgeschrittenen“ Alter der „Patenkinder“.

Was die Geschenke betrifft, überlegte ich immer gut. Zusätzlich zu dem, was sich z. B. der  Jugendliche zur Firmung wünschte, habe ich für ihn immer auch ein religiöses Geschenk  - ein Jugendbuch, ein Kreuz oder eine selbstgemachte Kerze – ausgesucht. So unterschiedlich meine „Patenkinder“ sind, ob zu ihnen ein sehr intensiver oder in manchen Lebensphasen ein eher „schütterer“ Kontakt besteht, alle meine Patenkinder bereichern mein Leben.



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