aus: "Es gibt in der Schatzkammer des Schöpfers keinen anderen Reichtum außer dem Zittern vor dem Schöpfer!", 2012,  Mischtechnik auf Büttenpapier, 40x30 cm, Courtesy Galerie Krinzinger

Zenita Komad: I LOVE GOD (Ausstellungsplakat)

I LOVE GOD: Zenita Komad

Special Guests aus „Extended Universe“: Claudia Märzendorfer und Rebekka Hagg. Kurator: Johannes Rauchenberger

„Ich befasse mich mit dem Herz
als Hauptwohnsitz meiner Seele.
Der Altar befindet sich darin und alles,
was ich brauche, ist dort zu finden:
die Möglichkeit, mich zu verbinden und die „Anderen“
als ausgelagerten Teil meiner Selbst wahrzunehmen. “
Zenita Komad

Die Ausstellung von Zenita Komad machte bereits im Kreuzgang ist ersichtlich: Alles ist mit allem verbunden. So wurde der spirituelle Ort des Minoritenklosters im Herzen von Graz noch einmal sichtbar verstärkt. Seile führen über den Klosterhof in die Fenster. Im Inneren der Galerie durchdringen diese Seile auch die Mauern und Räume. Mehrmals beginnen und enden sie im Herzen. Im Herzen Gottes, der eine Jeansjacke trägt. Im Herzton der Künstlerin, der aus einer Schallplatte aus Eis (von Claudia Märzendorfer) zu hören ist. Im Herzen der BetrachterInnen, die in Gebärdensprache lesen: „Liebe Deinen Nächsten, sehr!" Vier Pendel, mit Salzsteinen gefüllt, schreiben an vier Orten der Ausstellung die Bewegung der Schöpfung in den Sand. Drei Mal sind auch Negationen zu lesen: "Gott ist kein Bankomat", "Gott ist das Nichts", "Gott ist nicht nichts"...

Das überraschende Bekenntnis der Künstlerin Zenita Komad schreibt sich in den Titel ein: I LOVE GOD. Jenseits institutioneller Bindung, ohne nennenswerter Erweckungs- oder Konversionserfahrung und völlig frei von Aversion und Ironie, aber mit Verve, Esprit und hintergründigem Humor stellt die im Kunstsystem äußerst erfolgreiche Zenita Komad „Gott“ ins Zentrum ihrer subtilen Collagen und Textarbeiten. Die Unbedingtheit ihres persönlichen und künstlerischen Auftritts zieht Betrachter in den Sog, sich einer Verbindung untereinander anzuschließen und einer neuen Achtsamkeit besondere Bedeutung beizumessen.

Der pulsierende Herzton Zenita Komads ist aus einer abspielbaren Schallplatte aus Eis ein Mal pro Woche zu hören: Die Arbeit Claudia Märzendorfers berührt durch ihre ephemeres und performatives Selbstverständnis und fließt so in die Gesamtheit der Ausstellung ein. In Rebekka Haggs jüngstem Film 24SEVEN wird die Protagonistin zur Leinwand ihrer Umgebung. Immaterielle Prozesse, emotionale Bindungen und Kausalketten werden plakativ verbildlicht und so in das Bewusstsein geholt.
„Egoismantra“, eine Wortkreation aus einer der neuesten Zeichnungen Zenita Komads beschreibt den geläufigen und kulminierenden Narzissmus unserer Gesellschaft: Ihm wird die Loslösung vorgeschlagen, die aus Wachs gegossenen Händen bestehen: In Gebärdensprache ist dabei zu lesen: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN.

Im Interview in der Zeitschrift “kunst und kirche“, das zur Ausstellung erschienen ist, spricht Zenita Komad offen über ihre Liebe



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