Erinnerung an Papst Johannes Paul II.

Bischof Egon Kapellari nimmt in Rom an den Feierlichkeiten zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. teil, der 27 Jahre lang im höchsten Amt der Kirche stand und dessen zahlreiche Initiativen sowie Reisen der katholischen Kirche in der Welt hohes Ansehen verliehen. Diözesanbischof Kapellari erinnert sich an eine persönliche Begegnung vor vielen Jahren.

„Für mich unvergesslich“, so Bischof Egon Kapellari, „bleibt eine Begebenheit beim ersten Weltjugendtag in Rom im Jahr 1986. Damals war ich Bischof von Kärnten und zugleich österreichischer Jugendbischof. Ungefähr 150.000 junge Leute waren vor der Peterskirche versammelt und füllten den großen Platz und die Straße bis hinunter zum Fluss Tiber. In der Mitte dieser vielen jungen Leute saß der Papst mit den Bischöfen und neben dem Papst saß Mutter Teresa. Sie hatte ein runzeliges Gesicht und war schon ein wenig gebeugt von der Last eines Lebens, das ganz für Gott und für andere Menschen da war. Der Papst hat während seiner Ansprache an die vielen jungen Leute auf sie hingezeigt und gesagt: ‚Schaut sie an, sie ist jünger als wir alle.’ Das war kein bloßer Scherz, sondern eine tiefe Wahrheit. Die alte Frau war nämlich geistig und geistlich jung geblieben durch ihr Leben mit Gott, der ihr die Kraft gegeben hatten, ganz für arme Menschen da zu sein. Jung geblieben im Herzen, also im tieferen Sinn dieses Wortes ‚jung’, war auch Papst Johannes Paul II. bis in sein hohes Alter und so konnte er besonders auch unzählige junge Menschen für Christus begeistern“.

Am 1. Mai, zeitgleich mit den Feierlichkeiten in Rom, leitet Weihbischof Franz Lackner im Grazer Dom einen feierlichen Gottesdienst, in welchem er in seiner Predigt den selig gesprochenen Papst würdigt.