Grußwort bei der Buchpräsentation anlässlich des 100. Geburtstages und des 25. Todestages von Alexander Silveri am Freitag, 25. November 2011 im Barocksaal des Grazer Priesterseminars

Es entspricht gewiss dem Wunsch vieler Menschen in unserem Land, dass dem Gedenken an den großen Künstler Alexander Silveri ein Buch gewidmet wird, das von Frau Dr. Ingeborg Radimsky mit großer Sachkompetenz und Einfühlung erarbeitet und gestaltet worden ist. Ich danke für diese erfolgreiche Initiative und wünsche dem Buch, das ich mir  schon vertraut gemacht habe, eine weite Verbreitung.

 

Den Ort des Künstlers Alexander Silveri im Kontext der Bildenden Kunst seiner Zeit zu bezeichnen sehe ich nicht als meine Aufgabe. Ich begnüge mich mit dem Hinweis auf einige Werke dieses Künstlers, denen ich schon als Priesterkandidat, dann als Hochschulseelsorger und schließlich als Bischof immer wieder begegnet bin oder auch heute begegne.

 

Da ist erstens der hölzerne Altartisch in der Kapelle des Priesterseminars. Er wurde aus dem Holz einer jahrhunderte alten Weinpresse gefertigt und kann so auch an die im Mittelalter sehr verbreiteten Bilder Christi als Keltertreter sowie an die sakramentale Gegenwart Christi in Gestalt des in der Eucharistie konsekrierten Weines erinnern. Die Füße des Altares sollen Engel darstellen, auf deren Flügeln die Altarplatte ruht.

 

Zweitens befindet sich in der Seminarkapelle ein silbernes Standkreuz, das Alexander Silveri geschaffen hat. Es zeigt auf der einen Seite den leidenden Christus am Kreuz und auf der anderen Seite in Gestalt von Edelsteinen die fünf österlich verklärten Wundmale Christi.

 

Drittens ist es ein hölzernes Kruzifix im Saal des katholischen Studentenhauses in Graz, Leechgasse 24, wo ich 18 Jahre lang gelebt habe. Das Corpus Christi an diesem Kreuz zeigt Christus mit sanfter Expression und geneigtem Haupt – „Consummatum est“ – „Es ist vollbracht“.

Viertens begegnet mir das Werk Silveris immer wieder in der neuen Kapelle des Bischöflichen Bildungshauses Schloss Seggau bei Leibnitz. Hier befinden sich ein Kruzifix aus Gusseisen und eine Bronzestatue Marias mit dem Jesuskind. Diese beiden Kunstwerke wurden aus einer früheren, nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Michaelskapelle in die vom Architekten Ernst Gieselbrecht neu geschaffene Michaelskapelle übertragen und fügen sich in eindrucksvoller Weise in das neue Ensemble ein, das Skulpuren von Alexander Silveri, je ein Bild von Wolfgang Hollegha und Gerald Brettschuh und zumal auch drei großartig leuchtende Fenster von Alfred Wickenburg miteinander verbindet..

 

Die katholische Kirche in der Steiermark hat allen von mir genannten Künstlern Bleibendes zu verdanken und wir wissen uns verpflichtet, diese Dankbarkeit im Wechsel der Generationen lebendig zu erhalten. Ein wichtiger Beitrag dazu ist das Buch von Frau Dr. Ingeborg Radimsky, der ich in unserer Mitte dafür herzlich danke.