Heimat ist Beziehung

45 Jahre Gotscheer Gedenkstätte in Graz-Mariatrost: Bischof Kapellari feierte am 29. Juli mit den Gotscheern die Jubiläumswallfahrt.

Strahlend war nicht nur die Sonne an diesem Tag sondern ganz besonders der Geist der Gotscheer, die selbst aus Kalifornien, aus Kärnten, aus Wien und von überall her zum Treffen und zur gemeinsamen Wallfahrt gekommen sind. Diözesanbischof Egon Kapellari wurde vom Obmann der Gotscheer Gedenkstätte, Albert Mallner und von Ing. Kurt Göbl empfangen. Die Gottscheer Sing-und Trachtengruppe Klagenfurt begrüßten den Diözesanbischof musikalisch. Die Ehrengäste waren Landtagsabgeordnete Barbara Riener  in Vertretung von LH-Stv. Hermann Schützenhöfer und Gemeinderat Kurt Hohensinner, der die Grußbotschaft des erkrankten Bürgermeisters Siegfried Nagl überbrachte. In ihren Grußworten wurde über die Bedeutung der gemeinsamen Erinnerung und der Weitergabe der Kultur, vor allem für die Jugend und das Zusammenleben gesprochen. Obmann Albert Mallner erinnerte in seinen Grußworten an die Erzählungen seiner Mutter von der Vertreibung 1945 aus der Heimat und an die Errichtung der Gottscheer Gedenkstätte im Jahr 1967. Diese ist wie die urkundlich erwähnte erste Kirche der Gottscheer, dem Hl. Apostel Bartholomäus geweiht. Geplant wurde sie von DI Eberhardt Jäger und durch Spenden, viele aus Übersee, finanziert.

Vor dem Festgottesdienst segnete Diözesanbischof Kapellari die Gedenktafeln, die mit ihren Namen, nach Pfarren geordnet, an die Gottscheer Kriegs- und Vertreibungsopfer erinnert. Das Gottscheer Lied „Hin tsən Pilde“(Hin zum Bilde) eröffnete den Festgottesdienst, den Bischof Kapellari gemeinsam mit den Gottscheer Geistlichen Militärsuperior Harald Tripp und Geistl. Rat Josef Rosenberger feierte. In seiner Predigt nahm Bischof Kapellari Bezug auf den Begriff „Heimat“. Dieser sei inhaltlich austauschbar. „Das kann die Mutter sein, die man damit meint, das Geburtshaus, oder das Grab der Mutter. Im Kern meint der Begriff Heimat Beziehung.“ Bischof Kapellari betonte auch die Notwendigkeit einer Balance zwischen Erinnerung und Hoffnung. „Wie ein Januskopf schauen wir immer zugleich mit einem Gesicht in die Vergangenheit, mit dem anderen in die Zukunft“, so der Oberhirte der Diözese Graz-Seckau. Die Fürbitten wurden in Gottscheerisch gesprochen. Bei der anschließenden Agape nutzen viele die Möglichkeit mit Diözesanbischof Kapellari ins Gespräch zu kommen.