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Politik hat Religion geprägt, davon erzählt Last & Inspiration im Raum der "Kruzitürken" - Foto: Leinfellner

Es beginnt

Start der Ausstellungen zum Diözesanjubiläum

Eine Blume auf schwarzem Hintergrund. Eine genetisch veränderte. Gemalt von einem der teuersten Gegenwartskünstler Luc Tuymans als Fresko auf historischem Gemäuer, in der Grabkammer des Mausoleums, das sich Ferdinand II., Kaiser der Residenzstadt Graz, einst erbauen ließ. Macht und Kirche, Schönheit und Anspruch, Armut und Reichtum…

Ein modernes, neues Bild vor einem barocken Bild in einem der schönsten barocken Räume in Graz, dem Refektorium des Priesterseminars. Das eigens für die Ausstellung „Last & Inspiration“ gemalte Bild von Muntean/Rosenblum zeigt Jugendliche, erhellt vom Handydisplay, in das hinein sich ihre Hoffnung gräbt. Unter dem Bild stehen drei Sätze. Der letzte lautet: „Death is the dark backing that a mirror needs if we are to see anything“

Moderne Kunst und historische Bauten, Artefakte und Kunstwerke spiegeln Vergangenheit und Gegenwart der Fragen nach Macht, Reichtum, Armut, dem Glauben, der Gewalt und auch der Schönheit, die die Diözese Graz-Seckau begleiten. Die Ausstellung „Last & Inspiration“ ist nicht nur selbstreflektierend kritisch im Umgang mit der eigenen Geschichte, sie weist auch darüber hinaus und bietet spannende neue Perspektiven der Geschichte der Diözese im Dialog mit moderner Kunst. Die Kuratoren Heimo Kaindl, Alois Kölbl und Johannes Rauchenberger haben nicht nur einen reichen Schatz aus Kunstgeschichte gehoben, sondern das schwierige Kunststück zuwege gebracht, diese in die Gegenwart und wegweisend darüber hinaus durch zeitgemäße Kunstvermittlung zu transformieren.„Last & Inspiration“ ist bis 14. Oktober im Priesterseminar, im Diözesanmuseum, in der Stadtpfarrkirche, in der QL-Galerie und im Mausoleum zu sehen.

Glaube Liebe Hoffnung

„Glaube Liebe Hoffnung“, die Kooperationsausstellung des Kulturzentrums bei den Minoriten und des Kunsthauses Graz geht hier noch einen Schritt weiter. Wie entfernte Erinnerung kontrastieren einige Objekte durch moderne Auseinandersetzung die göttlichen Tugenden und halten mit kräftig gewählten Mitteln, der Gegenwart den Spiegel vor. Manfred Erjautz lässt von der Decke, vom Himmel, ein beleuchtetes „ME“ hängen, das von der Gegenposition aus gesehen auch ein „WE“ ist. Franz Kapfers Leuchtanzeige „Maria Hülf“ in der Needle des Kunsthauses ist wie ein Finger gerichtet auf die Grazer Mariahilferkirche, oder deren verbliebener blinkender Rest, der hier noch in "Erscheinung" tritt? Barbara Steiner, Kathrin Bucher Trantow und Johannes Rauchenberger setzen als Kuratoren auf künstlerische Dichte und inhaltliche Vielfalt der Perspektiven und Zugänge.

Die Themenblöcke wie Opfer und Ritual, Schuld und Macht, Schmerz und Identifikation, Kommerz und Präsentation und weitere bieten auf drei Ebenen in zwei Häusern eine anspruchsvolle, wie auch erfrischend unkomplizierte Annäherung zwischen zeitgenössischer Kunst und Themen, die zwar oft mit Kirche in Verbindung gebracht werden, in Wahrheit aber existentielle Fragen stellen. Barbara Steiner, Leiterin des Kunsthauses, betonte bei der Eröffnung, dass es eben keine "Propagandaausstellung" sei. Johannes Rauchenberger, Gesamtkurator aller Ausstellungen freute sich über die wechselseitigen Lernerfahrungen, die sich bei dem riesigem Kooperationsprojekt einstellten.

Mit der Eröffnung der beiden Ausstellungen „Last & Inspiration“ und „Glaube Liebe Hoffnung“ wird Graz ein Epizentrum der künstlerischen Auseinandersetzung mit Themen der Religion und darüber hinaus von europäischem Rang. Wenn die Generalfrage des Diözesanjubiläums lautet „Glauben wir an unsere Zukunft?“, dann sind die beiden ersten Ausstellungen bereits die Antwort mit einem dreifach unterstrichenen „Ja!“

 

Die weiteren Ausstellungen

„Schönheit & Anspruch“, kuratiert von Michael Braunsteiner und Johannes Rauchenberger wird am 23. April im Stift Admont von Bischof Wilhelm Krautwaschl eröffnet.

„Umbruch Geist & Erneuerung“, kuratiert von Elke El-Sayed, Alois Kölbl und Johannes Rauchenberger wird am 1. Mai von Bischof Wilhelm Krautwaschl in der Abtei Seckau eröffnet.

„Grenze Öffnung & Heimat“, kuratiert von Alois Kölbl und Johannes Rauchenberger, wird am 9. Mai von Bischof Wilhelm Krautwaschl auf Schloss Seggau eröffnet.

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Glaube Liebe Hoffnung

Last & Inspiration



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