© Foto: Josef Kuss, Mariazell - Bilderbox

Foto: Josef Kuss, Mariazell - Bilderbox

Vom Großglockner bis Mariazell

Verhüllungen der „Aktion Glaube“ in ganz Österreich.

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Verhüllen, um den Glauben sichtbar zu machen. Was paradox klingt, ist die österreichweit größte Aktion der Katholischen Kirche zum Jahr des Glaubens. Ob Gipfelkreuze, Kirchtürme, Kapellen, Marterln, Heiligendarstellungen oder Portale – von Vorarlberg bis ins Burgenland beteiligen sich über 500 Pfarren, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Einrichtungen an der von der Diözese Graz-Seckau initiieren Aktion. Ab Aschermittwoch bis Ostern werden leuchtend gelbe oder strahlend violette Verhüllungen das Landschaftsbild prägen. Rund 100.000 Quadratmeter Stoff werden dafür verwendet, die Nachnutzung des multifunktionellen und robusten Materials wurde den Teilnehmenden freigestellt, viele kreative Ideen wurden bereits gefunden.

Höhepunkte der „Aktion Glaube“

Besondere Verhüllungen gibt zum Beispiel auf dem Großglockner, wo der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer zusammen mit dem Kärntner Generalvikar Engelbert Guggenberger, beide begeisterte Bergsteiger, am Aschermittwoch das Gipfelkreuz mit dem leuchtend gelben Tuch in einer Höhe von 3.789 Meter umwickeln wird.
Weitere Höhepunkte sind Verhüllungen von Statuen an der Westempore des Stephansdomes, die Verhüllung eines 15 Meter hohen Kreuzes bei der burgenländischen Gedenkstätte am Schlösslberg, die Verhüllung einer ganzen Kirchturmspitze in Lienz, die Verhüllung von Hochaltar, Gnadenalter und Hauptportal der Basilika in Mariazell. Ein besonderes ökumenisches Zeichen setzen katholische und evangelische Pfarrgemeinden im steirischen Schladming, wo in Anwesenheit des steirischen Weihbischofs Franz Lackner jenes Kreuz verhüllt wird, das als Zeichen ökumenischer Verbundenheit für den Papstbesuch 1983 in Wien angefertigt worden war.

In der Steiermark beteiligen sich 265 Pfarren und kirchliche Einrichtungen an der Aktion. Einige Verhüllungen werden dabei besonders ins Auge fallen: Die Grazer Dompfarre wird zusammen mit der Katholischen Aktion und der Jungen Kirche das Katholikentagskreuz auf der Grazer Passamtswiese verhüllen, das für den steirischen Katholikentag von 1981 errichtet wurde. Die Katholische Männerbewegung verhüllt Gipfelkreuze am Schöckl und Stuhleck, in der Grazer Herrengasse werden vor der Stadtpfarrkirche Heiligenstatuen verhüllt, die Basilika in Mariazell wird teilverhüllt, in Altaussee wird ein ganzer Kirchturm verhüllt. Bis zu 5.000 Objekte werden in der Steiermark gelb verkleidet.

Übrigens findet die "Aktion Glaube" auch digital statt: auch die Websiten einiger Diözesen sowie zahlreicher Pfarren werden am Aschermittwoch verhüllt.

Schönborn: einen Schatz neu entdecken

Kardinal Christoph Schönborn sieht in der „Aktion Glaube“ eine wunderbare Gelegenheit, den Schatz neu zu entdecken, der in Kruzifixen, Bildstöcken, Heiligendarstellungen verborgen liegt: „Was ist ein Kreuz, ein Marienbild denn anderes als ein Zeichen unserer Erlöstheit, eine Erinnerung an all die Wunder des Glaubens, die aus dieser Erlöstheit möglich werden, aus dieser Gewissheit einer unzerstörbaren, endgültigen, unendlich guten, ewigen Freundschaft mit Gott?“ Daneben werde gerade in einer Zeit, in der man immer öfter höre, dass Religion sich in die Privaträume zurückzuziehen habe, das öffentliche Bekenntnis zu unserem Glauben thematisiert, so Schönborn.

In die gleiche Kerbe schlägt auch der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari: „Die ‚Aktion Glaube‘ soll zeigen, wie der öffentliche Raum und die gesamte Zivilgesellschaft seit Jahrhunderten durch das Christentum wesentlich mitgeprägt worden sind und auch heute mitgeprägt werden, und was fehlen würde, wenn Religion weitestgehend in die private Sphäre verdrängt würde.“.

Georg Plank, Initiator und Koordinator der Aktion, sieht darin keine wirkliche Novität. Sie sei eine "Verheutigung dessen, was in der Kirche während der Fastenzeit seit jeher geschieht" - nämlich die Verhüllung der Heilssymbole angesichts des Leidens und Sterbens Jesu Christi.